Perfekt: FSV Kroppach holt sechsten Titel PDF Drucken E-Mail
Westerwälderinnen sind nach Sieg in Bingen zum fünften Mal in Serie Deutscher Meister

Von unserem Mitarbeiter René Adler

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Shan Xiaona zeigte sich auch in Bingen hoch konzentriert. Die Spitzenspielerin des FSV Kroppach führte den Deutschen Meister am vorletzten Spieltag zum Sieg und damit zur erfolgreichen Titelverteidigung. Foto: Jürgen Vohl

Bingen. Die Frauen des FSV Kroppach sind zum fünften Mal in Folge deutscher Mannschaftsmeister. Durch einen 6:2-Erfolg bei der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim am Freitagabend machte das Team mit den deutschen Nationalspielerinnen Kristin Silbereisen und Jiaduo Wu den insgesamt sechsten Titel vorzeitig perfekt. Verfolger TTSV Saarlouis-Fraulautern kann auch bei einem Sieg in Kroppach am Sonntag nicht mehr an den Westerwälderinnen vorbeiziehen. „Es war ein hartes Stück Arbeit“, sagte „Dudu“, die an allen fünf Meisterschaften der aktuellen Serie beteiligt war.

Anders als beim 6:2 im Hinspiel, schienen die Westerwälderinnen früh für klare Verhältnisse zu sorgen, indem sie beide Doppel gewannen. Shan Xiaona/Krisztina Toth revanchierten sich bei Zhenqi Barthel/Dana Hadacova für die in Kroppach erlittene Niederlage. In einer engen Partie fiel die Vorentscheidung im dritten Durchgang, als das FSV-Duo zunächst zwei Satzbälle vergab, anschließend einen abwehrte und schließlich seinen dritten zum 13:11 verwandelte. Im vierten Satz war es dann eine klare Sache. Vom ersten bis zum letzten Ballwechsel überlegen waren Jiaduo Wu und Kristin Silbereisen, die gegen Ding Yaping/Laura Robertson nicht einmal in die Nähe eines Satzverlustes gerieten.

Im oberen Paarkreuz machte Shan mit Barthel ebenfalls kurzen Prozess, während Wu gegen Abwehrspielerin Ding die Chance zum 3:0 ausließ und in den vierten Satz musste, den sie prompt auch noch verlor. Umso überzeugender war dafür der Auftritt der Europe-Top-12-Siegerin im Entscheidungssatz, den sie klar dominierte und souverän mit 11:6 gewann.

Nach dem bis dato spannendsten Match des Abends hieß es also bereits 4:0 für Kroppach, das seinem sechsten 6:0 im siebten Rückrunden-Spiel entgegen steuerte. Doch Bingen stellte die Gegenwehr nicht ein – im Gegenteil: Hadacova ging gegen Toth mit 2:0-Sätzen in Führung, erspielte sich im vierten Durchgang sogar zwei Matchbälle – doch die Ungarin kam noch einmal zurück. Toth rettete sich in den Entscheidungssatz, lag auch darin permanent zurück, schaffte den Ausgleich zum 9:9, machte dann aber keinen Punkt mehr. Silbereisen unterlag klar mit 0:3 gegen Robertson – nur noch 4:2 für den FSV, also doch kein Spaziergang.

Das Spitzenpaarkreuz war also erneut gefordert. „Dudu“ löste ihre Aufgabe beim 3:0 gegen Barthel souverän, während „Nana“ gegen Ding deutlich mehr kämpfen musste. Bei 2:1 und 10:8 vergab die Kroppacherin zunächst zwei Matchbälle, ehe wenig später der Vier-Satz-Erfolg, das 6:2 für Kroppach und der vorzeitige Meistertitel am vorletzten Spieltag feststanden.

Mit dem fünften DM-Titel in Folge hat Kroppach jetzt fast zur Spielvereinigung Steinhagen aufgeschlossen, die zwischen 1989 und 1994 sechs Meisterschaften hintereinander gewonnen hatte. Den Rekord hält der DSC Kaiserberg mit acht deutschen Meisterschaften in den Jahren 1965 bis 1972. Es gibt also durchaus noch Ziele für die derzeit beste deutsche Frauen-Mannschaft. Aber erst mal wird an diesem Sonntag in eigener Halle in Kroppach die große Meister-Party gefeiert.



TTG Bingen - FSV Kroppach 2:6

Ding/Robertson - Wu/Silbereisen 9:11, 5:11, 5:11; Barthel/Hadacova - Shan/Toth 7:11, 11:9, 11:13, 6:11; Ding - Wu 6:11, 7:11, 13:11, 11:7, 6:11; Barthel - Shan 7:11, 11:13, 9:11; Hadacova - Toth 11:6, 11:8, 7:11, 11:13, 11:9; Robertson - Silbereisen 11:8, 11:6, 12:10; Ding - Shan 11:9, 5:11, 4:11, 11:13; Barthel - Wu 11:13, 5:11, 6:11.

Westerwälder Zeitung vom Samstag, 5. Mai 2012, Seite 21