Korea Open - Boll, Steger und Silbereisen eilen ins Achtelfinale PDF Drucken E-Mail
Incheon. Timo Boll, Bastian Steger und Kristin Silbereisen stehen am Samstag im Einzel-Achtelfinale der Korea Open. Im Doppel wird morgen zudem das Duo Patrick Baum/Bastian Steger um den Einzug in die Medaillenränge spielen. So lautet die positive Seite der Bilanz des Deutschen Tischtennis-Bundes nach dem ersten Hautprundentag des 122.000-Dollar-Turniers unweit der südkoreanischen Hauptstadt Seoul, an dem als Ausrutscher der Topgesetzten nur die Niederlage der Hongkong-Chinesin Jiang Huajun gegen Cheng I-Ching (Taiwan) zu verzeichnen war.

Der Weltranglisten-Zweite Timo Boll (Düsseldorf) hatte keinerlei Mühe mit seinem Turniereinstand gegen den chancenlosen Südkoreaner Kim Nam Soo: "Der Jet Lag von der Anreise ist überwunden. Mein erster Auftritt war ganz okay. Gegen einen Penholderspieler mit Noppen spielt man mittlerweile recht selten, deshalb musste ich schon aufpassen und war konzentriert. Aber alles in allem war das doch recht souverän." Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf ergänzte: "Timo konnte heute gegen einen insgesamt ganz angenehmen Gegner Kraft für ein hoffentlich langes Tunier sparen. Morgen spielt er zunächst gegen den jungen Franzosen Abdel-Kader Salifou um den Einzug in die Runde der besten Acht, das sollte eigentlich klappen. Danach warten die dicken Brocken." Im Viertelfinale träfe Boll entweder auf Jiang Tianyi (Hongkong) oder den Olympiasieger von Athen, Lokalmatador Ryu Seung Min.

Ein Lob vergab Roßkopf an Bastian Steger (Saarbrücken) für dessen fulminante Aufholjagd gegen Cho Eon Rae. Gegen Südkoreas Talent lag die Nummer 32 der Welt schon mit 1:3 im Hintertreffen, gewann jedoch nach einer Leistungssteigerung noch drei Sätze in Folge und fordert morgen im Achtelfinale den besten Abwehrspieler der Welt heraus, Südkoreas Weltranglisten-Zehnten Joo Se Hyuk: "Bastis Leistung heute war sehr gut. Gegen einen starken Cho drei Sätze in Folge zum 4:3 zu gewinnen, war aller Ehren wert. Gegen Abwehrass Joo wird es am Samstag aber sehr schwer, wenn der Südkoreaner seinen Rhythmus findet." Das letzte Duell der beiden Kontrahenten endete im Frühjahr bei den Qatar Open zugunsten des WM-Zweiten von 2003. Auch im Doppel agierte Steger heute an der Seite von Patrick Baum (Düsseldorf) überzeugend. Das an Position eins gesetzte Duo spielt nach einem 4:0 über Cai Xiaoli/Pang Xu Jie (Singapur) morgen gegen die Hongkong-Chinesen Jiang Tianyi/Tse Ka Chun um den Einzug in das Halbfinale. Roßkopf: "Das war eine solide Leistung. Patti und Basti sind heute ihrer Favoritenrolle gerecht geworden."

Bei den Damen war der Auftriit der Deutschen Meisterin Kristin Silbereisen erfreulich. Direkt aus dem Trainingslager im chinesischen Nantong angereist, bezwang die Kroppacherin die Japanerin Haruna Fukuoka verdient in sechs Sätzen. Damen-Bundestrainer Jörg Bitzigeio war von der guten Leistung Silbereisens allerdings alles andere als überrascht: "Kristin setzt derzeit konsequent ihren Weg fort, den sie im letzten Jahr begonnen hat. Schon bei den Trainingsmatches in China hatte sich angedeutet, dass sie sehr gut drauf ist. Morgen bekommt sie nun in Gestalt von Park Mi Young die Gelegenheit, gegen eine Weltklasseabwehrspielerin anzutreten. Damit hat sich die Reise nach Seoul schon gelohnt. Die Resultate spielen hier für mich eine untergeordnete Rolle, denn wir sind noch mitten in der Vorbereitung auf die EM, die in vier Wochen in Ostrava beginnt."

Auf der Negativseite der Tagesbilanz bleiben aus deutscher Sicht drei Resultate zu verzeichnen. Markant an den Niederlagen von Patrick Baum, Europameisterin Wu Jiaduo (Kroppach) und des Damen-Doppels Silbereisen/Wu war vor allem die Deutlichkeit der Ergebnisse. Alle drei Auftritte der DTTB-Stars endeten mit 4:0 zugunsten der asiatischen Qualifikanten Lee Sang Su (Südkorea), Se Hyo Won (beide Südkorea) und Hiroko Fujii/Misako Wakamiya (Japan). Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf analysierte die Leistung Baums: "Patty hat man deutlich angemerkt, dass er lange keinen Wettkampf mehr hatte. Er muss nun seinen Rhythmus finden, dann wird das wieder besser." Für die schwache Vorstellung der Weltranglisten-Elften Wu hatte Bundestrainer Bitzigeio eine Erklärung parat: "Dudu braucht gewöhnlich immer etwas länger, um ihren Rhythmus zu finden. In fast allen Sätzen hat sie den Anfang verschlafen. Gegen die junge südkoreanische Abwehrspielerin hatte sie zudem Probleme mit deren Aufschlägen. Kurzum: Dudu ist in diesem Match überhaupt nicht in die Pötte gekommen. Im Doppel, das wir nun einige Male testen werden, war das heute nicht anders."

Vier Wochen vor den Europameisterschaften will Bitzigeio das schwache Ergebnis allerdings richtig eingeordnet sehen: "Ich habe keine Superleistungen in Seoul erwartet. Wir sind jetzt seit Ende Juni mit den Stationen Köln, Oberhof, Düsseldorf, Bjelolasica (Kroatien) und jetzt Nantong in der Saisonvorbereitung. Wir haben unser Trainingslager in China nur unterbrochen, um Wettkampfpraxis zu sammeln. Viel wichtiger als die Ergegnisse ist, dass ich in Korea und nächste Woche bei den China Open einen Eindruck bekomme, wo wir für die nächsten Wochen im Training noch ansetzen müssen."

Die Ergebnisse der Deutschen am Freitag.
Damen-Einzel
1. Runde (32)

Silbereisen - Haruna Fukuoka JPN 4:2 (3,9,-3,-9,10,6)
Wu - Seo Hyo Won KOR 0:4 (-4,-8,-8,-10)
Damen-Doppel
Achtelfinale

Silbereisen/Wu - Hiroko Fujii/Misako Wakamiya JPN 0:4 (-6,-5,-4,-5)

Damen-Einzel
Achtelfinale
Silbereisen - Park Mi Young KOR, 5.15 Uhr
Viertelfinale
11.15 Uhr

MS (www.tischtennis.de)