Berlinerinnen bleiben im Meisterschaftsrennen PDF Drucken E-Mail

3B Berlin Tischtennis – SV Böblingen: 3:0

 

Berlin/Hannover. 3B Berlin Tischtennis hat das Spitzenspiel der Liga mit 3:0 überraschend hoch gegen die SV Böblingen gewonnen. Das Schlüsselspiel war dabei die Partie von Tanja Hain-Hofmann gegen Qianhong Gotsch, das mit 3:2 für die Berlinerin zu Ende ging.

 

Tanja Hain-Hofmann zeigte einmal mehr, warum sie bei Abwehrspielerinnen gefürchtet ist. Sie holte sich als eine der wenigen Spielerinnen der Liga – es war erst die dritte Saisonniederlage für die Böblingerin  – den sportlichen Skalp von Qianhong Gotsch. Im Schlusssatz führte sie beim letzten Wechsel bereits mit 5:1 und ließ sich diese Führung nicht mehr nehmen. Am Ende hatte sie die Partie mit 11:7 deutlich gewonnen. Bereits zuvor  schaffte Song Ah Sim gegen Xu Yanhua ebenfalls einen Fünf-Satz-Erfolg. Im letzten Durchgang sehr souverän mit 11:4 – nach 1:4-Rückstand. „Wenn wir mit 2:0 führen, dann gewinnen wir mit 3:0“, hatte Tanja Hain-Hofmann vor dem Spiel gesagt.

 

Und Gorgina Pota befolgte die „Vorgabe“ ihrer Mannschaftsführerin: 3:0  gegen Nicole Struse. Nur im dritten Satz war es nach kleinem Rückstand etwas enger für die Ungarin im Trikot von 3B.

 

Leider waren nur 40 Fans bei einem starken Auftritt ihres Teams dabei. Unter der Vorgabe, ein Verfolgerduell des Spitzenreiters aus Kroppach zu sehen, hätte die Partie mehr Fans verdient gehabt.

 

„Dafür war die Stimmung sehr gut“, berichtete Hain-Hofmann. Nach dem 3:0 blickt sie nun ganz gespannt auf das Gipfeltreffen gegen Kroppach am nächsten Spieltag. „Es ist gegen Abwehr immer schwer, doch nach dem vierten Satz ist uns zum Glück die richtige Taktik eingefallen, und dadurch konnte ich das Spiel dann gewinnen“, schilderte sie die Endphase gegen „Hongi“. Sicherlich sei ihr Sieg auch so etwas wie ein Schlüsselspiel gewesen. „Wenn allerdings Gina nicht gegen Nicole nachlegt, dann kann es auch ganz schnell 2:2 stehen, und dann wird es wieder sehr eng.“ Wichtig sei aber auch gewesen, dass Song zum Start für das 1:0 gesorgt habe. „Wenn das nicht kommt, wird es auch schwer.“

 

Für Ingo Gotsch, Betreuer der SV Böblingen, war die Eröffnungspartie von  Yanhua gegen Song ein Schlüsselspiel. „Wenn wir diese Partie überraschend gewonnen hätten, dann wäre das Match anders verlaufen“, sagte er. Doch eine 4:1-Führung habe Yanhua im Entscheidungssatz nicht nutzen können. Seine Frau habe gegen Tanja Hain-Hoffmann im zweiten Satz einige leichte Fehler gemacht. „Das war eine schwache Phase, die sie den Satzgewinn gekostet hat, wenn sie 2:0 in Sätzen in Führung geht, dann verliert sie gegen Tanja nicht mehr“, sagte Gotsch. Ab dem vierten Satz sei die Berlinerin dann volles Risiko gegangen. „Von da an hat sie sehr mutig angegriffen und wurde belohnt.“ Das Einzel von Nicole Struse gegen Pota sei enger gewesen, als es das Ergebnis ausdrücke. „Die Ballwechsel waren offen“, berichtete Gotsch. Die Niederlage schmerze zwar, doch noch sei an der Spitze nichts entschieden.

 

 

 

Hannover 96 – FSV Kroppach: 0:3

 

 

 

Hannover 96 hat sich vom Deutschen Meister FSV Kroppach regelrecht vorführen lassen. Was die Hannoveranerinnen gegen den Champion ablieferten, das war kaum zweitligareif. In den ersten beiden Einzeln bekamen die Hannoveranerinnen zusammen 21 Punkte – in sechs Sätzen. Die Japanerin Misaki Morizono war gegen Jia Jun mit elf Gegenpunkten dabei, Rosalia Stähr holte gegen Europameisterin Wu Jiaduo in den ersten beiden Durchgängen vier Punkte. Im dritten Durchgang war es etwas freundlicher, aber nur weil „Dudu“ die Zügel etwas schleifen ließ und ihrer jungen Nationalmannschaftskameradin neun Gegenpunkte gönnte.

 

Und so stand es nach zwei Einzeln 0:2 und 0:6 in den Sätzen.

 

Nach der Pause der Partie, zu der trotz eisiger Kälte und rutschiger Straßen 50 Fans gekommen waren, spielte Marta Golota gegen Krisztina Toth genauso chancenlos, wie ihre Mannschaftskameradinnen zuvor. Auch die Polin bekam zusammen gerade einmal 14 Punkte in drei Sätzen. Zieht man die Pause von 15 Minuten ab, dann dauerte die Partie gerade einmal 60 Minuten. Die wohl bislang schnellste Partie in der Bundesligasaison 2009/10.  

 

„Das ist wohl rekortverdächtig“, meinte auch Ligasprecherin Sabine Schlatterer. Fazit: Der FSV Kroppach präsentierte sich souverän – 96 wie ein Absteiger.

 

„Wir haben uns hier einer Pflichtaufgabe entledigt“, sagte FSV-Coach Dennis Leicher nach dem Spiel. Vor dem Match habe sich das Team schon ein wenig Gedanken über Hannover gemacht, nachdem es im Hinspiel ein 3:1 und etwas engere Spiele gegeben hatte. „Aber Jia Jun hat im ersten Einzel wirklich sehr konzentriert gespielt und damit den Grundstein für den glatten Erfolg gelegt“, sagte Leicher.

 

„Das ist natürlich auch blöd für Hannover, da kommen ein paar Leute und dann bekommst du auch noch so einen Einlauf“, meinte Leicher.

 

Für Hans Teille, Abteilungsleiter des Gastgebers, zeigte der FSV Kroppach „eine sehr konzentrierte Leistung, die angedeutet hat, dass uns der Gegner ernst genommen hat“. So ernst, dass eben kein Satzgewinn drin gewesen sei. „Unsere Spielerinnen haben dabei noch gar nicht mal schlecht gespielt, so unglaubwürdig sich das bei einem solchen Ergebnis anhört, aber mehr ging trotzdem nicht.“  Gerne hätte er für die Fans wenigstens einen Satzgewinn bejubelt, doch das habe Kroppach nicht zugelassen.

 

Axel Emmert (www.tischtennis.de)