Der MTV Tostedt überrascht mit klarem Sieg PDF Drucken E-Mail

Mit einem in der Höhe von beiden Seiten nicht erwarteten 6:2-Erfolg startet der MTV Tostedt gegen die DJK TuS Essen-Holsterhausen. Ein 2:0-Auftakt nach Maß in den Doppeln beflügelte die Mannschaft, die in Spitzenspielerin Han Ying und Svenja Obst die besten Einzelakteurinnen besaß. Mit einem 6:3 setzte der FSV Kroppach vor rund 250 Zuschauern Gastgeber BFV Hassia Bingen schachmatt.

 

BFV Hassia Bingen – FSV Kroppach

 

Turbulent begann die Partie zwischen dem BFV Hassia Bingen und dem FSV Kroppach in den Doppeln. Sowohl Ding Yaping/Laura Robertson, als auch Zhenqi Barthel/Dana Hadacova gewannen den ersten Satz für Bingen. Danach kamen Letztere gegen Wu Jiaduo/Kristin Silbereisen mit einem 1:1, 1:11 erst einmal unter die Räder, um sich mit einem 11:6 zurück zu melden.  Mit einem 11:4 stellten die Zwei den Verlauf dann doch ein wenig auf den Kopf. Shan Xiao Na/Krisztina Toth steigerten sich im zweiten Satz, daraus resultierte ein 11:7, und den dritten Satzball nutzten sie auch zu einem 13:11 und abschließenden 11:9.  

Abwehrass Ding Yaping bekam im ersten Einzel gegen die amtierende Europameisterin Wu Jiaduo beim 5:11, 6:11 und 0:5 überhaupt kein Bein an die Erde. Nach einem Time-out startete Ding Yaping noch einmal eine Aufholjagd, wehrte drei Matchbälle ab und punktete selbst zum 12:10. Dudu ließ sich nicht beirren und krönte ihre starke Vorstellung mit einem 11:4.

Parallel verpasste Zhenqi Barthel gegen Shan Xiao Na mit einem 15:17 den Satzausgleich. Dabei führte der Neuzugang des BFV bereits 9:6 und dreimal in der Verlängerung. Auch im dritten Satz reichte Barthel ein 10:8 und 11:10 nicht, Shan erkämpfte sich mit einem 14:12 den Sieg und das 3:1.

Im unteren Paarkreuz wehte dem Deutschen Meister dann wesentlich mehr Wind entgegen, als tags zuvor gegen den TTSV Saarlouis-Fraulautern. Die zweite Neuverpflichtung der Binger Laura Robertson drängte Krisztina Toth in den fünften Satz. Dort marschierte die Ungarin dann aber Punkt für Punkt zum 11:4.

Das Match zwischen Dana Hadacova und Kristin Silbereisen war an Dramatik kaum zu überbieten. Nach einem 16:18, 9:11 trotzte die Tschechin Silbereisen mit einem 17:15 den dritten Satz ab, um dann zum 1:6 den Anschluss zu verlieren. Letztendlich behauptete sich die 25-jährige Kroppacherin mit 11:6 zum vorentscheidenden 5:1-Zwischenstand.

Nach der Pause verbuchte Ding Yaping sicher den erhofften Punkt gegen Shan Xiao Na, und Zhenqi Barthel versuchte gegen Wu Jiaduo mit einem 12:10, 9:11, 11:9 die Niederlage noch zu vertagen. Die 23-jährige Bingerin baute sich ein 6:4, 8:6 und 10:8 auf. Barthel wuchs über sich hinaus und erkämpfte mit einem 11:9 den insgesamt dritten Gegenpunkt. Danach rückte das Duell der beiden ehemaligen Mannschaftskameradinnen des TV Busenbach, Laura Robertson und Kristin Silbereisen verschärft in den Mittelpunkt, und auch Krisztina Toth musste gegen Dana Hadacova noch beginnen. Die Spannung stieg noch einmal, doch dann erspielte sich Silbereisen nach einem 7:11, 11:7, 11:6 drei Matchbälle und den Zweiten nutzte sie zum 11:8. Genau zu diesem Zeitpunkt landete Hadacova ein 3:0 gegen Toth, was allerdings nicht mehr in die Wertung kam, und der FSV mit einem blauen Auge davon.

 „Viele Sätze waren eng und ausgeglichen. Laura fehlte gegen Krisztina Toth, die häufig in die Ballonabwehr ging, am Ende die Kraft. Sie führte im vierten Satz die ganze Zeit, als ein Netzroller von Toth sie aus dem Rhythmus brachte.  Zhenqi hat ein Riesenspiel gegen Wu Jiaduo gemacht. Sie wurde auch entsprechend vom Publikum unterstützt, so dass wir ganz dicht an ein 5:5 heran rückten. Dem schnellen Konterspiel von Laura setzte Kristin Silbereisen viel Ruhe entgegen, so dass sich die Fehler auf unserer Seite häuften. Dana zeigte gegen Krisztina Toth eine clevere Vorstellung. Es hat nicht ganz gereicht, um für einen Knaller zu sorgen, aber wir sind zufrieden“, resümierte BFV-Abteilungsleiter Joachim Lautebach.

 „Wir waren uns nach dem 5:1 auf keinen Fall zu sicher, ahnten, dass die Partie noch nicht vorbei war. Dudu hat gegen Ding Yaping viel Kraft gelassen. Sie spielte perfekt, gab ein Paradebeispiel dafür ab, wie man mit einem Noppenbelag gegen Abwehr agiert. Es war ziemlich beeindruckend wie sie nach dem Satzverlust im vierten Durchgang weiterspielte als wäre nichts gewesen. Mit vier Einzelsiegen an diesem Wochenende wusste auch Kristin einen optimalen Start hinzulegen. Genauso wichtig war uns, dass sich erneut die komplette Mannschaft am Erfolg beteiligte. Wir haben zwei schwere Spiele gemeistert, denn nichts ist so einfach wie gegen uns anzutreten. Alle können locker aufspielen und der Favorit bekommt dann schon mal Nervenflattern. Diese Phase haben wir gemeinsam gut überstanden“, berichtete FSV-Teambetreuer Dennis Leicher erfreut.

 

MTV Tostedt – DJK TuS Essen-Holsterhausen 6:2:

 

Für den MTV Tostedt bewahrheitete sich gegen die DJK TuS Essen-Holsterhausen die Prognose von Trainer Jimmie Langham im Vorfeld: „Wir haben zwei gute Doppel.“  Ein wesentlicher Faktor, dass die MTV-Duos bereits eingespielt waren, sollte sich auszahlen. Die neu zusammen gewürfelte Mannschaft der Gäste benötigt anscheinend erst eine gewisse Anlaufzeit. Elke Schall/Shi Qi  betätigten sich im ersten Satz gegen Han Ying/Irene Ivancan als Abwehrkiller, doch die drei folgenden vereinnahmten die Niedersachsen deutlich mit 11:3, 11:3 und 11:7. Auf des Messers Schneide stand die Partie zwischen Nadine Bollmeier/Svenja Obst und Marta Golota/Kelly Sibley. Nach einem 0:2 schafften die Essenerinnen den Satzausgleich. Die Hoffnung das drohende 0:2 zu vermieden stieg, aber mit einem 6:11 zerplatzten diese wie eine Seifenblase, der Schock war perfekt.

Einen offenen Schlagabtausch lieferten sich im ersten Einzel Han Ying und Shi Qi beim 9:11, 11:8. Im Dritten glückte Han Ying der Durchbruch zum 9:6. Von diesem Zeitpunkt lief bei Shi Qi nicht mehr viel zusammen, denn einem 6:11 folgte ein 0:7 im vierten Satz. Eine Auszeit half der Essenerin aus ihrem Tief, denn beim 9:9 war die Chance wieder da. Zum 10:9 holte sich Han Ying den ersten Matchball, doch auch diesen machte Shi Qi zu Nichte. Im zweiten Anlauf war es dann zum 12:10 passiert. Irene Ivancan hielt gegen Elke Schall in den ersten beiden Sätzen beim 10:12 und 11:7 gut dagegen. Sie vergab in Durchgang eins sogar einen Satzball. Dann riss der Faden erst einmal zum 4:11 und 1:4. Von diesem Rückstand erholte sich die Abwehrspielerin auf Seiten des MTV nicht mehr, so dass Schall mit einem 11:7 das 1:3 markierte.

Nadine Bollmeier traf auf Kelly Sibley, die erstmalig in der Bundesliga im Einzel am Tisch stand. Die 22-Jährige überraschte mit einer hervorragenden Leistung, denn nach einem 11:9, 2:11 aus ihrer Sicht, klaute sie Bollmeier noch Satz drei nach einem 4:9-Rückstand mit 12:10. Dem Konter von Bollmeier mit einem 11:8 entgegnete die Engländerin mit einem hauchdünnen, aber verdienten 13:11 zum 2:3-Anschluss. Bollmeier ließ sich eine 8:1-Führung noch durch die Lappen gehen, und auch ihre beiden Matchbälle wusste sie nicht zu nutzen. Diese nicht einkalkulierte Niederlage egalisierte Svenja Obst, die sich im fünften Satz gegen die Polin Marta Golota freigespielt hatte und zum 9:4 auf und davon zog. Groß war der Jubel nach dem 11:6, denn so führte der MTV zur Pause mit 4:2.

Auf die Siegerstraße bogen die Gastgeberinnen ein, als Han Ying gegen Elke Schall und Irene Ivancan gegen Shi Qi jeweils ein 2:0 vorlegten. Der Widerstand bei Shi Qi brach komplett, als Schall am Nebentisch ein 8:11 quittierte und den fünften Gegenpunkt zulassen musste. Mit 11:1 setzte Ivancan den Schlussakzent und sorgte damit in der Höhe für ein überraschendes Ergebnis.

„Dieses Ergebnis hatten wir uns in unseren kühnsten Träumen nicht ausgemalt. Mit dem schnellen Ende hatten wir auf gar keinen Fall gerechnet. Unsere beiden Abwehrspielerinnen haben Elke Schall und Shi Qi im Doppel und der ersten Einzelrunde mürbe gemacht. Nadine war dem Sieg schon sehr nahe, aber sie hat zweimal die Konzentration verloren. Dafür ist Svenja in die Bresche gesprungen. Sie spielte geschickt und war in den offenen Ballwechseln einfach besser“, analysierte MTV-Trainer Jimmie Langham.

„Da haben wir uns ja eine ganz schön kalte Dusche abgeholt. In der Höhe ist die Niederlage schon enttäuschend. Mit einem 5:5 sogar 4:6 hätte ich leben können. Bei fast allen war noch reichlich Sand im Getriebe. Eine Ausnahme machte da Kelly, die sich bei ihrem Debüt als unheimliche Kämpferin gezeigt hat. Sie fackelt nicht lange, ist eine kompromisslose Angreiferin“, berichtete  DJK-Manager Hans-Willi Frohn, erfreut über den Lichtblick.

 

 Martina Emmert (www.tischtennis.de)