Kroppach strebt Rückkehr an die Tabellenspitze an PDF Drucken E-Mail
Heute ist Essen-Holsterhausen beim FSV zu Gast –

Spiele in Schwabhausen und Böblingen folgen am Stress-Wochenende

Von unserem Redakteur Christoph Gerhards



Kroppach. Während mancher gedanklich schon neben dem Weihnachtsbaum sitzt, haben die Tischtennis-Spielerinnen des FSV Kroppach in den nächsten neun Tagen noch die komplette zweite Hälfte der Bundesliga-Hinrunde zu absolvieren. Nachdem sich die Konkurrenz aus Berlin, Saarlouis, Bingen und Böblingen in den vergangenen Wochen gegenseitig die Punkte abgejagt hat, stehen für den amtierenden Meister nun an diesem Wochenende drei Spiele an, bevor am 18. Dezember noch die Begegnung in Saarlouis folgt.

Am heutigen Freitag gibt es um 19.30 Uhr das letzte Heimspiel des Jahres gegen die DJK TuS Essen-Holsterhausen. Am Samstag spielen die Kroppacherinnen um 16 Uhr in der Nähe von Dachau beim Vorjahres-Aufsteiger TSV Schwabhausen. Am Sonntag, 10.30 Uhr, schließt das Gastspiel in Böblingen das stressige Wochenende ab.

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Die langjährige deutsche Nationalspielerin Elke Schall (vormals Wosik) ist am Freitag mit der DJK TuS Essen-Holsterhausen in Kroppach zu Gast. Foto: Jürgen Vohl



Kroppach - Essen-Holsterhausen

Im Vorjahr gewann der FSV beide Spiele mit 6:2, doch waren diese wesentlich enger, als es das bloße Resultat aussagt. Die Gäste aus dem Ruhrpott weisen derzeit 5:5 Punkte auf und stellen in Elke Schall und der jungen Chinesin Shi Qi ein starkes oberes Paarkreuz. „Da muss man höllisch aufpassen und für jeden Ball konsequent arbeiten“, weiß FSV-Teamchef Dennis Leicher, dass die Spiele für „Dudu“ Wu Jiaduo und Shan Xiaona knifflig werden. „Ich schätze Essen ein wenig stärker ein als im Vorjahr“, meint Leicher, der sich wie alle Zuschauer in der Halle überraschen lassen muss, ob die Ex-Kroppacherin Jie Schöpp heute für Essen auflaufen wird. Sollte dies der Fall sein, so bildet sie mit der früheren Jugend-Europameisterin Barbora Balazova aus der Slowakei das zweite Paarkreuz der Gäste. Eine weitere starke Alternative ist auf Essener Seite Yin Na, die nach ihrer Babypause zurück auf dem Weg zu alter Stärke ist. „Sie ist eine unangenehme Gegnerin, ihr Stil ähnelt dem von Shan“, so Leicher. „Da ist es gut, dass wir unsere Spielerinnen, die alle fit und vor Ort sind, im Training noch darauf einstellen können.“

Die heutige Kroppacher Zielsetzung ist klar: Der Meister, der nach vier Spielen „standesgemäße“ 8:0 Punkte aufweist, will mit einem Heimsieg an Berlin (9:3 Zähler) vorbeiziehen, die Tabellenführung zurückerobern und diese bis zum Saisonende nicht mehr abgeben. Ist Rang eins erst einmal wieder erreicht, soll er in den beiden Auswärtsspielen des Wochenendes gefestigt werden.



Schwabhausen - Kroppach

Dennis Leicher geht davon aus, dass bei den Gastgeberinnen aus Bayern die hochschwangere Spitzenspielerin Bao Di nicht dabei sein wird. Somit dürften die junge deutsche Nationalspielerin Sabine Winter und die hochrückende Yang Ting das obere, Kathrin Mühlbach und Agnes Koskei das untere Paarkreuz bilden. Keine Frage, der FSV Kroppach ist wesentlich besser besetzt, doch weist Leicher mit Recht darauf hin, dass Sabine Winter kürzlich in Berlin die Vize-Europameisterin Irene Ivancan mit 11:2, 11:3 und 11:7 nach allen Regeln der Kunst demontiert hat. „Sabine gefällt und imponiert mir, sie will gegen die Guten spielen und gewinnen. Im Vorjahr hat Dudu auch schon fünf Sätze gebraucht, um sie zu bezwingen. Mit Kathrin Mühlbach bildet sie ein gutes Doppel, das schon Deutscher Meister war. Sie wollen die Großen ärgern. Und gegen Abwehrspielerin Yang Ting ist viel Geduld gefragt.“



Böblingen - Kroppach

Quasi auf der Heimfahrt wollen die Kroppacherinnen am Sonntag von 10.30 Uhr an den SV Böblingen zum Brunch verspeisen. Doch angesichts dicker Brocken wird der FSV gut kauen müssen.

Böblingen stellt das routinierteste Quartett der Liga mit den beiden Ex-Kroppacherinnen Nicole Struse und Xu Yanhua. Sie weisen in ihren Doppeln ebenso eine 4:1-Bilanz auf wie Gotsch/Stähr. „Im Vorjahr haben wir beide Spiele gegen Böblingen deutlich gewonnen“, erinnert sich Leicher gerne, aber Dudu hat es gegen Nicole immer schwer, beide kennen sich in- und auswendig. Yanhua spielt gegen uns stets stark. Über Gotsch muss man nach vielen Jahren mit tollen Bilanzen kaum noch reden, und gegen Stähr ist es schwer, in einen Rhythmus zu kommen.“

Westerwälder Zeitung vom Freitag, 9. Dezember 2011, Seite 14