Großkampftag lässt viel Spannung erwarten PDF Drucken E-Mail
Sonnabend, 15 Uhr: DJK TuS Essen-Holsterhausen – FSV Kroppach
    
Der DJK TuS Essen-Holsterhausen führt das Feld der Mannschaften mit den sechs Pluspunkten auf dem fünften Tabellenplatz derzeit an. Der amtierende Deutsche Meister FSV Kroppach darf sich spätestens seit der Genesung von Nationalspielerin Elke Schall auf einigen Gegenwind einstellen. „Elke hat in Warschau sehr gut gespielt und ist gegen die spätere Halbfinalistin Feng Tianwei aus Singapur im Achtelfinale gescheitert. Bei Zhenqi Barthel hoffe ich, dass sie sich dort geschont hat, um gegen Kroppach groß aufzutrumpfen“, sagt DJK-Manager Hans-Willi Frohn. Barthel erreichte bei diesem Pro Tour Turnier nicht die Hauptrunde. Dafür sprach Frohn Aya Umemura großes Vertrauen aus, die auf eine 9:1-Bilanz stolz sein darf. „Wir werden versuchen unseren Gästen das Leben so schwer wie möglich zu machen. Interessant wird sich der Aufstellungspoker darstellen“, berichtet Frohn.
 
Auch Mädchen-Nationalspielerin Kathrin Mühlbach wird beim letzten Heimspiel ihres Klubs dabei sein. Am Montag fliegt sie dann nach Kolumbien zur Weltmeisterschaft.
  
„Mit dem Einsatz von Elke hat sich der Reiz wesentlich erhöht. Die Partie in Essen wird ein richtiger Prüfstein für uns. Bereits vor der Saison hatte ich die DJK zu den Favoriten gezählt.  Wir werden uns nach Kräften wehren, denn ein angeschlagener Boxer ist besonders gefährlich“, betont FSV-Teambetreuer Dennis Leicher. Krisztina Toth habe in einem Telefongespräch geäußert, dass sie mit ihrer Leistung bei den Polen Open zufrieden gewesen sei. Sie bezwang in der zweiten Hauptrunde die ehemalige Europameisterin Ruta Paskauskiene aus Litauen mit 4:2. „Ihre Form wird besser“, meinte Leicher.
  
 
Sonntag, 11 Uhr: FSV Kroppach – MTV Tostedt
 
Die guten Resultate des MTV Tostedt in der jüngsten Vergangenheit mit dem Sieg beim TV Busenbach und dem knappen 2:3 beim Spitzenreiter SV Böblingen sind dem FSV Kroppach selbstverständlich nicht entgangen. „Über die Qualitäten von Tostedt gibt es nichts zu diskutieren, die sind da. Für uns wird es ein knallhartes Wochenende, doch wenn wir wieder vom Jäger zum Gejagten werden wollen müssen wir gewinnen. Einen Selbstläufer haben wir dabei nicht vor Augen“, zeigt sich FSV-Teambetreuer Dennis Leicher respektvoll. Neuzugang Jia Jun sei gefordert ihre hervorragende Vorstellung gegen den TTSV Saarlouis-Fraulautern zu bestätigen. „Sie ist ehrgeizig genug, daran anzuknüpfen“, gibt Leicher Auskunft.
 
 „Wir gehen als ganz klarer Außenseiter, wie jeder Gegner der Kroppacher, in diese Partie. Vielleicht liegt gerade hier unsere Chance, da wir auch in Busenbach als vermeintlicher Außenseiter gepunktet haben“, hofft MTV-Pressesprecher Sebastian Fengler. Auf den Auftritt von Irene Ivancan sei das Management gespannt, denn sie habe in Warschau ein riesiges Turnier gespielt. „Mit der Chinesin Wu Yang, Nummer 45 der Weltrangliste, besiegte Irene ein echtes Schwergewicht. Vielleicht ist ja auch in Kroppach ein Erfolg gegen eine höher eingestufte Spielerin möglich“, spekuliert Fengler.
 
 

Sonnabend, 11 Uhr: Hannover 96 – MTV Tostedt
 
Zu einer ungewöhnlich frühen Uhrzeit auf einem Sonnabend begrüßt Hannover 96 den MTV Tostedt zum Niedersachsenderby. „Uns kommt dieser Spielbeginn sehr entgegen, weil wir von 96-Präsident Martin Kind nachmittags in den VIP-Bereich zum Fußballspiel gegen Tabellenführer Leverkusen eingeladen sind. Ich bin gespannt wer sich besser aus der Affäre zieht“, sagt 96-Teammanager Gert Selig.
 
Vor der Saison rechneten sich die Roten Chancen gegen den MTV aus. „Das haben wir gedacht und denken es immer noch, obwohl die Ausgangsposition für uns ungleich schwerer geworden ist“, erklärt Selig. Kein Wunder, dass bei sechs Punkten Rückstand bei Selig Skepsis mitschwingt. Einen kleinen Hoffnungsschimmer am Horizont sieht 96 darin, dass im letzten Heimspiel der Hinrunde die Japanerin Misaki Morizono dabei sein wird. Die erst 17-jährige Asiatin zeigte bei den Polen Open ebenso eine gute Leistung wie Laura Matzke. „In diesem Zusammenhang fordere ich, dass die Spielerinnen sich nicht nur auf internationalem Gebiet profilieren sondern auch in der Bundesliga“, tätigt Selig eine klare Ansage. Die Mannschaft benötige dringend Punkte, wenn der Glauben an den Klassenerhalt mit einer Winzigkeit erhalten bleiben solle. „An diesem Wochenende muss etwas passieren, was das Team endlich wachrüttelt. Wir stehen absolut mit dem Rücken zur Wand“, meint der Selig.
 
„Nachdem die letzte Tour durch die Republik mit zwei Punkten beim Favoriten (Busenbach) belohnt wurde, ist bei Hannover 96 ein Sieg Pflicht. 96 ist noch ohne jeglichen Punktgewinn und unser Trio um Spitzenspielerin Han Ying will nicht der Auslöser einer Trendwende sein“, gibt sich MTV-Pressesprecher Sebastian Fengler zuversichtlich. Gewarnt sei die Töster Mannschaft durch die guten Ergebnisse der Landeshauptstädter gegen Busenbach und Böblingen. „Die Bilanzen sprechen jedoch dafür, dass wir als klarer Favorit in die Partie gehen, was allerdings auch schon in Bad Driburg schief ging“, gibt Fengler zu bedenken.
 
 
 
Sonnabend, 18.30 Uhr: TV Busenbach – 3B Berlin Tischtennis
 
Welcher Zeitpunkt oder Umstand das Pendel zum Ausschlag in die eine oder andere Richtung bringen wird ist in diesem Klassiker zwischen dem TV Busenbach und 3B Berlin Tischtennis nicht herauszufiltern. Einem Sieg an eigenen Tischen folgte in der vergangenen Saison prompt die Revanche von Berlin im Rückspiel. „Beim 3:2 zu unseren Gunsten lief seinerzeit schon alles sehr, sehr gut. Shan Xiao Na hat noch nicht gegen Song Ah Sim gewinnen können. Als Penholderspielerin ist Shan gegen sie im Nachteil. Es ist also wahnsinnig schwer für uns gegen die Nummer eins von 3B zu punkten, so dass wir eindeutig Außenseiter sind“, erklärt TV-Manager Jörg Peter. Der immer noch andauernde Bundeswehrlehrgang von Kristin Silbereisen würde die Situation nicht gerade verbessern. „Kristin ist schon lange nicht mehr zum Training hier gewesen. Das ist keine einfache Zeit für das Team. Auch Jessica Göbel ist nur am Wochenende vor Ort, weil sie ja ihr Abitur nachholt“, informiert Peter.
 
Das stressige Programm für 3B Berlin Tischtennis geht nach dem Auftakt in der Königsklasse in Busenbach weiter. „Unser Flieger geht um 8.30 Uhr und das Spiel gegen Castel Goffredo wird voraussichtlich auch nicht schnell beendet sein, so dass wir nicht ausschlafen können. Der Verlauf beim TV ist für uns  auch mit dem Ergebnis vom Freitag verbunden“, sagt 3B-Spielertrainerin Tanja Hain-Hofmann. Bislang seinen die Vergleiche in Waldbronn immer knapp verlaufen. „Ich hatte Busenbach nach dem Wechsel von Elke Schall eigentlich schwächer eingestuft, das haben sie inzwischen schön widerlegt. Ich sehe trotzdem gute Chancen für uns zu gewinnen, obwohl unsere Gastgeberinnen die Möglichkeit der Aufstellungsvariationen haben. Sie werden mit Sicherheit auf ein starkes Doppel setzen“, berichtet Hain-Hofmann.
 
 
 
Sonntag, 10.30 Uhr SV Böblingen – 3B Berlin Tischtennis
 
Ausgeruht präsentiert sich Tabellenführer SV Böblingen, während dieses Prädikat auf 3B Berlin Tischtennis nicht mehr zutrifft, denen das Champions-League-Spiel und das späte Match beim TV Busenbach in den Knochen stecken wird. „Ich glaube, dass die Mannschaft fit genug ist, auch konditionell dieses Mammutprogramm wegzustecken. Deshalb erwarten wir einen starken Gegner, und an das 0:3 in der zurückliegenden Saison erinnern wir uns nicht mehr allzu gern“, erklärt SV-Trainer Volker Ziegler. 3B habe das Zeug Böblingen vom Tisch zu fegen. „Wir sehen die Partie als Herausforderung und stecken die Favoritenrolle unseren Gästen zu. Wir rechnen mit einem vollen Haus und Sport auf hohem Niveau“, lässt Ziegler die im Raum stehende Herbstmeisterschaft relativ unbeachtet.
 
Das Kapitel Bundeswehr hat die ehemalige Nationalspielerin Nicole Struse inzwischen endgültig geschlossen. „Nicole hat ihre ABC-Maske und ihren Kampfparka zum 1. Dezember abgegeben“, berichtet Ziegler über Neuigkeiten aus dem Umfeld der Spielerinnen.
 
„Wir sind selbst gespannt wie wir dieses harte Programm verkraften. Solch eine intensive Belastung haben wir noch nicht gehabt. Bei Pro Tour Turnieren spielt man auch laufend gegen schwere Kontrahenten, muss dabei aber nicht reisen“, gibt sich Tanja Hain-Hofmann unsicher. Böblingen sei von der Aufstellung her zumindest besser kalkulierbar als Busenbach. An der Schlüsselpartie sieht sich die 3B-Spielertrainerin selbst beteiligt: „Wenn ich gegen Qianhong Gotsch siegen kann, dann gewinnen wir das ganze Spiel.“ Dass sie die Fähigkeiten gegen Abwehrspezialistinnen gut zu spielen besitzt, hat Hain-Hofmann nicht nur 2008 gegen Gotsch bewiesen. Auch die Erfolge gegen Han Ying (Tostedt) und Ding Yaping (Bingen) bestätigen die Stärke der Berlinerin.
 
 
 
Sonntag, 14 Uhr: TuS Bad Driburg – Hannover 96
 
Der Tabellenletzte Hannover 96 hat sich beim TuS Bad Driburg eigentlich viel vorgenommen. Die Tatsache, dass Misaki Morizono wegen der bevorstehenden Jugend-Weltmeisterschaft nicht mehr dabei sein kann, lässt das Unternehmen Punktefang auf ein Minimum schrumpfen. „Ohne Misaki sind die Perspektiven nicht so verheißungsvoll wie gegen Tostedt, aber Marta Golota hat bislang absolut im Rahmen ihrer Möglichkeiten gespielt und sich vorbildlich im Kampf und ihrer Einstellung verhalten. Vielleicht kann sie ihre Teamkameradinnen mitreißen“, meint 96-Teammanager Gert Selig.
  
Nach dem fulminanten Saisonauftakt, als sich die Kurstädterinnen bei 6:2 Punkten über den zweiten Tabellenplatz freuten, finden sie sich vor dem letzten Hinrundenmatch auf einem Abstiegsplatz wieder. Der Druck dieses Spiel gewinnen zu müssen hat sich erheblich verstärkt. „Die zwei Punkte, die wir in Bingen liegen gelassen haben, die tun uns immer noch weh. Wir hätten erst einmal aus dem Schneider sein können“, blickt TuS-Manager Franz Josef Lingens zurück. Dass bei den Gästen Morizono fehlen würde, sei ein kleiner Vorteil. „Wir werden die Mannschaft auch so nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Spielerinnen haben zwar immer nur sporadisch und nicht als geschlossenes Team eine gute Leistung gezeigt, aber das kann sich ja mal ändern“, rät Lingens zur Vorsicht. Er setze nach einem guten Anfang auch auf ein positives Ende.
 
 
 
Sonntag, 14.30 Uhr BFV Hassia Bingen – TV Busenbach
  
Durch die große Ausgeglichenheit in dieser Saison herrscht im Mittelfeld bis hin zum neunten Tabellenplatz ein zähes Gerangel. Verbissen kämpfen vor allem BFV Hassia Bingen und der TuS Bad Driburg um das Überleben in der Liga. „Wir wissen um die Gefährlichkeit unserer Gastgeberinnen, die sich eigentlich auf unserem Niveau befinden. Unsere Mannschaft hat bisher eine sehr gute Leistung abgerufen, so dass wir in der Tabelle besser dastehen“, berichtet TV-Manager Jörg Peter. Der Heimvorteil durch die ausgezeichnete Kulisse in Bingen sei nicht zu unterschätzen und könne ein Spiel beeinflussen. Der größte Faktor beim BFV sei Ding Yaping, die an einem guten Tag zwei Punkte markieren könne. „Shan Xiao Na spielt hervorragend gegen Abwehr, aber auch bei zwei Gegenpunkten durch Ding Yaping sehen wir Möglichkeiten zu gewinnen“, sagt Peter.
 
Aufsteiger Hassia Bingen hat sich als Bereicherung für die Liga empfohlen. Die Mannschaft war für spannende Spiele verantwortlich, und das Engagement in eigener Halle kann sich sehen lassen. „Wir freuen uns sehr, dass unsere Konkurrenz uns lobt. Darauf sind wir stolz. Wir erhalten von unseren Sponsoren und den Fans aber auch große Unterstützung. Wir möchten hier unbedingt etwas aufbauen. Für uns war die 1. Liga völliges Neuland, aber so langsam geht die Eingewöhnungsphase vorbei. Deshalb wäre es bitter, wenn ein Abstieg diese guten Ansätze zerstören würde“, zieht BFV-Abteilungsleiter Joachim Lautebach ein wenig Bilanz.
 
Zum Abschluss der ersten Spielhälfte bietet der Gastgeber eine Tombola an.
 
Im sportlichen Sektor wird der Aufsteiger vor dem Tabellenzweiten zwar nicht in Ehrfurcht erstarren, aber der Abteilungsleiter spricht eher von einer Überraschung wenn das Wort Sieg fällt. „Wir haben in Saarlouis gewonnen, unmöglich ist wiederum nichts. Ding Yaping hat den letzten Vergleich gegen Shan Xiao Na gewonnen. Freiwillig geben wir nicht auf, wir werden alles versuchen, um unserem Publikum auch noch einmal etwas zu bieten“, sagt Lautebach.

Martina Emmert (www.tischtennis.de)