Silbereisen fehlen zwei Punkte zur Medaille PDF Drucken E-Mail
Schöpp-Team wird am Ende Siebter

Dortmund. Die deutschen Frauen hatten die Sensation auf dem Schläger: Das Team von Trainerin Jie Schöpp stand gegen Weltmeister Singapur kurz vor dem Einzug ins Halbfinale, musste sich aber trotz einer 2:0-Führung nach mehr als dreieinhalb Stunden mit 2:3 geschlagen geben. „Wir sind stolz und traurig zugleich“, fasste Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig das Drama in fünf Akten treffend zusammen.

Stolz war das Team, weil alle drei Spielerinnen Irene Ivancan (Berlin), Wu Jiaduo und Kristin Silbereisen (beide FSV Kroppach) auf Augenhöhe mit dem favorisierten Titelverteidiger agierten. Dennoch gab es am Ende vereinzelt Tränen, weil es nicht zum ganz großen Coup gereicht hatte wie vor zwei Jahren, als die Frauen Bronze gewonnen hatten. Diesmal musste die deutsche Auswahl in die Trostrunde und beendete das Turnier nach einem 0:3 gegen Japan und einem 3:2 gegen Polen auf Platz sieben.

„Es ist bitter, wenn einem zwei Punkte zu einer Medaille fehlen“, sagte Silbereisen. Als die Nummer drei in die Spielbox stieg, hatten die EM-Zweite Ivancan und die deutsche Meisterin Wu ihre in der Weltrangliste deutlich höher eingestuften Gegnerinnen förmlich überrollt. Die 8000 Fans waren aus dem Häuschen, zumal Silbereisen gegen Li Jiawei ebenfalls prima mithielt. Bei 12:12 im fünften Satz gelang Silbereisen ein harter Schlag – ihre Partie und später das gesamte Spiel aber gingen verloren.

Dennoch war Schöpp wie die Verbands-Chefs stolz auf die Leistung und auch ein ganzes Stück überrascht: „Ich hatte selbst kaum geglaubt, dass die Spielerinnen so stark spielen können. Es ist sehr schade, aber wir haben teilweise über unseren Verhältnissen gespielt.“

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Zu früh gefreut: Die deutschen Frauen standen gegen Singapur vor einer Sensation – um nach einer 2:0-Führung noch 2:3 zu verlieren. Foto: dpa


Westerwälder Zeitung vom Montag, 2. April 2012, Seite 22