Herbstmeister FSV Kroppach baut Vorsprung aus PDF Drucken E-Mail

Mit einer meisterlichen Vorstellung hat sich der FSV Kroppach beim gastgebenden ttc berlin eastside und dem 6:2 im Spitzenspiel von der Hinrunde verabschiedet. Ein Plus an vier Punkten  und ein starkes Spielverhältnis machen es der Konkurrenz in der Rückrunde verdammt schwer. Nach fünf Siegen in Folge brach Berlin ein und büßte in den letzten drei Partien die entscheidenden Zähler ein, die sogar ein Abrutschen auf den dritten Tabellenplatz zur Folge hatten. Lachender Dritter ist der BFV Hassia Bingen, dessen Freude über Rang zwei zur Saisonhälfte kaum in Worte zu fassen ist. Ein 6:1 beim Schlusslicht TTK Anröchte machte diesen Erfolg möglich.



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Hat gut Lachen, Wu Jiaduo vom souveränen Herbstmeister FSV Kroppach gibt noch einmal eine Galavorstellung
   
ttc berlin eastside – FSV Kroppach: 2:6

 

Frankfurt/Main. Der FSV Kroppach verdiente sich die Lorbeeren der Herbstmeisterschaft schon mit dem 6:2 gegen den TTK Anröchte. Schon zu dieser Zeit war klar, dass das Management an der Leistung von Spitzenspielerin Shan Xiao Na nicht zweifelte. Die Befürchtungen von Tanja Hofmann, Managerin des ttc berlin eastside, dass die Gäste im Gipfeltreffen Sun Bei Bei aus dem Ärmel schüttelten, bestätigte sich deshalb nicht.

Das Feuerwerk, dass die Gäste aus dem Westerwald dann in der Eröffnungsphase versprühten, war wohl das Beste, was der Tabellenführer in der Hinrunde bislang gezeigt hatte. Bis zum 4:0 wurden die Berlinerinnen förmlich überrollt. Unter anderem verpasste das ttc-Doppel Hofmann/Georgina Pota nach einem 11:8, 4:11 gegen Shan Xiao Na/Krisztina Toth nach einem 10:7 zum 12:14 den Anschluss. Das 5:11 stellte die logische Konsequenz der ausgelassenen Möglichkeit dar. Keine Probleme ergaben sich für Wu Jiaduo/Kristin Silbereisen, die Song Ah Sim/Andrea Bakula 3:0 besiegten. Einen wichtigen Punkt markierte dann bereits Wu Jiaduo mit einem deutlichen 11:5 im fünften Satz gegen Song, und Shan Xiao Na erhöhte gegen Pota mit 3:1. Dabei sollte sich Satz eins aus Sicht der Ungarin schon entscheidend auswirken, denn nach einem 8:6 ergab sich ein 11:13.

Mühselig erholte sich der ttc, der sich mit Petra Lovas und Hofmann zur Gegenwehr anschickte. Hofmann erhielt von Trainerin Irina Palina den Vorzug gegenüber Andrea Bakula im Einzel, die zuletzt in Tostedt patzte. Im ungarischen Vergleich legte Lovas ein 2:1 in den Sätzen vor, doch Toth glich nach einem 4:1, 7:9 und 9:10 mit 13:11 aus. Bis zum 7:7 im Entscheidungssatz schaffte keine Partei sich abzusetzen, dies glückte dann der Kroppacherin, die mit 11:8 das 5:0 markierte. Das Debakel zu verhindern wusste Hofmann. Nach einem 11:6 und 11:7 in Satz zwei und drei trauerte sie sicherlich erst einmal Durchgang eins nach, den sie gegen Silbereisen nach einem 5:2, 5:7 und 9:9 zum 10:12 verlor. Im vierten Satz deutete ein 4:7 aus Sicht der Berlinerin endgültig die Wende an, und beim 9:10 wehrte die Deutsche Meisterin von 2008 gegen die aktuelle Meisterin einen Satzball ab, punktete aber selbst zum 13:11.

Den dünnen Strohhalm ergriffen die Berlinerinnen nach der Pause, denn Song Ah Sim verkürzte im Spitzeneinzel gegen Shan Xiao Na mit einem 3:0. Parallel bahnte sich aber eine Revanche bei Wu Jiaduo gegen Pota an. Den letzten Vergleich hatte die Ungarin bei der Europameisterschaft zu ihren Gunsten abgeschlossen. Ein 11:7, 8:11, 11:6 und 6:3 sprach für Dudu und die Krönung der Hinrunde. Pota trotzte ihrer Gegnerin aber erst noch einmal ein 7:7 ab, doch diese kritische Phase meisterte die Kroppacherin zum 11:9 bravourös. Damit verschaffte sich der amtierende Deutsche Meister mit 16:0 Punkten gegenüber 12:4 Zählern beim BFV Hassia Bingen und 11:5 Zählern beim ttc berlin eastside schon einen immensen Vorsprung.

„Unsere Mannschaft verfügte über die nötige Spannung, der absolute Siegeswille war vom ersten Ballwechsel an zu spüren. Was Dudu und Kristin im Doppel schon ausgepackten, war bärenstark. Für Song und Andrea bedeutete dies die erste Niederlage nach sieben Siegen. Dudu zeigte dann gegen Song Extraklasse, denn seit vier oder fünf Jahren gewann sie das erste Mal wieder. Sie präsentierte sich stabil und legte gegenüber der Partie gegen Anröchte noch eine Schippe drauf“, zeigte sich FSV-Teambetreuer Dennis Leicher begeistert. Deshalb sei die Nummer zwei auch mit viel Selbstvertrauen gegen Pota angetreten. „Mein liebstes „Kampfschwein“ ist Krisztina, die sich schon einem Matchball gegen Lovas gegenüber sah. Sie schlug sich in dieser Phase auch noch den Schläger genau gegen das Knie, aber sie biss sich im fünften Satz durch. Tanja Hofmann spielte gut, zeigte sich gegen Kristin aktiver und war die bessere Spielerin, so dass wir an dem 6:0 knapp gehindert wurden“, berichtete Leicher mehr als zufrieden.

Dass beim FSV aber auch etwas schief laufen kann, beweist die Panne mit dem Bus. „Er springt einfach nicht an. Wir organisierten inzwischen ein Ersatzfahrzeug, mit dem wir erst einmal starten. Inzwischen kommt uns von zu Hause jemand entgegen, so dass wir auf halber Strecke hoffentlich umsteigen können“, erklärte der Teambetreuer.  


Martina Emmert (www.tischtennis.de)

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 12. Dezember 2010 um 19:07 Uhr