Gelungenes Comeback von Elke Schall beim DJK TuS Essen-Holsterhausen PDF Drucken E-Mail
FSV Kroppach – TTSV Saarlouis-Fraulautern: 3:1
 
Frankfurt/Main. Nur mit Mühe verhinderte Jia Jun beim FSV Kroppach einen Auftaktschock gegen Amelie Solja vom TTSV Saarlouis-Fraulautern. Nach einem überraschenden 10:12 und 8:11 sah sich die Asiatin in Durchgang drei bereits einem Matchball gegenüber. Gerade noch rechtzeitig kratzte sie mit einem 14:12, 11:8 und 11:5 die Kurve. Ärgerlich aus Sicht der Saarländerinnen, denn Li Fen schaffte ein 3:0 gegen Krisztina Toth, so dass eine dicke Chance auf ein 2:0 vergeben wurde. Amelie Solja ist allerdings nach ihrer Wettkampfpause überhaupt kein Vorwurf zu machen, denn sie ließ bereits gegen den BFV Hassia Bingen erkennen, dass sie auf dem richtigen Weg zurück ist. „Amelie hat wirklich gut gespielt, ein Aufwärtstrend ist bei ihr zu verzeichnen. Deshalb ist es umso bedauerlicher, dass sie ihren Vorteil nicht nutzen konnte. Sie kam für ihre Schwester Petrissa zum Einsatz, die körperlich nicht fit ist. Sie hat gesundheitliche Probleme und überhaupt keine Kraft. Schon kurz vor dem Match gegen Bingen hat sie selbst entschieden, dass sie nicht spielen kann“, erklärte TTSV-Manager Heinz Falk.
 
„Jia Jun hat zwischendurch immer wieder ihr jugendlicher Leichtsinn gepackt, in dem sie einen Ball, mit dem sie schön zwölfmal nicht erfolgreich war, erneut probierte. Sie hat sich zum Glück rechtzeitig besonnen und ihre Linie noch gefunden“, berichtete FSV-Teambetreuer Dennis Leicher. Krisztina Toth habe sich gegen Li Fen einmal mehr als große Sportlerin gezeigt. „Nach einem 5:11 gab sie einen Kantenball ihrer Gegnerin gut. Anstatt 11:9 so wie es die Schiedsrichter bereits gezählt hatten, stand es 10:10 und schließlich 10:12. Das Spiel hätte vielleicht einen anderen Verlauf genommen, wenn sie den Satz gewonnen hätte“, resümierte Leicher.
 
Ohne Wenn und Aber agierte dann die Europameisterin Wu Jiaduo beim 11:4, 11:6 und 11:4 gegen Maria Fazekas, so dass der Gastgeber mit 2:1 die Nase nach vorn brachte.
 
Ihre erste richtig überzeugende Vorstellung für Kroppach bot Jia Jun dann gegen Li Fen, die sie beim 11:8, 11:8 und 11:5 zu keiner Zeit in die Partie kommen ließ. „Unser Hauptproblem ist, dass Li Fen mit Licht und Schatten spielt. Mit der Niederlage in Kroppach können wir sicher besser leben als mit der gestrigen gegen Bingen, als wir kläglich gescheitert sind. Doch wir müssen uns dieser Situation stellen, im Sport gehört es auch dazu, Niederlagen zu akzeptieren“, sagte Falk.
 
„Jia Jun ist die erste Spielerin in unserem Verein, die mit den Rhythmus- und Schnittwechseln von Li Fen keine Probleme besaß. Sie hat wunderbar gespielt“, sagte der FSV-Coach.
 
 
 
 
BFV Hassia Bingen – DJK TuS Essen-Holsterhausen: 1:3
 
 
Der DJK TuS Essen-Holsterhausen war nach einer langen Spielpause auf den achten Tabellenplatz abgerutscht, der zum Gas geben verpflichtete. Dementsprechend präsentierte sich der DJK beim BFV Hassia Bingen in ausgezeichneter Spiellaune. Zhenqi Barthel trumpfte gleich gegen Ding Yaping unerwartet stark auf und knöpfte ihr mit einem 11:9 und 11:7 die ersten beiden Sätze ab. Auch ein 5:11 und 6:11 brachte die Essenerin nicht aus dem Konzept, die eine deutliche Leistungsverbesserung gegen die defensive Spielweise von Ding Yaping erkennen ließ. Ein 6:3 brachte Barthel im fünften Satz auf die Siegerstraße, nach einem Time-out drehte die Nummer eins des BFV das Spiel jedoch zum 11:7.
Aya Umemura begann mit einem 11:4 gegen Dana Hadacova, doch mit zunehmender Spieldauer bot die Tschechin erfolgreicher Paroli. Ein 8:11 und 4:6 veranlasste die Japanerin zur Auszeit. Mit dem richtigen Tipp kehrte Umemura an den Tisch zurück und ging nach einem 11:9 in Führung. Doch erneut nahm Hadacova ihrer Gegnerin mit einem 11:3 den Wind aus den Segeln. 8:4 lautete dann der Zwischenstand zu Gunsten der Essenerin, die sich zum 11:6 keine Blöße mehr gab. „Diese ersten beiden Spiele waren ganz bezeichnet dafür, dass die Erfahrung der älteren Spielerinnen den Ausschlag gegenüber der jüngeren Generation gab“, sagte DJK-Sprecher Hermann Mühlbach.
 
 
Das Interesse stieg nach der Pause, denn Elke Schall griff nach ihrer Verletzungspause erstmalig in dieser Saison für den Essener Klub zum Schläger. Sehr entgegen kam ihr dabei, dass Zhang Ying das Abwehrspiel bevorzugt. Nach einem 11:4 legte die Bingerin den Respekt vor der Nationalspielerin zwar zunehmend ab, erkämpfte sich ein 9:9, aber die Routine von Schall führte sie zu einem 11:9 und 11:9. „Für unsere Mannschaft war es ganz wichtig, dass Elke endlich dabei sein konnte. Ihr Sieg brachte die Vorentscheidung“, meinte Mühlbach.  
 
Hatte Ding Yaping nach einem 0:2 gegen Barthel noch die Kohlen aus dem Feuer holen können, so glückte ihr dies nach einem 8:11 und 4:11 sowie 11:9 gegen ihre Mannschaftskameradin aus Zeiten des TTC Langweid Umemura nur bedingt, denn mit einem 5:11 konnte sie das 1:3 nicht verhindern. „Aya ist einfach eine Perle. Die Ballwechsel waren klasse von beiden Seiden“, lobte Mühlbach. Das größte Kompliment richtete er allerdings an den Gastgeber. „Wir haben in einem ausverkauften Haus gespielt. Kein Platz war mehr frei. So etwas habe ich bislang nur in Busenbach erlebt. Das war Werbung für unseren Sport, und kein Zuschauer musste sein Kommen bereut haben, auch wenn Bingen nicht als Sieger aus dieser Partie hervorgegangen ist“, sagte Mühlbach.
 
 
„Uns war bewusst, dass wir es schwer haben würden, wenn Elke Schall spielt. Die Stimmung war trotzdem ausgezeichnet, und unsere Fans haben Ding Yaping noch bis zuletzt angefeuert. Dana zeigte gegen Umemura eine gute Leistung. Vielleicht wollte sie bei dem einen oder anderen Ball zu viel, letztendlich bin auch der Meinung, dass die Erfahrung siegte“, kommentierte BFV-Abteilungsleiter Joachim Lautebach.

Martina Emmert (www.tischtennis.de)