Der FSV Kroppach ist nun doch Herbstmeister PDF Drucken E-Mail
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FSV Kroppach – MTV Tostedt: 3:2
 
Frankfurt/Main. Krisztina Toth leitete beim FSV Kroppach die Wende ein. Sie hatte auch maßgeblichen Anteil am Doppelerfolg, der dem amtierenden Deutschen Meister nun doch schon einen Spieltag vor Abschluss der Hinrunde die Herbstmeisterschaft beschert.
 
Nicht zum ersten Mal in dieser Saison stellte der MTV Tostedt Irene Ivancan auf die Position eins. Han Ying zeigte deshalb gleich, dass ihr das Trainingsspiel bei Hannover 96 am gestrigen Tage gut bekommen war. Gegen die Spitzenspielerin des FSV Kroppach  Jia Jun bot sie ihr ganzes Repertoires auf und agierte beim 11:5, 11:7 nahezu fehlerfrei. Erst im dritten Satz wachte Jia Jun auf und kam mit den gefährlichen Schnittwechseln von Han Ying besser klar. Trug ein 11:9 zu Hoffnungen bei, so zerplatzten diese beim 1:6 im vierten Satz. Alle Bemühungen der Kroppacherin noch einmal Anschluss zu finden erstickte Han Ying im Keim und kam über ein 8:5 und 9:6 zu vier Matchbällen. Als Jia Jun die ersten drei zum 9:10 abwehrte knisterte es in der Halle vor Spannung. 10:10, 10:11, doch auch diesmal schaffte die Tostedterin nicht den erlösenden Punkt, sondern sah sich beim 11:12 selbst einem Satzball gegenüber. Mit einem 13:11 zog Jia Jun den Kopf erst einmal aus der Schlinge und rettete sich in den fünften Satz. Dort ließ sich Han Ying nicht mehr von der Siegerstraße abbringen, denn nach einem 9:4 punktete sie zum 11:6, einem Auftakt nach Maß für die Gäste. „Jia Jun spielte zweieinhalb Sätze lang nicht gut. Im fünften Durchgang gab es einen Rückfall in alte Zeiten, und sie machte zu viele leichte Fehler“, erklärte FSV-Betreuer Dennis Leicher.
 
Für Europameisterin Wu Jiaduo verstärkte sich nach der Niederlage von Jia Jun der Druck gegen Irene Ivancan, die zudem mit einem 11:8 und 11:4 einer Sensation entgegensteuerte. Die Überraschung glückte mit einem 11:7, so dass Betreuer und Teammitglieder jubelnd aufsprangen. „Dudu ging mit Rückenproblemen ins Spiel. Sie ist entschuldigt“, sagte Leicher. Irene habe aber auch jeden Ball getroffen und ausgezeichnet gespielt.
 
Nadine Bollmeier erwischte dann aber eine glänzend aufgelegte Krisztina Toth, die mit dem Rücken zur Wand auch keine Kompromisse mehr einging, sich allerdings auch nur knapp beim 11:9, 11:9, 10:12 und 12:10 durchsetzte. „Krisztina hat uns gerettet. Sie spielte sensationelle Bälle und erwies sich den Tick besser als Nadine“, freute sich Leicher.
Jia Jun hatte sich wohl anschließend auf ein leichtes Match gegen Irene Ivancan eingerichtet, wofür auch ein 11:2 Anlass gab. Doch Ivancan hatte nach dem Triumph gegen Dudu in dieser Partie überhaupt nichts zu verlieren und glich mit einem 11:5 aus. Durch diesen Satzverlust rechtzeitig ermahnt wurde Jia Jun dann mit einem 11:4, 11:6 ihrer Favoritenrolle gerecht, so dass auch in dieser Partie das Doppel an Wichtigkeit gewann. Für den amtierenden Deutschen Meister eine gute Chance sich nach einem 0:2 zum Ausklang der Hinrunde doch noch frei zu schwimmen.
 
Wu Jiaduo/Krisztina Toth stellten sich der Aufgabe gegen Han Ying/Nadine Bollmeier. In einer abwechslungsreichen Partie mit Höhen und Tiefen auf beiden Seiten sicherte sich das FSV-Duo mit einem 11:5, 7:11, 11:6 und 11:8 die Herbstmeisterschaft. „Diese Mannschaftsleistung spricht wieder für uns, und wer hätte das vor vier Wochen gedacht. Jetzt sind wir natürlich happy und gehen guter Dinge in die Weihnachtspause. Abgerechnet wird aber erst am letzten Spieltag“, ist sich Leicher sicher.
 
 
 
SV Böblingen – 3B Berlin Tischtennis: 2:3
 
 Mit Volldampf begann die Spitzenpartie zwischen dem SV Böblingen und 3B Berlin Tischtennis, denn Qianhong Gotsch stand Tanja Hain-Hofmann gegenüber. Und die 3B-Spielertrainerin sollte den Mund im Vorfeld nicht zu voll genommen haben. Sie machte Hongi das Leben verdammt schwer. Nach einem 11:5, erspielte sich die Berlinerin im zweiten Satz zum 10:8 zwei Satzbälle, wovon sie den ersten gleich zum 11:8 verwandelte. Im dritten Durchgang geriet Hain-Hofmann 4:7 in Rückstand, beim 9:9 war alles wieder offen. „In diesem Moment habe ich einen halbhohen Ball nicht zu einem Punkt verwertet, und leichte Fehler darf man sich gegen Hongi nicht erlauben. Hätte ich 2:1 nach Sätzen geführt, wer weiß“, sagte Hain-Hofmann. In meisterlicher Manier gewann Gotsch 11:9, und sie ließ im bereits entscheidenden vierten Satz ihre Gegnerin nicht mehr an sich vorbeiziehen. 6:6 lautete letztmalig der Gleichstand, 11:7 das Ende.
 
Auf Position zwei trat überraschend Fulya Özler an, die gegen Song Ah Sim allerdings beim 1:11, 5:11 erst einmal chancenlos anfing. Nach und nach legte sie den Respekt ab und Song war sich ihrer Sache wohl auch schon sehr sicher, so dass Özler mit einem 11:3 verkürzte und auch im vierten Satz bis zum 5:5 auf Tuchfühlung blieb. Song besann sich rechtzeitig ihrer spielerischen Fähigkeiten uns siegte 11:5.
 „Wir wollten Fulya mal die Chance vor heimischem Publikum geben, auch weil wir dachten dass ihr Spielsystem gegen Song passend sei. Die ersten beiden Sätze hat sie aber wie im Nebel gespielt. Doch mit dem Satzgewinn hat sie auch eine Botschaft an die Fans gesendet, die sie gut unterstützt haben“, berichtete SV-Betreuer Ingo Gotsch.
 
In ihrem dritten Spiel an diesem Wochenende mobilisierte Georgina Pota für ihr 3B-Team gegen Nicole Struse noch einmal alle Kräfte und befand sich nach einem 12:10, 11:7 auf einem guten Weg zur 2:1-Führung. Doch Struse setzte sich mit einem 11:9, 11:5 zur Wehr, so dass die Nerven von Pota bereits zum wiederholten Male während dieses Mammutprogramms arg strapaziert wurden. Nach einem 6:1 für Pota, lagen aber auch bei Struse die Nerven blank, die sich die  Gelb-Rote-Karte einfing, weil sie den Schläger auf den Boden geworfen und gegen den Tisch getreten hatte. Doch in dieser Phase schaffte sie es trotzdem Pota zum 7:6 zu überflügeln. Nach abwechselnden Führungen erspielte sich Pota zum 12:10 verdientermaßen doch noch den Sieg. „Im dritten Satz gab es einen umstrittenen Ball in der Schlussphase, der gegen Gina gewertet wurde. Daraus resultierte auch der folgende Satzverlust. Hut ab vor der psychischen Leistung von Gina, denn im fünften Satz sprach viel für Nicole. Einfach fantastisch“, erklärte 3B-Trainerin Hain-Hofmann. „Dieses Einzel war entscheidend. Dass Nicole nach einem 0:2 und einem 0:4 im fünften Satz überhaupt noch zum 9:8 gekommen ist, war schon beeindruckend. Nicole ist halt eine emotionale Spielerin, die sich schon mal eine gelbe Karte einfängt“, berichtete Gotsch. Es habe nur sehr knapp nicht gereicht.
 
Das Duell zwischen zwei der besten Ligaspielerinnen Gotsch und Song Ah Sim entwickelte sich erwartungsgemäß auf einem höchsten Level. Beim 12:10, 12:14 konnten sich die Fans bei diesem Krimi über spannende Momente nicht beklagen. Danach erlosch der Widerstand von Song und Gotsch behauptete sich mit einem 11:5, 11:3 sicher.
 
3B Berlin kostete nun auch dieses Match bis zum Letzen aus, denn das Doppel Pota/Hain-Hofmann hatte es in der Hand nach dem Erfolgserlebnis in Busenbach tags zuvor, nun auch in Böblingen zu punkten. Nicht unerwartet spielte auf Seiten der Gastgeberinnen neben Stuse Xu Yanhua. Pota/Hain-Hofmann wuchsen mit einem 11:9 und 11:9 über sich hinaus. Mit einem 11:9 holten die Gastgeberinnen auf, doch dabei blieb es, denn das 3B-Duo erkämpfte sich mit einem 11:7 den knappen Gesamterfolg. „Wir haben im dritten Satz noch drei Punkte geschenkt bekommen, weil unsere Gegnerinnen erneut die Gelb-Rote-Karte gesehen haben, konnten diesen Vorteil aber nicht nutzen. Im vierten Satz habe ich mehr bei meinen Aufschlägen riskiert. Die Freude ist natürlich sehr groß, denn mit 10:6 Punkten haben wir wieder Anschluss an die Spitzengruppe gefunden“, zeigte sich Hain-Hofmann zufrieden. „Im Aufschlag-Rückschlagspiel war 3B besser. Wir haben gekämpft vielleicht klappt es beim nächsten Mal“, analysierte Gotsch.
 
„Wir haben im Vorfeld aktive Werbungarbeit geleistet, die fruchtet. Die Stimmung war sehr positiv. In der Rückrunde ist noch alles offen. Wir sind bislang super zufrieden“, bilanzierte der SV-Betreuer.
 
Martina Emmert (www.tischtennis.de)