Der FSV Kroppach ist wieder in der Spur PDF Drucken E-Mail
Berlin. Der amtierende Deutsche Meister FSV Kroppach ist im Spitzenspiel beim Verfolger ttc berlin eastside nicht zu stoppen. Mit einem souveränen 6:1 wird der ttc förmlich deklassiert, und der Herbstmeister untermauert seine erneuten Titelambitionen mit Nachdruck. 18:2 Punkte beudeuten wieder Platz eins in der Tabelle. Beinahe wäre dem Klub aus dem Westerwald ein 6:0-Kantersieg geglückt, aber Vizeeuropameisterin Irene Ivancan drehte einen 0:2-Satzrückstand gegen Shan Xiao Na. Letztendlich wurden die Berlinerinnen mit diesem Ehrenpunkt vor einer Rekordkulisse von über 300 Zuschauern abgespeist, sodass die Mannschaft um eine herbe Enttäuschung reicher ist.  

Der FSV Kroppach ist wieder in der SpurKrisztina Toth und Shan Xia Na ziehen ihren Gegnerinnen im Doppel schnell den Zahn (Aufnahme: Petra Steyer) 


ttc berlin eastside – FSV Kroppach 1:6

Der ttc bekommt kein Bein an die Erde

Für Georgina Pota/Petra Lovas vom ttc berlin eastside bleiben Shan Xiao Na/Krisztina Toth vom FSV Kroppach einfach eine Nummer zu groß. Bereits in der Hinrunde trafen die vier Spielerinnen im Doppel  in dieser Konstellation aufeinander und erneut scheiterten die Berlinerinnen deutlich mit 0:3. Besonders bitter, da dies erst die zweite Saisonniederlage der beiden Ungarinnen auf Seiten der Bundeshauptstädterinnen bedeutete. Absolut chancenlos blieb das ttc-Abwehrduo Irene Ivancan/Polina Mikhaylova beim 3:11, 8:11 und 6:11 gegen Wu Jiaduo/Kristin Silbereisen, sodass sich die Gastgeberinnen in diesem Spitzenduell genau dem 0:2-Rückstand gegenüber sahen, den sie mit aller Macht verhindern wollten.

Im oberen Paarkreuz entwickelten sich die ersten Einzel eines Topspiels würdig. Wu Jiaduo, die ihren Vertrag beim FSV bereits für die kommende 

Irene Ivancan vom ttc berlin eastside verhindert die Nullnummer (Aufnahme: Ronny Pabst)Irene Ivancan vom ttc berlin eastside verhindert die Nullnummer (Aufnahme: Ronny Pabst)
Saison unterzeichnete, setzte in einem sehenswerten Spiel Pota mit einem 11:7, 8:11, 11:3, 8:11 und 11:8 schachmatt. Die Berlinerin lag zwar 3:1 vorne geriet dann aber zunehmend unter Druck, als Dudu zum 6:4, 8:5 und 10:6 davonzog. Genau anders herum gestaltete sich die Partie von Ivancan, die nach einem 7:11, 5:11 gegen Shan ihren Rhythmus fand und nach einem 11:8, 11:9, 11:9 jubeln durfte. Die Revanche nach der 0:3-Abfuhr im ersten Vergleich war perfekt.

Im unteren Paarkreuz setzte Kroppach nicht wie vermutet Anastasia Voronova ein, sondern die offizielle Nummer vier Toth. Und diese Maßnahme sollte sich bewähren, denn gegen ihre Landsfrau Lovas siegte die Linkshänderin auf Seiten des FSV mit 6:11, 11:7, 11:7 und 11:9. Parallel überrollte Silbereisen die defensiv eingestellte Mikhaylova, die auch über gute Offensivschläge verfügt, mit einem 11:6, 11:4 und 11:6.

Nach der Pause setzte sich das Dilemma beim Gastgeber fort, denn Pota unterlag sang und klanglos mit 6:11, 5:11 und 6:11 gegen Shan.

 

Analyse von Tanja Krämer, Managerin des ttc berlin eastside:

„Nach den Doppeln war ich schon sprachlos, dass wir so gar keine Chance hatten. Bei Gina und Petra fehlt etwas, um besser auszusehen. Shan und Tothi verfügen über unangenehme Aufschläge, und der Return bringt sie gleich gut ins Spiel. Irene spielte gegen Shan zunehmend sicherer und auch aggressiver. Sie ist auch eine Akteurin, die das Publikum puschen kann. In dieser Phase war die Stimmung ausgezeichnet. Gina erlaubte sich gegen Dudu einfach zu viele Rückhandfehler. Sie zog die Bälle über den Tisch, und Dudu war unter dem Strich heute besser. Polina ging nicht hundertprozentig fit in das Match, aber es verlief natürlich zu schnell gegen uns. Bei Petra hatte ich nach dem erfreulichen Auftakt ein gutes Gefühl. In den weiteren Abschnitten hielt sie bis zur Mitte des Satzes mit, doch dann schlossen sich die Rollläden vor ihr. Nach diesem vorentscheidenden 1:5 war die Luft raus.“  

Kommentar von Dennis Leicher, Teammanger des FSV Kroppach:

„Das 0:2 in den Doppeln hat den Berlinerinnen das Genick gebrochen. Sie ließen danach schon die Köpfe hängen, und das haben wir schamlos ausgenutzt. Wir wussten, dass wir eine hundertzehnprozentige Leistung abrufen mussten, das ist uns perfekt gelungen. Alle waren zur Stelle, denn die Niederlage von Shan war überhaupt kein Problem. Sie bewies gegen Pota ihre ganze Klasse. Krisztina sagte bei unserem letzten Telefonat vor dem Match, dass sie auf jeden Fall spielen wolle. Und deshalb kam Anastasia Voronova diesmal nicht zum Einsatz. Immer wenn ein wichtiger Punkt anstand, war Tothi da. Im vierten Durchgang gab sie sogar einen Kantenball für Petra zum 8:9 aus ihrer Sicht gut, den der Schiedsrichter nicht gesehen hatte. Wir feiern nun alle gemeinsam im Bus, denn wir sitzen mit unseren Fans zusammen. Der SWR bringt ab 19 Uhr in der Landesschau einen Ausschnitt, und morgen berichtet der SWR noch einmal in der Sendung Sport im Dritten ab 18 Uhr.“ Bis sich der FSV wieder zu Wort meldet vergeht eine geraume Zeit, denn erst am 5. April, Gründonnerstag vor Ostern, begrüßt der Spitzenreiter den TSV Schwabhausen.

Martina Emmert (www.tischtennis.de)