Der FSV Kroppach übernimmt die Tabellenführung PDF Drucken E-Mail
Kroppach. Auf einen langen Abend hatten sich Titelverteidiger FSV Kroppach und der ttc berlin eastside eingerichtet, aber nach rund zweieinhalb Stunden Spielzeit hatte der Deutsche Meister die Messe gelesen. Die Gäste wurden geschickt verpackt und verschnürt, und dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung mit einer 2:6-Niederlage im Gepäck relativ zügig wieder auf die Heimreise geschickt.  

FSV Kroppach – ttc berlin eastside 6:2

Der FSV Kroppach übernimmt die TabellenführungShan Xiao Na vom FSV Kroppach bleibt in beiden Einzeln und im Doppel ohne Niederlage

“Shan Xiao Na spielt Extraklasse“

 In der Eröffnungsphase überrollt der FSV Kroppach den ttc berlin eastside. In null Komma nix führten die Gastgeberinnen nach zwei satten 3:0-Doppelsiegen mit 2:0. Kristin Silbereisen/Wu Jiaduo ließen sich von Polina Mikhaylova/Irene Ivancan ebenso wenig in Bedrängnis bringen, wie Shan Xiao Na/Kristzina Toth gegen Georgina Pota/Petra Lovas. „Wir trafen die Doppel nicht so wie wir sie haben wollten, deshalb waren wir selbst über die Souveränität etwas überrascht. Aber dadurch wussten wir unseren Gästen natürlich den Schneid abzukaufen und sie frühzeitig unter Druck zu setzen“, berichtete FSV-Teambetreuer Dennis Leicher. „Die Doppelaufstellung ergab sich ganz nach unseren Vorstellungen, aber für Irene und Polina war es das erste offizielle Spiel. Gegen Kristin und Dudu ein Hammer, außerdem spielten die Beiden auch noch richtig gut“, sagte ttc-Managerin Tanja Hofmann. Danach sei schon klar gewesen, dass es besonders schwer werden würde.

Es dauerte fast eine Stunde ehe die Gäste diesen Schock verdaut hatten und Luft zum atmen fanden. Wu Jiaduo verlor nach einem 11:8, zum 8:11, 8:11 und 0:5 sowie 3:9 gegen Abwehrass Ivancan ihren Rhythmus. Mit einem letztendlich deutlichen 11:4 landete die Neu-Berlinerin einen Triumph im Duell der Nationalspielerinnen. „Ich muss Irene ein Kompliment machen, denn sie spielte super und gewann verdient. Auch über den Angriff markierte sie diverse Punkte“, meinte Leicher. Nach einem 6:11, 7:11 erwachte auch Pota gegen Shan, der sie nach Abwehr von fünf Matchbällen, den dritten Satz zum 16:14 klaute. Völlig konsterniert kam der Chinesin zum 1:11 auch der vierte Durchgang abhanden, doch sie überwand dieses Loch. Mutig begann die Kroppacherin den Entscheidungssatz und baute sich ein 7:4 auf. Die Ungarin rückte ihr zum 9:9-Zwischenstand erneut dicht auf den Pelz. Diesmal behielt die Nummer zwei des FSV die Nerven und wurde für ihr Engagement mit einem 11:9 belohnt. „Shan verlor zwischenzeitlich den Faden, aber sie hat sich im fünften Satz wieder reingebissen. Das war ein ganz wichtiger Punkt für uns. Und ich glaube, dass es auch für Shan selbst wichtig war, mal ein knappes Spiel positiv abzuschließen. Gegen Aya Umemura (Langweid) scheiterte Shan nach einer 2:0-Führung“, erklärte der Teambetreuer erfreut.

Mit der namentlichen Nennung der Einzelaufstellung sorgte der Klub aus dem Westerwald für eine Überraschung, denn nicht Toth spielte auf Position vier, sondern wie schon gegen den TTC Langweid die Russin Anastasia Voronova. Kristin Silbereisen zeigte sich parallel  im ersten Abschnitt von einem 7:10 gegen die Russin auf Seiten des ttc, Polina Mikhaylova, wenig beeindruckt und punktete zum 12:10. Während Mikhaylova im zweiten Satz erst einmal einbrach, holte sich Voronova nach einem 9:11, den zweiten Durchgang glatt mit 11:4 gegen die favorisierte Lovas. Auch Satz drei lief gut, allerdings ergaben sich bange Momente für die Russin auf Seiten des FSV, als Lovas nach einem 8:10 und 10:11 jedes Mal den Ausgleich packte. Das 13:11 brachte noch nicht die erhoffte Sicherheit für Voronova, denn über ein 6:1 glich die Bundeshauptstädterin mit einem 11:6 zum 2:2 aus. Silbereisen durfte sich inzwischen nach einem 14:12 zum 4:1-Zwischenstand zufrieden zurückziehen. Wie schon zum Auftakt wehrte die Deutsche Meisterin von 2010 vier Satzbälle ihrer Gegnerin ab. Mit einem 11:7 verhinderte dafür Lovas den wohl vorentscheidenden K.o. der Berlinerinnen vor der Pause. „Tothi und Petra kennen sich aus den unzähligen Ungarn-Duellen sehr gut. Die Chance wäre 50:50 gewesen, da wollten wir mit Anastasia mal einen anderen Akzent setzen. Unsere Rechnung wäre beinahe aufgegangen. Wer gegen uns, in diesem Fall Kristin,  gewinnen will, der muss bis zum letzten Ball kämpfen und nicht vorher aufhören“, analysierte Leicher.

Inzwischen hatte sich die Begegnung längst zu einem Spitzenspiel entwickelt, sodass sich die 140 Zuschauer auf eine spannende Fortsetzung freuen durften. Und auch dort ließen die Gäste ihre Chancen phasenweise ungenutzt. Wu Jiaduo lief im ersten Satz gegen Pota kontinuierlich hinterher, nach dem 8:8-Gleichstand angelte sich die Nummer 14 der Weltrangliste zum 12:10 den Satz. Im Zweiten lag Dudu 7:10 hinten und gewann 16:14. Im dritten Durchgang schien Pota aufzustecken, doch nach einem 1:4 meldete sie sich zum 9:8 zurück. Da inzwischen Shan Xia Na ein klares 11:5, 11:4 und 11:6 gegen Ivancan den Fans zelebriert hatte, lag die gesamte Last auf den Schultern der Ungarin die Niederlage noch abzuwenden. Diesem Druck hielt sie nicht mehr Stand, sodass die Europameisterin von 2009 mit einem 11:9 den Sieg unter Dach und Fach brachte. „Irene liegt Shan einfach, aber das war heute schon Extraklasse von ihr. Dudu verfügte am Ende über etwas Glück, aber in den ersten beiden Sätzen behielt sie am Schluss einen kühlen Kopf und präsentierte sich stärker als Georgina“, sagte der Teambetreuer. Es werde auch in dieser Saison nicht einfacher gegen Kroppach zu gewinnen.

„Die Niederlage sieht unglaublich deutlich aus, aber die Einzel habe ich als ausgeglichen empfunden. Gina scheitert zweimal knapp, vor allem gegen Wu Jiaduo mit Pech. Etwas mehr hätte für uns herauskommen können. Die wichtige Partie folgt für uns aber am Sonntag gegen Bingen. Ein Dämpfer vor solch einer Begegnung muss nicht schlecht sein“, resümierte Krämer.  

Martina Emmert (www.tischtennis.de)