Präsentiert sich Tabellenführer FSV Kroppach winterfest? PDF Drucken E-Mail
Die Spitzengruppe der Liga ist bis zum fünften Tabellenplatz, auf dem sich die DJK TuS Essen-Holsterhausen befindet, mit nur zwei Minuspunkten Unterschied immer noch dicht gestaffelt, so dass sich jeder Ausrutscher erheblich bemerkbar macht. Die Vorteile liegen allerdings beim derzeitigen Tabellenführer und Titelverteidiger FSV Kroppach, der bereits zwei beziehungsweise drei Spiele mehr absolviert hat, als die Verfolger.

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Wu Jiaduo will mit dem FSV Kroppach die Tabellenführung verteidigen
 

Freitag, 19.30 Uhr: FSV Kroppach – BFV Hassia Bingen

 

Dass die Partien gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte nicht im Spaziergang abgehakt werden dürfen, dafür hält die Saison immer wieder genügend Beispiele parat. In diese Kategorie muss auch das Spiel zwischen dem FSV Kroppach und dem Tabellenachten BFV Hassia Bingen eingestuft werden. Bei den Gästen hat das ernüchternde 0:3 beim TuS Bad Driburg eine Narbe hinterlassen, doch die Mannschaft bemüht sich nicht noch tiefer in das Loch zu fallen.

„Wir sind vor jedem Gegner auf der Hut. Im Hinspiel hat uns der Aufsteiger überrascht, als Ding Yaping auf Position drei und nicht auf eins spielte. Nach dem Misserfolg in Bad Driburg werden sich die BFV-Spielerinnen mächtig reinknien und versuchen da zu punkten wo keiner damit rechnet. Allerdings erhöht das auch den Leistungsdruck beim Team. In der Hinrunde glückte Dana Hadacova bei null Stress gegen Sun Bei Bei noch ein großer Erfolg“, rekapituliert FSV-Teammanager Dennis Leicher noch einmal. Die Ausgangssituation sei diesmal etwas anders gelagert. „Wir spielen ja auch mit Jia Jun und nicht wie zu Beginn der Serie mit Sun Bei Bei, und wir wollen natürlich einen Sieg landen, um uns vor dem Spitzenspiel in Berlin keine Blöße zu geben“, sagt Leicher.

 

Bei den Gästen ist Nanthana Komwong wieder zurück in ihre Heimat Thailand geflogen, so dass Bingen voraussichtlich mit Ding Yaping, Dana Hadacova und Zhang Ying antritt. „Die Niederlage in Bad Driburg hat uns ganz schön aus der Bahn geworfen, vor allem die Deutlichkeit war der entscheidende Faktor. Das war bisher das bitterste Ergebnis, das auch Spuren hinterlassen hat. Die Stimmung ist dementsprechend nicht so gut“, blickt auch BFV-Abteilungsleiter Joachim Lautebach noch einmal zurück. Das Ergebnis habe zur Folge gehabt, dass die Planungen für die Saison 2010/2011 erst einmal auf Eis gelegt seien. „Wir wollten unser Team gern mit guten deutschen Spielerinnen aufbauen, aber wenn wir bis April vielleicht warten müssen, dann sie alle weg“,  sagt Lautebach. Doch im Moment müsse sich die Mannschaft auf jeden einzelnen Punkt konzentrieren, um das Spielverhältnis gegenüber Bad Driburg nicht noch schlechter werden zu lassen. „Unsere Gegner vom Wochenende sind von einem Kaliber, gegen die wir kaum gewinnen können. Aber wir müssen die Spiele so günstig wie möglich gestalten und uns teuer verkaufen. Vor allem wollen wir unsere Fans nicht verprellen. Im April kommen noch wichtige Spiele, da sind wir auf eine Unterstützung angewiesen. Die Spielerinnen wissen worum es geht“, erklärt der BFV-Abteilungsleiter.

 

Sonnabend, 15 Uhr: DJK TuS Essen-Holsterhausen – TTSV Saarlouis-Fraulautern

 

Auf den ersten Blick darf die Partie zwischen der DJK TuS Essen-Holsterhausen und dem TTSV Saarlouis-Fraulautern als klassisches Mittelfeldduell zwischen dem Tabellenfünften und dem Sechsten gesehen werden. Doch unwichtig ist die Begegnung für beide Seiten keinesfalls. Die Gastgeberinnen liebäugeln mit dem vierten Tabellenplatz, und die Saarländerinnen vergessen nicht den Blick nach unten. „Wir wollen nicht nur auf Nummer sicher gehen, sondern wir streben noch nach Höherem. Dafür muss ein Sieg gegen den TTSV her. Aber natürlich würde uns dieser auch endgültig Luft nach unten verschaffen. Wir sind optimistisch, das Training läuft gut, davon habe ich mich im Düsseldorfer Leistungszentrum selbst überzeugen können“, sagt DJK-Manager Hans-Willi Frohn. Der erste Vergleich endete mit einem unerwarteten 3:2 zu Gunsten der Essenerinnen, obwohl Elke Schall seinerzeit noch verletzt pausieren musste. In Bestbesetzung sollten die Vorteile nun eindeutig beim Gastgeber liegen.

„Wir haben alternativ noch die Möglichkeit beim TuS Bad Driburg zu punkten, falls es wieder bei der DJK nicht klappen sollte, denn auch wir haben das 2:3 noch nicht vergessen. Das war die erste riesengroße Enttäuschung für uns in der Saison“, berichtet TTSV-Manager Heinz Falk. Derzeit würde aber das Hauptaugenmerk auf der Weiterverpflichtung von Mädchen-Nationalspielerin Petrissa Solja liegen. „Wir hätten auch Schwester Amelie gern behalten, doch da rechnen wir nicht mehr damit. Sie wird nach Linz wechseln. Wir haben unser Bestes gegeben, wir erwarten die Antwort von der Familie Solja, aber ein richtig gutes Gefühl habe ich nicht. Die Beiden könnten in Österreich zwar sofort die Staatsbürgerschaft beantragen, aber erst nach fünf Jahren international für das Land spielen“, würde Falk eine Absage sehr bedauern.

 

Sonntag, 10.30 Uhr: SV Böblingen – BFV Hassia Bingen  

 

Für die SV Böblingen hat die Rückrunde mit zwei Niederlagen begonnen, der BFV Hassia Bingen verschluckte sich an dem 0:3 beim TuS Bad Driburg, also sind beide Teams daran interessiert für positive Schlagzeilen zu sorgen. „Die Misserfolge kamen nicht von ungefähr, wir hatten im ersten Vergleich auch verloren. In Berlin war unsere Chance beinahe noch größer, als im Saarland, obwohl die Niederlage deutlicher ausfiel. Doch wir blicken nicht zurück sondern nach vorn. Von Beginn an war unser Saisonziel der fünfte Tabellenplatz, und den zu erreichen, wird schwer genug. Bislang haben wir eine super Saison gespielt, und wir sind mit den Ergebnissen sehr zufrieden“, bilanziert SV-Trainer Volker Ziegler. Auch wenn der BFV nicht mit Nanthana Komwong spiele, seien sie nicht ungefährlicher. Die Nummer eins der Gäste Ding Yaping sei eine ganz Große auch von ihrer Persönlichkeit und jederzeit für zwei Punkte gut. „Sie und Qianhong Gotsch kennen sich schon aus Bundesligazeiten in Betzingen. Wir wissen um die Klasse von Ding Yaping, denn auch in der Hinrunde gewann sie beide Spiele. Die Bedingungen sind also gleich, und wir kalkulieren ein spannendes Match ein. Wir liefern unseren Fans bestimmt einen Krimi, aber hoffentlich mit dem besseren Ende für uns. In Bingen waren wir im Abschlussdoppel nach einem 1:2 in den Sätzen und 6:9 schon klinisch tot. Wir freuen uns auf das Team aus Bingen, die ich mit viel Sympathie begleite, weil sie allerhand auf die Beine gestellt haben. Ich weiß gar nicht, wie sie mit der Mannschaft dort landen konnten, wo sie jetzt stehen“, sagt Ziegler. Gastgeschenke habe er dabei keinesfalls vor Augen.

„Auch in Böblingen heißt die Devise – kämpfen um jeden Ball, weil ein 0:3 könnte für uns diesmal tödlich werden. Wir lassen uns auf keinen Fall unterkriegen und drücken parallel dem TTSV Saarlouis-Fraulautern in Bad Driburg die Daumen. Eine Niederlage des TTSV hätte für uns ganz fatale Folgen“, blickt BFV-Abteilungsleiter Joachim Lautebach über den Tellerrand.

 

Sonntag, 11 Uhr: TuS Bad Driburg – TTSV Saarlouis-Fraulautern

 

Mit einem Helau und Alaaf begrüßt der TuS Bad Driburg den TTSV Saarlouis-Fraulautern. Aber nicht nur weil Karnevalszeit angesagt ist, sondern weil die Stimmung nach dem Triumph gegen Bingen wieder erheblich gestiegen ist. „Wir haben das Spiel extra vorverlegt, damit unsere Zuschauer direkt im Anschluss zum Umzug gehen können. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens unserer Abteilung haben wir sogar einen Wagen dabei. So könnten die Fans zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, sagt TuS-Manager Franz-Josef Lingens. „Wir sind optimistisch, dass wir eine Chance haben. Zumindest möchten wir die Partie offen gestalten. Der Erfolg gegen Bingen hat noch einmal erheblich zur Motivation beigetragen. Unsere Shi Qi ist zusammen mit Li Bin nach Ungarn gefahren, um dort ein gutes Training zu absolvieren. Sie verlor in der Hinrunde im Spitzeneinzel nur ganz knapp gegen Li Fen“, erklärt Lingens.

„Die Partien sind alle sehr schwer zu prognostizieren, wir haben in der Saison schon viele Schwankungen erlebt. Das ist wie im Lotteriespiel. Da wir aber auf jeden Fall eines von unseren beiden Begegnungen gewinnen wollen, warten wir mal ab. Nach diesem Wochenende wissen wir mehr, wo wir stehen“, meint TTSV-Manager Heinz Falk.

 

Sonntag, 14 Uhr, 3B Berlin Tischtennis – FSV Kroppach  

 

3B Berlin Tischtennis hat in dieser Saison mal wieder das Feld von hinten aufgeräumt, und sich zum Start in die Rückrunde mit zwei klaren 3:0-Siegen nicht nur in die Spitzengruppe gespielt, sondern auch Eindruck verschafft. Nachdem die Heimbilanz der Bundeshauptstädterinnen in der Hinserie eher mau war, haben sie nun im dritten Spiel hintereinander an eigenen Tischen die Chance, die positive Serie fortzusetzen. Doch dann müssten sie sich in die Reihe der „FSV Kroppach-Killer“ einordnen. „3B hat ohne Frage einen Lauf und eine super Mannschaft. Die anfängliche Doppelbelastung mit der Champions-League war vielleicht Schuld. Wir haben aber auch drei starke Spielerinnen, und wir werden unser Möglichstes tun dagegenzuhalten“, ist FSV-Teammanager Dennis Leicher überzeugt. Dass im ersten Vergleich Sun Bei Bei mit zwei Siegen zum 3:1 beitrug und nun Jia Jun unter Erfolgsdruck steht, stört Leicher nicht weiter: „Jia Jun wird das offene Spiel von 3B-Spitzenspielerin Song Ah Sim liegen. Mit dem System kommt sie bestimmt ganz gut klar“, sagt Leicher. In der jüngsten Vergangenheit habe es der FSV immer erreicht vor den Berlinerinnen zu landen.

„Zu unseren Auftakterfolgen gegen Tostedt und Böblingen muss einfach gesagt werden, dass die Mannschaften uns auch liegen. Schauen wir auf die Weltrangliste ist Kroppach klarer Favorit. Aber Song und auch Georgina Pota sind in der Lage zu überraschen. Gegen Jia Jun konnten wir noch keine Erfahrungen sammeln, aber sie soll einen riesen Vorhand-Schwinger haben. Wu Jiaduo dürfte, egal auf welcher Position sie spielt, gegen uns alle Drei vor schweren Spielen stehen“, erklärt 3B-Spielertrainerin Tanja Hain-Hofmann. Sie selbst laboriere schon länger an einem Tennisarm, der sich gegen defensive Spielsysteme nicht so schmerzhaft bemerkbar mache. „Ich habe es schon mit Spitzen versucht, aber es wird nicht besser. Ich trainiere derzeit auch nur einen Bruchteil von meinem normalen Pensum“, sagt die Trainerin. Mit Guo Pengpeng verfügen die Gastgeberinnen über eine spielstarke Nummer eins in der Reserve.

 

 

Martina Emmert (www.tischtennis.de)