DJK TuS Essen-Holsterhausen verkauft sich teuer PDF Drucken E-Mail

Mit einem 6:2-Sieg gegen die DJK TuS Essen-Holsterhausen festigt der FSV Kroppach die Tabellenführung. Doch so eindeutig gestaltete sich der Spielverlauf nicht, die Gäste setzten den Spitzenreiter gleich mehrfach unter Druck. Von den vier Partien, die im fünften Satz endeten, holte sich der amtierende Deutsche Meister drei Punkte.  

 

FSV Kroppach – DJK TuS Essen-Holsterhausen 6:2

 

Die DJK TuS Essen-Holsterhausen bekommt nach der Niederlage beim FSV Kroppach den Stempel - Meister der verpassten Chancen aufgedrückt.

Bezeichnend für diese Misere in dieser Saison entwickelte sich beim Tabellensiebten das Doppel von Shi Qi/Marta Golota nach einer 2:0-Satzführung gegen Wu Jiaduo/Kristin Silbereisen. Im dritten Satz bahnte sich die Wende nach einem 4:3 zum 4:11 an. Mit aller Kraft stemmte sich das Gästeduo dagegen, doch zwei nicht genutzte Matchbälle im vierten Durchgang wurden mit einem 14:16 bestraft. Die Hoffnungen auf das 1:1 zerplatzten wie eine Seifenblase. Mit einem souveränen 11:5 markierten Wu Jiaduo/Kristin Silbereisen das 2:0, denn Shan Xiao Na/Krisztina Toth freuten sich wesentlich früher. Sie siegten sicher mit 3:0 gegen Elke Schall/Kelly Sibley.

Den Frust musste sich anscheinend Shi Qi gegen Shan Xiao Na anschließend von der Seele spielen, die mit einem 11:5, 11:3 ihre Gegnerin überrollte. Die Kroppacherin startete in den dritten Satz wie verwandelt und glich mit einem 11:2, 11:8 aus. Im vierten Abschnitt hatte Shi Qi mit 4:3 die Nase noch vorn. Im Entscheidungssatz ging die Essenerin 5:2 und 10:9 in Führung, wehrte selbst zwei Matchbällle ab und punktete zum 14:12.    

Eine Glanzvorstellung gab die ehemalige Europameisterin Wu Jiaduo am Nebentisch gegen ihre Nationalmannschaftskollegin Elke Schall, die sie beim 11:8, 11:5 und 11:7 nach Belieben zum 3:1 dominierte.

Die 22-jährige Kelly Sibley, die ihre erste Bundesliga-Saison absolviert, räumte dann auf Seiten der Gäste der Deutschen Meisterin Kristin Silbereisen wenig Respekt ein und brachte sie sogar an den Rand einer Niederlage. In einer heiß umkämpften Partie lief Silbereisen nach einem 11:8, 10:12 im dritten Satz einem Rückstand hinterher, den sie zum 12:10 umbog. Im vierten Durchgang wehrte sie fünf Satzbälle ab, ehe ein hauchdünnes 10:12 diesmal gegen sie sprach. Die spannende Fortsetzung folgte auf dem Fuße. Aus einem 1:3 machte die FSV-Akteurin ein 7:5 und 10:6 im fünften Satz. Diesmal vereitelte die Engländerin drei Matchbälle und rückte zum 9:10 aus ihrer Sicht näher. Mit viel Erfahrung meisterte Silbereisen diese kritische Phase zum 11:9.

Für das mehr als deutliche 5:1 sorgte die Linkshänderin Toth mit einem 11:0, 11:4 und 11:9 gegen Golota. Die 22-Jährige wartet auch im sechsten Einzel für ihren neuen Klub darauf, dass der Knoten endlich platzt. Den Anforderungen gegen die Nummer 32 der Weltrangliste war die junge Polin nicht gewachsen.

 Nach der Pause sahen die gut 100 Zuschauer noch einmal Tischtennis vom Feinsten, denn die Spitzeneinzel verliefen ausgeglichen. Elke Schall landete schließlich mit einem 3:1 gegen ihre ehemalige Teamkollegin beim TV Busenbach Shan Xiao Na den zweiten Gegenpunkt für die DJK. Zuvor hatte allerdings Wu Jiaduo den Sieg schon unter Dach und gebracht, so dass die Niederlage von Shan kein Beinbruch bedeutete. Shi Qi ließ zur 2:1-Satzführung ihr Können gegen Dudu aufblitzen, wurde von ihr aber mit einem 11:3 und 11:9 nach einem 2:6-Rückstand noch abgefangen.

„Letztendlich sind wir ganz zufrieden, dass dieses Spiel nicht zur Riesenschlappe geworden ist. Im Doppel hätten wir den Punkt kassieren müssen, und im Einzel hätte ein weiterer folgen können, aber irgendwie klebt uns das Pech am Schläger. Sehr erfreulich ist der Aufwärtstrend bei Kelly und Shi Qi. Nach der Führung gegen Wu Jiaduo gingen bei Shi Qi zwei, drei Bälle von der Netzkante knapp über den Tisch. Diese Phase war entscheidend, schmälert aber nicht ihre gute Leistung. Leider fällt Marta immer noch deutlich ab. Bei uns ist es vielleicht wie bei Schalke im Fußball, dass sich die Mannschaft erst finden muss“, resümierte DJK-Manager Hans-Willi Frohn.

„Ich hatte im Vorfeld schon gewarnt, und tatsächlich, von einem 6:0 bis 5:5 war alles möglich. Im Doppel waren Dudu und Kristin anfangs nicht bei der Sache. Zum Glück kapierten sie noch rechtzeitig, dass sie mal mit dem Tischtennisspielen anfangen sollten. Nach dem vierten Satz kam der Bruch bei den Gästen. Shan kämpfte sich gegen Shi Qi nach dem 0:2 hervorragend zurück, und ihre beiden Matchbälle wehrte Shi Qi mit einem Netz- und Kantenball ab. Auch beim 1:3 gegen Elke gab Shan alles. Dann sind auch Niederlagen ohne Kritik in Ordnung. Im Doppel ist sie immens wichtig für uns, und wir sind froh, dass wir sie dabei haben. Sehr souverän agierte Dudu gegen Elke. Ihr Kopf war frisch, sie spielte nicht zu gierig und wartete auf ihre Chance. Sie gab auch Elke mal die Zeit Fehler zu machen. Kristin war ein wenig kaputt, weil sie bei der Bundeswehr einen Lehrgang absolvierte“, berichtete FSV-Teambetreuer Dennis Leicher.

 
Martina Emmert (www.tischtennis.de)