Deutsche Damen bleiben auch im dritten Spiel unbesiegt PDF Drucken E-Mail

Moskau. Sie haben das Tor zum Achtelfinale bei den 50. Mannschaftsweltmeisterschaften in Moskau weit aufgestoßen: Am Abend besiegte das Damen-Quartett von Bundestrainer Jörg Bitzigeio Spanien mit 3:1 und bleibt damit auch im dritten Vorrundenspiel unbesiegt. Außer Deutschland sind bisher nur die bei diesem Turnier an Position zwei gesetzten Singapurerinnen in der Vorrundengruppe B ohne Niederlage. Kristin Silbereisen (Busenbach) brachte ihre Mannschaft gegen die Bronzemedaillengewinnerin des Pro-Tour-Finals von 2006, Shen Yanfei, mit einem 3:1-Erfolg in Führung. Europameisterin Wu Jiaduo (Kroppach) steuerte die übrigen beiden Punkte bei. Die Weltranglisten-51., Zhu Fang, brachte Deutschland gegen Elke Schall (Essen-Holsterhausen) die einzige Niederlage bei.

"Es war der perfekte Start in ein langes Turnier. Wir haben uns in eine gute Ausgangsposition gespielt", bilanzierte Bundestrainer Bitzigeio nach dem dritten Erfolg in Serie. Weiterhin aber dämpft der 33-jährige Diplom-Sportwissenschaftler die Erwartungen. "Wir wollen nicht rechnen und nicht träumen. Damit sind wir auch bisher gut gefahren."

Wu hat in Moskau das EM-Gefühl von Stuttgart

Gegen die Spanierinnen waren Silbereisen, Wu und Schall wie beim gestrigen Krimi gegen die Niederlande erneut die Letzten im Olympiyskiy Sports Complex. Und das, obwohl vor allem die Deutsche Einzelmeisterin im Auftaktmatch rasant begann. "Die ersten beiden Sätze gingen einfach zu schnell an mich. Es wäre ja auch zu schön gewesen, wenn ich ganz ohne Gegenwehr gegen Shen Yanfei gewonnen hätte", sagte Kristin Silbereisen, über die mit 11:1 und 11:6 gewonnenen ersten Durchgänge. "Ich war schon darauf eingestellt, dass sie noch mal etwas probieren würde. Ich wusste auch: Wenn ich selbst agiere, bin ich im Vorteil." Diese Rechnung ging in vier Sätzen auf.

Wu Jiaduo kämpfte sich gegen die ehemalige mehrfache Jugend-Europameisterin Galia Dvorak nach einem 1:2-Satzrückstand noch zum Sieg und behielt auch in der vierten Partie des Abends gegen Shen Yanfei die Nerven beim knappen Verlauf. "Ich habe hier wieder das EM-Gefühl", sagte die Goldmedaillengewinnerin von Stuttgart 2009. "Ich denke nur an den nächsten Punkt, egal ob ich 0:4 hinten liege oder führe. Mein Kopf hat heute beide Spiele entschieden. Das war wichtig fürs Selbstvertrauen."

Sonderlob für Elke Schall

 Für Elke Schall hatte Jörg Bitzigeio ein Sonderlob übrig: "Jede von den dreien hätte gegen Zhu Fang schlecht ausgesehen", erklärte er. "Eine musste den schwierigen Job auf Position drei übernehmen. Das hat Elke für die Mannschaft getan." Die mehrfache Europameisterin Schall selbst erfreute sich vor allem am Teamergebnis und der Leistung ihrer beiden Kolleginnen: "Was Kristin und 'Dudu' hier spielen, ist vom Allerfeinsten", lobte sie. "Wenn sie ihre Leistung morgen auch so abrufen können und ich mich noch etwas verbessere, haben wir auch gegen Singapur Außenseiterchancen."

 

Zwei Partien stehen noch auf dem Vorrundenprogramm der Damen: Am Mittwoch ab 14.30 Uhr heißt der Gegner Singapur. "Gegen Singapur haben wir überhaupt keinen Druck", so Wu Jiaduo. "Wir werden unser Bestes geben und kämpfen bis zum Umfallen. So ein schweres Spiel ist wichtig für die nötige Härte in den nächsten WM-Runden." Am Donnerstag um acht Uhr deutscher Zeit ist dann Tschechien letzter Kontrahent in der Vorrunde.

3. Gruppenspiel
Deutschland - Spanien 3:1
Kristin Silbereisen - Shen Yanfei 3:1 (1,6,-8,9)
Wu Jiaduo - Galia Dvorak 3:2 (-9,4,-7,9,3)
Elke Schall - Zhu Fang 0:3 (-9,-8,-5)
Wu - Shen 3:1 (7,-10,7,9)

Singapur - Niederlande 3:0
Tschechien - USA 3:2

SH (www.tischtennis.de)