Auch Petrissa Solja liebäugelt mit Österreich PDF Drucken E-Mail
Muntere Spekulationen um die Spielerin des FSV-Rivalen

Von unserem Redakteur Marco Rosbach


Saarlouis/Kroppach. Anfeuern, jubeln, feiern: Das waren die Programmpunkte, die die gut 30 Anhänger des Tischtennis-Bundesligisten FSV Kroppach beim Gastspiel des Deutschen Meisters in Berlin gesucht und auch gefunden hatten. Kein Wunder, gab's doch nach dem makellosen 6:0 gegen den SV Böblingen ein nicht minder beachtliches 6:1 beim TTC Eastside Berlin. Die Fanschar der besten Frauen-Mannschaft des Landes hatte nicht nur die Rehabilitierung nach der 2:6-Niederlage in Saarlouis-Fraulautern erlebt, sondern auch reichlich Stoff für Diskussionen und Spekulationen mit in den Reisebus genommen.

Top-Thema in Berlin: Petrissa Solja, eines der größten Talente aus dem Südwesten der Tischtennis-Republik, mit dem auch der FSV Kroppach vor einem Jahr schon einmal (erfolglos) verhandelt hat, soll auf den Spuren ihrer Schwester Amelie wandeln. Diese hat die österreichische Staatsbürgerschaft angenommen, um für das Nationalteam der Alpenrepublik zu spielen. Interessant aus Sicht der Westerwälder: Petrissa Solja, bei den Mädchen im Vorjahr Europameisterin im Doppel und Zweite und Einzel, spielt aktuell beim TTSV Saarlouis-Fraulautern – dem Verfolger Nummer eins des FSV, der die lange Siegesserie der Kroppacher beendet hat.

„Eine Entscheidung steht noch aus“, sagt Soljas Vater Pavel, der aber zugleich bestätigt: „Momentan sieht es so aus, als wäre ein Wechsel nach Linz, wo auch Amelie trainiert und eine Wohnung hat, die beste Lösung.“ Gerüchte besagen, dass Petrissa Solja sogar schon einen Vier-Jahres-Vertrag in Österreich unterschrieben hat. Wenn ihr Vater beschreibt, wie das „Familienunternehmen“ an der sportlichen Karriere der 17-jährigen Tochter arbeitet, klingt Ehrgeiz durch, aber durchaus auch Resignation. Gespräche mit dem Deutschen Tischtennis-Bund soll es zwar noch einmal geben, dass eine Einigung mit den Verantwortlichen möglich ist, scheint aber höchst fraglich zu sein.

„Petrissa macht im Frühjahr ihr Abitur. Danach will sie ihre Chance im Profibereich suchen und gleichzeitig ein Studium aufnehmen, um für die Zukunft nach der Tischtennis-Karriere vorzusorgen“, sagt Pavel Solja. Alles miteinander zu vereinbaren, das sei in Österreich nach derzeitigem Stand der Dinge am ehesten möglich.

Klar ist: Geht Petrissa Solja, die in der Bundesliga-Hinrunde im unteren Paarkreuz eine Einzelbilanz von 6:4 aufzuweisen hatte, tatsächlich nach Österreich, dürfte auch ein über die laufende Saison hinaus gehendes Engagement beim Kroppacher Rivalen TTSV Saarlouis-Fraulautern fraglich sein. „Auch da ist noch keine Entscheidung gefallen“, wiegelt Vater Pavel Solja noch ab.

Während die Konkurrenz im Saarland noch einige Baustellen zu beackern hat, um ein stabiles Team für die neue Saison zu bekommen, können sich die Verantwortlichen in Kroppach fast schon entspannt zurücklehnen. Die Vertragsverhandlungen verlaufen positiv, zwei Abschlüsse („Dudu“ Wu Jiaduo und Kristin Silbereisen) sind unter Dach und Fach. Folgen diesen Erfolgen weitere Siege an der Platte, dann darf weiter ausgelassen gejubelt und gefeiert werden.

Westerwälder Zeitung vom Donnerstag, 2. Februar 2012, Seite 10