Kroppach-Express nonstop zur Herbstmeisterschaft PDF Drucken E-Mail

Damit sich dieses erste Etappenziel für den FSV Kroppach eingestellt hat, musste der dreimalige Deutsche Meister in Folge, eine ganze Menge Kohlen verheizen. Schlusslicht TTK Anröchte brachte die Gastgeberinnen dazu alle Register zu ziehen und machte ein echtes Spitzenspiel daraus. Das 6:2 zu Gunsten des FSV ließ schließlich nicht mehr erkennen, wie eng der Spielverlauf drei Stunden lang vor 125 Zuschauern war.


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Der FSV Kroppach befindet sich in meisterlicher Stimmung
 
FSV Kroppach – TTK Anröchte: 6:2

 

Kroppach. Für den FSV Kroppach entwickelte sich die Partie gegen Aufsteiger TTK Anröchte von Beginn an schwieriger als erhofft. Das lag sicher nicht daran, dass das Schlusslicht der Tabelle unterschätzt wurde, sondern weil die Gäste ohne Erwartungshaltung locker, flockig agierten. Mit einem knappen Arbeitssieg, der zu 14: 0 Punkten führte, präsentierte sich der erfolgreiche Klub aus dem Westerwald aber letztendlich in guter Form und durfte sich über die Herbstmeisterschaft vor dem eigentlichen Gipfeltreffen am Sonntag beim ttc berlin eastside freuen.

In den Doppeln holten sich Wu Jiaduo/Kristin Silbereisen gegen An Konishi/Linda Creemers sicher den Erfolg, und auch Shan Xiao Na/Krisztina Toth glänzten mit einem 11:3 im fünften Satz. Sie benötigten allerdings gegen Xue Han Vukelja/Aimei Wang ein 6:11, 11:13, um hellwach zu werden.

Im Duell der Penholder-Spielerinnen Shan und Vukelja drehte Shan im ersten Durchgang ein 1:6 zum 12:10. Die Kroatin auf Seiten des TTK überflügelte ihre chinesische Gegnerin nach einem 11:9 zum 11:7. Hier war Vukelja nach einem 6:2 auf der Hut. Das 7:11 schloss sich an, so dass das Match für beide Seiten bei null fortgesetzt wurde. Die Nummer eins des FSV geriet gleich ins Hintertreffen, und den Zwei-Punkte-Rückstand wusste Shan nicht mehr zu egalisieren. Mit einem hauchdünnen 11:9 fuhr Vukelja den ersten Gegenpunkt ein.

Für Europameisterin Wu Jiaduo verlief das Match gegen An Konishi zum 8:11 und 12:14, nach einer 9:5-Führung aus ihrer Sicht erst einmal in die falsche Richtung. Beim 11:4 und 11:7 zum 2:2-Ausgleich besann sich Dudu ihrer spielerischen Möglichkeiten. Von dieser Linie wich sie auch im fünften Satz bis zum 9:4 nicht mehr ab, ehe die Japanerin doch noch einmal ein paar gute Bälle zum 7:10 aus ihrer Perspektive platzierte. Die Auszeit zahlte sich für die 33-jährige Kroppacherin aus. Zum 11:7 nutze sie endlich ihren dritten Matchball.

Im unteren Paarkreuz nahm die Dramatik weiter zu, denn Creemers und Wang boten ebenfalls hartnäckigen Widerstand. Die Deutsche Meisterin Silbereisen sah sich nach einem 11:9 gegen die niederländische Mannschaftseuropameisterin einem 9:11 und 6:10 gegenüber. Beim 10:9 benötigte Creemers ein Time-out, von dem sich Silbereisen bei ihrer Aufholjagd nicht irritieren ließ. Ihren zweiten Satzball schloss sie zum 13:11 positiv ab. Diese 2:1-Satzführung sollte sich als wichtig herausstellen, denn am Nebentisch kam die Linkshänderin Toth gegen die Abwehrspielerin Wang zum 9:11, 6:11 auf keinen grünen Zweig. Noch während sich Silbereiesen mit einem 11:6 den 4:1-Zwischenstand gesichert hatte, trotze Toth nach einem 3:6 ihrer Gegnerin ein 13:11 ab. Abwechslungsreich gestaltete sich auch Durchgang vier, denn aus einem 1:4 machte die Ungarin ein 9:6 und 10:9. Mit guten Nerven wartete Toth beim 10:10-Ausgleich auf, denn zum 12:10 behielt sie die Übersicht. Im fünften Abschnitt setzte sich der Krimi fort, denn nach einem 4:1, diesmal für die Kroppacherin, ließ Wang ein 7:6 folgen, die sich dann Punkt für Punkt nach vorne kämpfte. Mit einem 11:6 zum 2:4 zur Halbzeit schaffte sie gegen die Nummer 40 der Weltrangliste eine Überraschung. Ärgerlich für Toth, die nach sieben Siegen auch noch ihre weiße Weste einbüßte.

Die hochklassigen Partien nahmen auch nach der Pause kein Ende. Shan legte sich gegen An Konishi das Fundament mit einem 13:11 und 11:7. Im ersten Durchgang sprach noch ein 6:8 gegen die Chinesin.

Wu Jiaduo  brach die Gegenwehr von Vukelja erst nach einem 12:10, 12:10. Im ersten Satz lag die Kroppacherin 4:7 zurück und im Zweiten 5:9. Zum 8:1 und 11:6 hatte sie endlich leichtes Spiel, und auch Shan überzeugte mit einem 11:7 zum 6:2-Endstand.

„Das war für uns das erwartet schwere Spiel. Der TTK Anröchte zeigte sein wahres Gesicht. Nach einem 0:2 im Doppel, einem 0:2 von Dudu sowie der Niederlage von Krisztina hätte das Spiel auch anders ausgehen können. Doch wir sind mit der Drucksituation fertig geworden, und die Qualität, die die Spielerinnen dabei gebracht haben, war beeindruckend. Wir wollten die zwei Punkte und das haben wir geschafft. Krisztina ist kein Vorwurf zu machen, sie kämpfte wie ein Stier. Im Entscheidungssatz brach ihr ein Kantenball das Genick. Anstatt 7:7 stand es 6:8. Dudu lobe ich gern, denn sie war an drei Punkten beteiligt. Mit zunehmender Spieldauer hatte sie gegen Vukelja den Dreh raus und nutzte ihn konsequent aus. Dann stellte sich bei der Kroatin Resignation ein. Wir sind zufrieden und freuen uns nun auf Berlin“, analysierte FSV-Teambetreuer Dennis Leicher.

Zufriedenheit ließ auch TTK-Manager Manfred Vogel erkennen: „Wir waren von einem Punktgewinn gar nicht so weit entfernt. Die Mannschaft zeigte das erste Mal was sie kann. Eine Steigerung war vor allem bei An Konishi zu sehen, die gegen Wu Jiaduo den Sieg schon fast in der Tasche hatte. Im vierten Satz verschoss sie beim 7:7 einen Elfmeter, dann folgte ein Kantenball zum 7:9. Schade, aber sie ist auf einem guten Weg. Auch Linda zeigte eine gute Vorstellung gegen Silbereisen. Sie ließ ein 10:6 im dritten Satz liegen. Die Siege von Aimei und Xue Han aller ehrenwert, einfach klasse.“     

Martina Emmert (www.tischtennis.de)
 
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 11. Dezember 2010 um 23:04 Uhr