Wu und Silbereisen spielen gegen Nordkorea PDF Drucken E-Mail
Beim Kampf um den Gruppensieg war Japan eine Nummer zu groß – „Dudu“ bei 3:2 gegen Serbien geschont

Von unserem Mitarbeiter René Adler

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Da mussten sich Krisztina Toth vom FSV Kroppach und ihre ungarischen Mitspielerinnen mächtig strecken, um doch noch den Einzug ins Achtelfinale der WM in Dortmund zu schaffen. Foto: Stephan Roscher


Dortmund. Den Vorrundensieg klar verpasst, aber als Gruppenzweiter mit nur einer Niederlage ins Achtelfinale eingezogen – das ist bei der Mannschafts-WM in Dortmund die Bilanz der ersten vier Turniertage für das Kroppacher Duo Kristin Silbereisen und Wu Jiaduo. Dort trifft die Mannschaft von Bundestrainerin Jie Schöpp heute um 17 Uhr auf Nordkorea; auch Krisztina Toth, ebenfalls für Kroppach aktiv, qualifizierte sich mit Ungarn als Gruppendritte für das Achtelfinale und spielt dort gegen Südkorea.

Weil Rang zwei feststand und der Gruppensieg nicht mehr erreichbar war, gönnte Bundestrainerin Jie Schöpp ihrer Spitzenspielerin „Dudu“ Wu Jiaduo im bedeutungslosen letzten Gruppenspiel gegen Serbien eine Pause und ließ die zweite Kroppacherin an Position drei von vornherein nur ein Einzel bestreiten. Zhenqi Barthel (Bingen) und die erstmals eingesetzte Sabine Winter (Schwabhausen) unterlagen der serbischen Nummer eins Gabriela Feher jeweils m Entscheidungssatz, hielten sich gegen Monika Molnar aber ebenso schadlos wie Kristin Silbereisen gegen Andrea Todorovic (3:1) – Endstand also 3:2.

Am Vortag hatten die deutschen Frauen nach drei Erfolgen den Gruppensieg und damit den direkten Einzug ins Viertelfinale klar verpasst. Sie hatten sich viel Mut zugesprochen, wollten den Favoriten Japan ärgern – und gewannen nur einen Satz. Dieses Mini-Erfolgserlebnis war Silbereisen vorbehalten. Die Weltranglisten-61. aus Kroppach gewann gegen die Nummer sechs, Kasumi Ishikawa, den zweiten Satz und war auch im vierten Durchgang gleichwertig, konnte ihren Sieg vom zuvor einzigen Aufeinandertreffen der beiden Spielerinnen aber nicht wiederholen. „Ich habe schon ein gutes Spiel gemacht“, meinte Silbereisen, aber die Bundestrainerin nannte den spielentscheidenden Faktor, nicht nur bei der 27-Jährigen: „Die Japanerinnen haben leider bessere Aufschläge als wir.“ Das musste auch die Kroppacherin zugeben. „Wenn ich in den Ballwechseln drin war, war ich oft überlegen“, sagte Silbereisen. „Aber speziell Linkshänder wie Ishikawa haben sehr unangenehme Aufschläge. Es ist gut, wenn man weiß, woran man arbeiten muss.“ Das war auch Wu Jiaduo (Weltrangliste 18) nach ihrem 0:3 gegen Werbe-Millionärin Ai Fukuhara (11.) bewusst, und sie hatte ein weiteres Problem erkannt: „Für mich war das eine unangenehme Gegnerin mit langen Noppen auf der Rückhand.“

Irene Ivancan (Berlin) blieb gegen die clevere Sayaka Hirano ebenfalls ohne Satzgewinn und nahm kein Blatt vor den Mund. „Ich glaube zwei Nummern“ , antwortete die Abwehrspielerin auf die Frage, ob die Japanerinnen eine Nummer zu groß waren.

„Wir haben uns mehr ausgerechnet“, musste Schöpp zugeben. „Sie waren uns wirklich überlegen, das hat man ganz deutlich gesehen.“ Aber von Ernüchterung wollte die frühere Kroppacherin nichts wissen, Japan sei schließlich der Favorit gewesen. „Das schaffen wir schon“, meinte die Trainerin mit Blick auf das Serbien-Spiel – erst gut eine Stunde später, nach der serbischen Niederlage gegen Spanien, stand der zweite Gruppenplatz vorzeitig fest.

Nachdem FSV-Ass Krisztina Toth und ihre Ungarinnen mit einem 3:0 gegen die USA endlich ihren ersten Sieg gelandet hatten – Toth blieb gegen Judy Hugh ohne Satzverlust – musste zum Abschluss noch ein 3:0-Erfolg gegen Weißrussland her. „Das ist fast unmöglich“, hatte Toth vor der Begegnung gemeint. Doch die Ungarn schafften das Unmögliche und zogen als Gruppendritte hinter China und Rumänien ins Achtelfinale ein.

Westerwälder Zeitung vom Donnerstag, 29. März 2012, Seite 12