Der FSV Kroppach will das halbe Dutzend voll machen PDF Drucken E-Mail
Frankfurt/Main. Bis zum großen Saisonfinale hat sich die Entscheidung hinausgezögert, ob sich der FSV Kroppach den sechsten Titelgewinn in der Vereinsgeschichte holt. Bei fast allen Insidern, aber auch Ligakonkurrenten scheint daran kein Zweifel mehr zu bestehen, doch noch fehlt dem Erfolgsclub ein Punkt zum Glück. Diesen will sich der FSV bereits vor dem Gipfeltreffen gegen den TTSV Saarlouis-Fraulautern, im Rheinland-Pfalz-Derby bei der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim unter den Nagel reißen. Zwei schwere Auswärtsbegegnungen warten auf die SV Böblingen, die bei der DJK TuS Essen-Holsterhausen und beim ttc berlin eastside antreten. Außerdem verabschieden sich die drei Mannschaften, die nach ihrem Rückzug in der kommenden Saison nicht mehr dabei sind, der TTC Langweid, MTV Tostedt und TSV Schwabhausen mit Heimspielen von ihren treuen Fans.

Der FSV Kroppach will das halbe Dutzend voll machenAuf dem Weg zu ihrem sechsten Titelgewinn mit dem FSV Kroppach, Wu Jiaduo (Aufnahme: Petra Steyer) 
 

Freitag, 20 Uhr: TTG Bingen/Münster-Sarmsheim – FSV Kroppach

Die Gastgeberinnen sind das Zünglein an der Waage

Die fantastische Bilanz von 36:1 Spielen, die Tabellenführer FSV Kroppach vorweist, sollte wohl auch den letzten beiden Gegnern förmlich die Sprache, sprich Gegenwehr, verschlagen. Doch damit rechnet FSV-Teambetreuer Dennis Leicher bei der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim nicht. „In unserem Rheinland-Pfalz-Derby schenkt keiner dem anderen etwas, deshalb werden wir auch rund 30 Fans in unserem Bus mitbringen, außerdem fahren zwei, drei 

Ihr Terrain liegt weit hinter dem Tisch, Abwehrass Ding Yaping von der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim will alles geben (Aufnahme: Petra Steyer)Ihr Terrain liegt weit hinter dem Tisch, Abwehrass Ding Yaping von der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim will alles geben (Aufnahme: Petra Steyer)
PKWs privat. In Bingen ist immer Feuer unter dem Dach, und das Spiel wird in einem absolut bundesligatauglichen Rahmen ausgetragen. Dort sind wir immer gefordert einen guten Ball zu spielen, aber ich bin optimistisch, dass wir vielleicht den ersten von zwei uns zur Verfügung stehenden Matchbällen schon nutzen, und unsere Schäflein bereits ins Trockene bringen“, sagt Leicher. Es sei auch nach diversen Anstrengungen bei den großen Turnieren in den letzten Wochen noch genügend Substanz in der Mannschaft vorhanden, die immer dann zur Stelle gewesen sei, wenn es darauf ankomme.

In der Hinrunde gewann der Club aus dem Westerwald 6:2, wobei auf Position vier im Einzel Anastasia Voronova für Krisztina Toth spielte. Die Russin gab einen Punkt gegen Dana Hadacova ab, außerdem unterlagen Shan Xiao Na/Toth im Doppel gegen Zhenqi Barthel/Hadacova. „Das war nur ein von bisher insgesamt zwei Niederlagen die wir im Doppel kassierten. Wir werden sehen, wie der Aufstellungspoker diesmal ausgeht“, gibt sich Leicher gespannt.

„Wir werden kämpfen und alles versuchen, dem hohen Favoriten  Kroppach auf der Zielgeraden noch Steine in den Weg zu legen. Für uns ist das Derby, das seinen eigenen Charakter besitzt, noch einmal ein Saisonhöhepunkt. Wir wünschen uns einen schönen Abschluss vor heimischem Publikum, und Ding Yaping sowie Zhenqi sind auch im oberen Paarkreuz in der Lage sich gut zu verkaufen. Auch wenn die zwei Doppelsiege beim MTV Tostedt nicht überbewertet werden sollten, so war für unser Selbstvertrauen mal wieder gut. Eine Bilanz von zuvor 8:18 offenbart unsere Schwachstelle“, sagt TTG-Geschäftsführer Joachim Lautebach.

  

Sonntag, 14 Uhr: FSV Kroppach – TTSV Saarlouis-Fraulautern

 Der FSV brennt auf eine Revanche

Zum Abschluss einer jeden Saison kann sich der FSV Kroppach auf seine treuen Fans als fünftes Rad am Wagen verlassen. Wenn dies gleichzeitig noch das ultimative Topspiel der Liga gegen den TTSV Saarlouis-Fraulautern ist, erst Recht nicht. Die Saarländerinnen waren im letzten Hinrundenspiel bislang die einzige Mannschaft, die den mehrfachen Deutschen Meister auf dem falschen Fuß erwischten, und ihn mit einem 6:2 förmlich überrollten. In dieser 

Gut in Form, zweifache Deutsche Meisterin der Mädchen Petrissa Solja vom TTSV Saarlouis-Fraulautern (Aufnahme: Klaus Maurer)Gut in Form, zweifache Deutsche Meisterin der Mädchen Petrissa Solja vom TTSV Saarlouis-Fraulautern (Aufnahme: Klaus Maurer)
Partie gab der FSV sein zweites Doppel ab, Wu Jiaduo/Christin Silbereisen scheiterten 12:14 im fünften Satz gegen Li Fen/Petrissa Solja, außerdem verbuchte die Nummer zwei Shan Xia Na zwei unglückliche Fünf-Satz-Niederlagen im Einzel. Neben der gesamten Mannschaft besitzt also auch Shan ein gesteigertes Interesse, diesmal das Blatt zu wenden. „Egal, ob wir schon Meister sind oder noch nicht, alle sind tierisch heiß, und wir wollen unbedingt gewinnen. Wir haben auch unsere Sponsoren und Personen aus der Politik eingeladen, keiner wird sich dieses letzte Saisonspiel entgehen lassen. Da bin ich mir sicher, denn sie werden attraktive Spiele zu sehen bekommen. In unserem Umfeld haben viele damit gerechnet, dass wir nach der Niederlage verwundbarer werden und uns das Selbstvertrauen verloren geht. Mit Nichten, das Gegenteil ist eher der Fall, die ganze Mannschaft zieht an einem Strang. Sollten wir dennoch verlieren, dann kann sich der TTSV zwar damit rühmen zweimal gegen uns gewonnen zu haben, aber vielleicht werden sie trotzdem kein Meister“, berichtet FSV-Teambetreuer Dennis Leicher. Bei einem Happyend des derzeitigen Spitzenreiters dürfte Wu Jiaduo, die sich zuletzt auch bei nationalen und internationalen Turnieren sehr erfolgreich präsentierte, ihrer Titelsammlung mit dem FSV einen weiteren Strich zufügen, denn die Nummer 16 der Weltrangliste war an allen Deutschen Mannschaftsmeistertriumphen bislang beteiligt.

„Wir sind von Anfang an nicht angetreten, um dem FSV Kroppach die Stirn zu bieten, aber wir spielen traditionell gut gegen sie. Wir hoffen auf ein schönes Spiel. Neben den positiven Aspekten die überwiegen, bin ich aber auch nachdenklich, und mich beschleicht Wehmut. Wir haben nach einem 2:0 in Bingen noch verloren, und gegen drei Berliner Spielerinnen. Es war eindeutig mehr drin“, resümiert TTSV-Manager Heinz Falk.

 Martina Emmert (www.tischtennis.de)