Perfekt: FSV Kroppach siegt im Eilverfahren PDF Drucken E-Mail
Westerwälderinnen fertigen in der Bundesliga den SV Böblingen mit 6:0 ab

Von unserem Redakteur Marco Rosbach

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Shan Xiaona ließ mit dem FSV Kroppach nichts anbrennen. Jetzt soll dem 6:0-Heimsieg gegen den SV Böblingen vom Freitagabend ein Erfolg bei Eastside Berlin am Sonntagnachmittag folgen. Foto: Jürgen Vohl


Kroppach. Vor Wochenfrist bei der Landessportlerwahl mussten sich die Tischtennis-Spielerinnen des FSV Kroppach mit Rang vier begnügen, wenngleich Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Bertling betont, „dass es für uns eine tolle Sache ist, überhaupt dabei zu sein“. Auf gewohntem Terrain, in der Bundesliga an der Platte, präsentierte sich der Deutsche Meister dann wieder so, wie es seit Jahren Usus ist: Wo Kroppach ist, da ist oben. Am Freitagabend bekam das der SV Böblingen auf schmerzhafte Art und Weise zu spüren. Im Eilverfahren fertigten die Westerwälderinnen ihre Gäste ab und schickten sie um eine 0:6-Erfahrung reicher auf die Heimreise.

Bitter für Böblingen: Krankheitsbedingt musste ausgerechnet Spitzenspielerin Qianhong Gotsch passen – eine Vorlage, die Kroppach sich nicht nehmen ließ. „Diesen Ausfall kann Böblingen nicht kompensieren“, sagte FSV-Teamchef Dennis Leicher. „Dass sie nicht mitspielen konnte, war ein Riesenvorteil für uns.“ Sarah Wagner rückte bei den Gästen ins Team, war aber um ihre Aufgabe, die zweitbeste Spielerin der Hinrunde zu ersetzen, wahrlich nicht zu beneiden. „Für sie war das sicher kein schöner Abend“, bedauerte auch Leicher die Nachrückerin.

Dass es auch Wagners Kolleginnen nicht viel besser ging, hatte einen einfachen Grund: Kroppachs Frauen waren heiß darauf, nach dem vorweihnachtlichen Ausrutscher beim TTSV Saarlouis-Fraulautern (2:6) wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren. „Nach dieser Niederlage und der Pause hat unsere Mannschaft Zähne gezeigt“, brachte es Leicher auf den Punkt. „Wir wissen, dass wir auch mal verlieren können. Aber am Ende wollen wir ganz oben stehen.“

Auf dem Weg dahin erledigte Kroppach die erste Aufgabe des Jahres in gerade einmal einer Stunde und 23 Minuten. Dabei waren schon die Doppel ein eindeutiger Hinweis, wohin die Reise gehen wird. Während „Dudu“ Wu Jiaduo und Kristin Silbereisen gegen Rosalie Stähr und Sarah Wagner kaum gefordert waren, boten Shan Xiaona und Krisztina Toth eine starke Vorstellung gegen Nicole Struse und Xu Yanhua. Letztere war eigentlich voller Selbstbewusstsein in den Westerwald gekommen, nachdem ihr in der Vorwoche zwei Punkte gegen Fraulautern gelungen waren. Im Einzel gegen Kroppachs Shan war sie aber ebenso chancenlos wie die langjährige FSV-Spielerin Struse gegen Wu Jiaduo. „,Dudu' hat genau so gespielt, wie man es gegen Nicole machen muss. Das war perfekt“, lobte Teamchef Leicher, dessen Mannschaft den 118 Zuschauern nicht mal eine Pause gönnte. Silbereisen in Rekordzeit gegen Wagner und Toth gegen Stähr sicherten die Siege fünf und sechs – besser geht's nicht. Von Platz vier bei der Sportlerwahl spricht in Kroppach längst keiner mehr.



FSV Kroppach - SV Böblingen 6:0

Shan/Toth - Struse/Xu 11:4, 11:9, 11:7; Wu/Silbereisen - Stähr/Wagner 11:6, 11:4, 11:3; Shan - Xu 11:4, 11:8, 14:12; Wu - Struse 11:9, 11:4, 11:8; Silbereisen - Wagner 11:1, 11:1, 11:5; Toth - Stähr 11:3, 9:11, 11:5, 12:10.

Westerwälder Zeitung vom Samstag, 21. Januar 2012, Seite 11