FSV Kroppach entscheidet Krimi in Berlin für sich PDF Drucken E-Mail

Krisztina Toth wird mit Aufholjagd und Doppel-Erfolg zur "Mutter des Sieges"

3 B Berlin - FSV Kroppach    2:3

BERLIN. In der Tischtennis-Bundesliga der Frauen hat der FSV Kroppach mit seinem gestrigen 3:2-Sieg im Topspiel in Berlin die Weichen zu seinem Titel-Hattrick gestellt. "Wir haben noch drei schwere Spiele, aber unsere Chancen auf die dritte Meisterschaft in Folge sind nun gewaltig gestiegen", freute sich Teamchef Dennis Leicher.

Im Auftaktspiel bewies Kroppachs junge Chinesin Jun Jia wieder einmal, dass sie eine Wundertüte ist. Sie führte gegen Berlins Spitzenspielerin Ah Sim Song nach gewonnenem ersten Satz mit 5:0 im zweiten Durchgang - und verlor dann völlig den Faden. Sie gab den zweiten Satz noch ab, ging im dritten mit 3:11 unter und geriet im vierten mit 0:4 in Rückstand. Zwar kämpfte sie sich noch einmal heran, unterlag aber letztlich mit 9:11.

Damit stieg der Druck auf ihre Kroppacher Mannschaftskameradin "Dudu" Jiaduo Wu, doch die Europameisterin bezwang Berlins Spielertrainerin Tanja Hain-Hoffmann wie schon beim Kroppacher 3:1-Sieg im Hinrundenspiel sehr sicher und sorgte für den 1:1-Ausgleich zur Pause. "Dudu war vom Kopf her zwei Klassen besser als Hain-Hoffmann, die heute eindeutig Berlins Schwachpunkt war", sagte Leicher.

Dramatisch verlief dann das Schlüsselduell der beiden ungarischen Nationalmannschaftskolleginnen Georgina Pota und Krisztina Toth. Pota ging mit 2:0 Sätzen in Führung, Toth arbeitete sich zum 2:2 heran. Doch die junge Pota gab nicht klein bei, sondern erspielte sich im Entscheidungssatz beim 10:8 zwei Matchbälle. Toth wehrte sie ab und verwandelte in der Satzverlängerung schließlich ihren dritten Matchball zum 14:12 und zur Kroppacher 2:1-Führung. "Krisztina ist wie ein Hase durch die Box gelaufen, hat unglaublich viel investiert und ist dafür letztlich verdientermaßen belohnt worden", war Leicher einmal mehr von Toth begeistert.

Anschließend aber war Wu gegen Song chancenlos, der Gewinn des dritten Satzes war nur ein Strohfeuer. Berlins Topspielerin erzwang somit den 2:2-Ausgleich und das entscheidende Doppel. "Dudu hat nicht einmal schlecht gespielt, aber Song war heute wirklich sehr stark", so Leicher, der dann wie schon im Freitagabend-Spiel gegen Bingen erlebte, wie Kroppach im Doppel einen ungemein wichtigen Erfolg einfuhr. "Krisztina Toth hat unser Doppel geführt, aber Jun Jia hat ihren Beitrag zum Sieg geleistet."

Das erstmals in der Liga so eingesetzte FSV-Duo hatte allerdings schwer zu kämpfen. Der erste Satz ging verloren, im dritten wurden beim Stand von 7:10 drei Satzbälle abgewehrt. Damit war den Berlinerinnen dann der Zahn gezogen. Krisztina Toth und Jun Jia fuhren einen Viersatz-Erfolg ein, der in der Endabrechnung entscheidenden Charakter haben könnte. "Busenbach und Böblingen haben oft mit 3:2 gewonnen, wir können das auch", jubelte Dennis Leicher.    (gh)

Berlin - Kroppach 2:3

Song - Jia 9:11, 11:8, 11:3, 11:9; Hain-Hoffmann - Wu 4:11, 9:11, 8:11; Pota - Toth 11:6, 11:8, 4:11, 8:11, 12:14; Song - Wu 11:5, 11:8, 7:11, 11:6; Pota/Hain-Hoffmann - Toth/Jia 11:8, 5:11, 10:12, 6:11.

 

Westerwälder Zeitung vom Montag, 15. Februar 2010, Seite 15.