FSV Kroppach im Glück PDF Drucken E-Mail

DJK TuS Essen-Holsterhausen – FSV Kroppach: 0:3
 
Frankfurt/Main.  Obwohl die Punkte zwischen dem DJK TuS Essen-Holsterhausen und dem FSV Kroppach einseitig verteilt wurden kamen die Fans auf ihre Kosten. Aya Umemura und Wu Jiaduo schenkten sich zum Auftakt dieses Topduells nichts. Athletischer und gleichzeitig attraktiver Damen-Spitzensport begeisterte vom ersten bis zum letzten Ballwechsel die Zuschauer. 11:9, 10:12, 7:11, 11:4 10:9 und noch einmal 12:11 lautete der Spielverlauf zu Gunsten der Japanerin. Die Europameisterin setzte starke Nerven und einen absoluten Siegeswillen dagegen, so dass ihr ein 14:12 glückte. „Dudu hat einen großen Sieg gelandet. Sie hat absolut die Ruhe behalten. Aya hatte einige Glücksbälle dabei, die sie auch nicht richtig getroffen hat. Dadurch erhielten sie eine ganz andere Flugbahn. Außerdem wehrte sie zwei Matchbälle ab“, zeigte sich FSV-Teammanager Dennis Leicher erfreut.
 
Das Spannungsbarometer erlebte auch in der folgenden Partie zwischen Elke Schall und Jia Jun einen Höhenflug. Nach einem 0:2-Rückstand aus Sicht von Schall bahnte sich die Wende mit einem 11:7, 11:9 an. Schall lag im vierten Durchgang noch 8:9 hinten. Doch wie schon zu Beginn stand Fortuna den Gastgeberinnen nicht zur Seite, denn ein hauchdünnes 10:12 im Entscheidungssatz brachte das 0:2. „Jia Jun legte los wie die Feuerwehr, 2:0 und 4:0. Durch eine Auszeit von Elke und ein wenig Finesse drum herum hat sie sich aus dem Rhythmus bringen lassen. Der fünfte Satz war total ausgeglichen und nicht zwingend überzeugend, aber Jia Jun hat gewonnen und das zählte“, sagte Leicher.
 
Einer äußerst schwierigen Ausgangsposition sah sich dadurch Zhenqi Barthel gegen Krisztina Toth ausgesetzt. Nach einem 5:11 und 8:11 bemühte sich Barthel den Faden noch einmal aufzunehmen, ging in Führung, doch nach einem 6:6 zog die Ungarin zum 11:8 aus ihrer Sicht auf und davon. „Bei Krisztina ist die Spielfreude zurück gekehrt. Auch nach einem 2:6 im dritten Satz hatte ich keine Bedenken“, berichtete der Teammanager. Die Deutlichkeit habe der Mannschaft gut getan, es sei eine geschlossene Leistung gewesen und der Erfolg verdient.
 
„Wir haben wirklich weltklasse Tischtennis gesehen und zumindest die ersten beiden Einzel hätten auch anders herum enden können. Ich bin zwar etwas enttäuscht, aber an der Leistungs unserer Mannschaft gibt es nichts zu kritisieren. Es war für uns mehr drin, wir haben zwei gleichstarke Teams gesehen.“, meinte DJK-Manager Hans-Willi Frohn.
 
 
Hannover 96 – MTV Tostedt: 1:3
 
Im Team von Hannover 96 steckt der Wurm. Das krankheitsbedingte Fehlen von Rosalia Stähr machte sich gegen den MTV Tostedt noch nicht so entscheidend bemerkbar, da mit Misaki Morizono und Laura Matzke zwei gesunde Spielerinnen zur Verfügung standen. Aber auch Marta Golota schleppte sich immer noch mit einer dicken Erkältung durch das Spiel. Erst am Sonntag beim TuS Bad Driburg wird die Schwächung deutlicher zu Tage treten. Morizono ist dann auf dem Weg zur Jugend-WM, so dass eine Akteurin aus der Oberliga-Reserve zum Einsatz kommen wird.
 
Die zierliche Japanerin auf Seiten der Roten begann gegen Irene Ivancan mit einem 11:4. Die 17-Jährige zog weiche Topspinbälle, wartete mit guten Aufschlägen auf und zeigte sich technisch sehr fein, aber der abschließende harte Schuss gegen ihre abwehrstarke Gegnerin fehlte. Ivancan stellte sich langsam besser ein und verunsicherte Morizono zusätzlich mit gelungenen Angriffsattacken. Letztendlich erkämpfte sich die Tostedterin nach einer hervorragenden Leistung ein 11:8, 11:9 und 11:8. „Irene hat ausgezeichnet gearbeitet und verdient gewonnen. Dass sie ihrer Abwehrlinie grundsätzlich treu geblieben ist, führte zum Sieg“, gab sich MTV-Manager Friedel Laudon sehr zufrieden.
„Ich hätte Misaki einen Erfolg so gewünscht. Das Problem gegen defensive Spielsysteme besteht für sie in ihrer Körpergröße. Sie ist zu klein, um richtig Druck in die Bälle zu bekommen. Doch sie hat gekämpft und die Einstellung bei allen muss ich diesmal loben. So möchten wir die Mannschaft immer sehen“, berichtete 96-Teammanger Gert Selig.
 
Chancenlos blieb danach die 21-jährige Polin Marta Golota beim 0:3 gegen Abwehrass Han Ying. Die Nummer eins des MTV musste nicht an ihre Grenzen gehen, und fand sogar selbst immer wieder Gelegenheit Punkte im Offensivspiel zu markieren. „Marta wirkte nicht so spritzig wie sonst, ihr fehlte einfach die Kraft“, nahm Selig die Polin in Schutz.
 
Laura Matzke holte dann für die Gastgeberinnen gegen Nadine Bollmeier den Ehrenpunkt mit 14:12, 11:5, 9:11 und 11:8. Matzke parierte jede Aktion von Bollmeier und besaß überhaupt keine Probleme mit dem schnellen Spiel ihrer Kontrahentin. Auffällig immer wieder die starken Bälle von Matzke sowohl im Vorhand-, als auch im Rückhandbereich. Schnell hatte sie Bollmeier demoralisiert, die bereits nach dem ersten Satz an ihren Fähigkeiten zu zweifeln begann. „Mit der Leistung von Laura bin ich sehr zufrieden. Sie hat gut in die Ecken verteilt und mit zwingenden Bällen Bollmeier zu Fehlern gezwungen“, sagte Selig.
 
Diese Niederlage konnte der MTV jedoch locker verkraften, denn Han Ying machte mit Morizono beim 11:8, 11:6 und 11:8 kurzen Prozess. Letztendlich hatte MTV-Betreuerin Tanja Kostromina keine schwere Aufgabe zu verrichten, denn der Sieg beim Schlusslicht geriet zu keiner Zeit in Gefahr.
 
„Wir geben uns keinen Illusionen hin und wissen, dass der Abstieg wohl nicht mehr zu verhindern ist. Aber ohne einen einzigen Sieg werden wir auch nicht bleiben. Das sind wir unserer Ehre schuldig und das ist unser Wunsch für das nächste Jahr“, meinte der Teammanager.
 
Martina Emmert (www.tischtennis.de)