Deutsches Frauenteam strebt Medaille an PDF Drucken E-Mail
Kroppach-Trio rechnet sich gute Chancen bei EM in Danzig aus – Zoltan Fejer-Konnerth rückt für Süß nach

Von unserem Mitarbeiter René Adler


Kroppach/Grenzau. Wu Jiaduo, Kristin Silbereisen und Krisztina Toth von Meister FSV Kroppach wollen nach Medaillen greifen, Grenzaus Zoltan Fejer-Konnerth ist erst mal froh, überhaupt dabei zu sein: Mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen gehen die Tischtennis-Asse aus dem Westerwald ab Samstag bei der Europameisterschaft im polnischen Danzig in die Wettbewerbe.

„Wir wollen versuchen, mit der Mannschaft eine Medaille zu holen“, betont Wu, die Einzel-Europameisterin von 2009, und Silbereisen pflichtet ihr bei: „Ich denke, da gehören wir auch hin.“ Im vergangenen Jahr im tschechischen Ostrava hatte es nicht zu einer Medaille gereicht, nachdem die deutschen Frauen zuvor bei der Weltmeisterschaft in Moskau überraschend Bronze gewonnen hatten.
 
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„Dudu“ Wu Jiaduo vom FSV Kroppach würde bei der EM in Danzig zu gerne ihren Titelgewinn von Stuttgart 2009 wiederholen. Zunächst aber soll eine Medaille mit der deutschen Mannschaft her. Foto: Jürgen Vohl



Von eins bis neun ist alles drin

„Die Wahrheit mit der Mannschaft liegt zwischen Platz eins und neun“, sagt dann auch Bundestrainer Jörg Bitzigeio. „Alles ist möglich, wir streben aber die niedrigen Zahlen an.“ Die Vorrundengegner in der Gruppe B heißen Rumänien (Gruppenkopf), Ukraine und Russland. Bitzigeio warnt davor, sich zu stark auf die Partie gegen die Rumäninnen zu fokussieren: „Dass das Spiel gegen Rumänien das vermeintliche Spitzenspiel ist, sehe ich nicht unbedingt so. Wir werden jedem Gegner mit Respekt gegenübertreten und nicht den Fehler machen, eine Mannschaft auf die leichte Schulter zu nehmen.“

Der gebürtige Andernacher hofft auf eine Signalwirkung durch eine Team-Medaille: „Wir haben in Moskau erlebt, wie schön das ist, als Mannschaft einen großen Erfolg zu haben. Mit einer guten Leistung im Teamwettbewerb kann man auch mit gutem Gefühl in die anderen Wettbewerbe gehen. Wir haben überall gute Karten.“

Dirk Schimmelpfennig betont den Stellenwert der EM ein halbes Jahr vor der Team-WM in Dortmund. „Im Mannschaftswettbewerb ist die Zielstellung klar: eine Medaille gewinnen“, betont der Sportdirektor des Deutschen Tischtennis-Bundes. „In den letzten Jahren war die Mannschaft immer kurz davor und es ist zunehmend knapper geworden. Ich denke, es ist auch an der Zeit, nach den Matchbällen von Ostrava im vergangenen Jahr.“ Taktisch habe das Team durch die Rückkehr von Abwehrspielerin Irene Ivancan in die Nationalmannschaft eine zusätzliche Alternative.

Zwei Jahre nach ihrem Triumph von Stuttgart gehört „Dudu“ Wu Jiaduo im Einzel wieder zum Favoritenkreis, auch wenn sie sich wie gewohnt bedeckt hält: „Die Mannschaft hat erst mal Vorrang, im Einzel will ich von Spiel zu Spiel, von Tag zu Tag denken.“

Kristin Silbereisen „möchte versuchen, eine gute Leistung zu zeigen. Wenn mir das gelingt, kommt das Ergebnis automatisch“. Nach Viertelfinal-Niederlagen in allen drei Wettbewerben im vergangenen Jahr soll nun zumindest eine Medaille her. Chancen gibt es auch im Doppel, meint ihre Bingener Partnerin Zhenqi Barthel: „Im Doppel mit Kristin rechne ich uns auch gute Chancen aus. In Stuttgart 2009 hat es ja auch geklappt.“ Damals gab es Bronze.


Mit Toth ist immer zu rechnen

Auch Kroppachs Ungarin Krisztina Toth muss man wieder in allen Wettbewerben auf der Rechnung haben. Im Teamwettbewerb, mit dem die EM am Wochenende beginnt, hat es ihre Mannschaft mit der Slowakei, Serbien und den starken Polinnen zu tun, die in der Gruppe topgesetzt sind. Gerade die beiden in China geborenen Abwehrspielerinnen des EM-Gastgebers gehören nicht gerade zu den Lieblingsgegnerinnen der Kroppacherin, die sich auch im Doppel mit ihrer Landsfrau Georgina Pota vom Bundesliga-Rivalen Berlin große Chancen auf Edelmetall ausrechnet.

Wie im vergangenen Jahr in Tschechien – damals musste der Saarbrücker Bastian Steger kurzfristig absagen – profitiert Grenzau-Rückkehrer Zoltan Fejer-Konnerth erneut von der Verletzung eines Nationalmannschaftskollegen. „Zolli“ rückt für den Düsseldorfer Christian Süß nach, der nach einer Knie-Operation nicht rechtzeitig wieder fit wurde. Während der Platz von Süß in der favorisierten deutschen Mannschaft von Abwehrspieler Ruwen Filus aus Hanau eingenommen wird, startet Fejer-Konnerth in den Individualwettbewerben für den Einzel-Dritten des Vorjahres.

Westerwälder Zeitung vom Donnerstag, 6. Oktober 2011, Seite 12