„Dudu“ feiert größten Erfolg ihrer Karriere PDF Drucken E-Mail
Finale des Turniers in Guangzhou erreicht - Weltranglistenpunkte und gutes Preisgeld sind der Lohn
Von unserem Mitarbeiter René Adler


„Dudu“ Wu Jiaduo erreichte überraschend das Finale des topbesetzten Turniers um den „Volkswagen-Cup“ in Guangzhou in China. Heute und morgen will sie mit dem FSV Kroppach den vierten deutschen Meistertitel in Folge gewinnen – mit Siegen über Tostedt und Holsterhausen. Foto: Jürgen Vohl
   
Guangzhou. Die Vorbereitung auf das Wochenende, an dem der FSV Kroppach vorzeitig seinen vierten Meistertitel in Folge holen möchte, hätte für Wu Jiaduo nicht besser laufen können. Die 33-Jährige spielte sich beim hochkarätig besetzten „Volkswagen-Cup“ in China bis ins Finale. Trotz der 1:4-Niederlage gegen die Chinesin Li Xiaoxia ist dies für die Europameisterin von 2009 auf Weltebene der größte Erfolg ihrer Karriere, der höher zu bewerten ist als ihre Finalteilnahme bei den German Open 2008. „Ich freue mich sehr darüber“, sagte 'Dudu'. „Das gibt mir Selbstvertrauen für die Bundesliga.“

Dabei hatte in Guangzhou alles für ein erneutes Aus gesprochen: Bei der dritten Auflage des Turniers musste Wu zum dritten Mal gegen Kim Kyung Ah spielen, gegen die sie in den beiden vorherigen Vergleichen verloren hatte, im vergangenen Dezember in Braunschweig hatte sie sogar eine 0:4-Packung kassiert. Und bei einem 1:3-Satzrückstand war sie erneut klar auf der Verliererstraße. „Da habe ich mir einfach nur gesagt, dass ich geduldig sein muss“, beschrieb sie die Taktik, die gegen die weltbeste Abwehrspielerin aus Südkorea zur Wende führte. „Gegen Kim Kyung Ah ist es schwer für mich zu dominieren. Deshalb musste ich extrem geduldig sein. Mit dem Sieg habe ich nicht gerechnet“, gestand Wu, die den Schwung mit ins Halbfinale gegen Europas Nummer eins nahm. Gegen die Niederländerin Li Jiao hatte sie bisher alle drei Vergleiche gewonnen, und nach einem 1:2-Satzrückstand war die deutsche Nummer eins die klar bessere Spielerin.

Damit waren die deutsch-chinesischen Endspiele perfekt, denn auch der Weltranglistenerste Timo Boll (Düsseldorf) hatte das Finale erreicht, das er gegen Weltmeister Wang Hao mit 2:4 verlor. Wu begann im Endspiel gegen Li Xiaoxia stark, gewann den ersten Satz (12:10) und hatte auch im dritten (9:11) ihre Chancen. Nachdem sie diese nicht genutzt hatte, wurde die Weltranglistenzweite immer sicherer.

Die Siege über die Nummern 7 (Kim) und 13 (Li) der Weltrangliste bescheren der Kroppacherin wertvolle Zusatzpunkte für die Weltrangliste. Die derzeitige Nummer 16 wird sich im April-Ranking nach vorne schieben und zumindest an den Top Ten „kratzen“. Bisher war die Position elf die beste ihrer Karriere.

Aber auch der nächste Urlaub oder die eine oder andere Anschaffung sind gesichert: 25 000 US-Dollar (17 675 Euro) bedeuten für „Dudu“ auch das höchste Preisgeld ihrer Karriere.

 
Westerwälder Zeitung vom Freitag, 25. März 2011, Seite 15
 
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 25. März 2011 um 07:31 Uhr