NDM in Trier: Mühlbach/Winter überraschen im Finale PDF Drucken E-Mail

Trier. So richtig fassen konnten es Sabine Winter und Kathrin Mühlbach nicht. Soeben hatten sie das Finale der 78. Nationalen Deutschen Meisterschaften in Trier gewonnen und ihre Stimmung schwankte zwischen Fassungslosigkeit und totaler Euphorie. Es dauerte einige Minuten, bis sie realisiert hatten, was ihnen da gerade gelungen war. Nachdem sie im Halbfinale zuvor bereits die Titelverteidigerinnen Kristin Silbereisen und Zhenqi Barthel gestoppt hatten, bezwangen sie am Nachmittag im Finale eine weitere hochfavorisierte Kombination: die beiden erfahrenen Nationalspielerinnen Elke Schall und Wu Jiaduo mit 4:3.

 

„Ich bin total überrascht“, gestand Sabine Winter nach dem Spiel. „Im Training neulich hatten wir gegen die beiden keine Chance und heute gewinnen wir gegen sie. Und das auch noch im Finale der Deutschen Meisterschaften. Wahnsinn.“ Für Winter, die vergangenen Dienstag ihr Debüt in der Nationalmannschaft in der JOOLA European Nations League gefeiert hatte, war dieser Sieg der Abschluss einer grandiosen Woche. „Das ist unser bislang größter Erfolg. Wir wussten, dass wir die klaren Außenseiterinnen sind, aber das waren wir im Halbfinale ja auch schon. Wir haben uns gesagt: Einfach Augen zu und durch.“

 

Mit zittrigen Händen

 

Auch Kathrin Mühlbach hatte nach dem Spiel noch leichte Schwierigkeiten, ihre Gefühle zu ordnen. „Ich kann es noch gar nicht fassen, dass wir das Spiel wirklich gewonnen haben“, so die 18-Jährige vom Bundesligisten DJK TuS Essen-Holsterhausen. „Wir haben nie ernsthaft daran geglaubt, dass wir die beiden schlagen können. Selbst im siebten Satz bei 10:3 dachte ich: Den verlieren wir noch. Meine Hand hat irgendwann nur noch gezittert. Wahnsinn, dass wir es geschafft haben.“

 

Voll des Lobes waren die German-Open-Finalistinnen des Vorjahres über den heimischen Nachwuchs. "Respekt vor der Leistung der beiden. Sie lassen die deutschen Frauen für die Zukunft hoffen", sagte die 36-jährige Elke Schall. "Die beiden haben hier zwar etwas über ihrem Niveau gespielt, aber gerade das muss man in einem solchen Finale auch." Auch die vier Jahre jüngere Wu freut sich über diesen Erfolg der so genannten Offensive weiblich im DTTB. "Es ist eine positive Entwicklung für uns, dass der Nachwuchs immer stärker wird", so Wu. "Diese Konkurrenz spornt uns Ältere an. Außerdem sind Überraschungen wie diese gut für die Zuschauer." Ihre Enttäuschung über zwei verpasste Titel hielt sich in Grenzen: "Wenn man alles gegeben hat, hat man keinen Grund sich zu ärgern", erklärte sie.

 

Schall und Wu haben jetzt schon die nächsten Ziele vor Augen: die German Open in Berlin (18. bis 21. März in Berlin) sowie die Mannschafts-Weltmeisterschaften Ende Mai in Moskau und die Europameisterschaften im September im tschechischen Ostrava.

 

Damen-Doppel, Halbfinale
Silbereisen/Barthel - Mühlbach/Winter 3:4 (-9, 6, 5, -6, 6, -8, -9)
Schall/Wu - Göbel/Robertson 4:1 (-9, 12, 5, 10, 3)

 

Finale
Mühlbach/Winter - Schall/Wu 4:3 (8, -10, 15, -4, -15, 9, 3)

 

MO/SH (www.tischtennis.de)