Keinen Ausrutscher mehr leisten PDF Drucken E-Mail
FSV Kroppach braucht am Sonntag Heimsieg im Verfolgerduell gegen Saarlouis-Fraulautern

In den beiden vergangenen Meisterjahren befand sich der FSV Kroppach stets in der Rolle des (vergeblich) Gejagten. Nun sind die Rollen vertauscht: Der FSV will nach seinen jüngsten beiden Niederlagen das Spitzenduo angreifen und darf sich selbst dabei vorerst keinen Ausrutscher mehr leisten.

KROPPACH. In der Tischtennis-Bundesliga der Frauen erwartet der FSV Kroppach am Sonntag um 14.30 Uhr den TTSV Saarlouis-Fraulautern.

Durch die beiden Niederlagen gegen Busenbach (2:3) und in Böblingen (1:3) hat der FSV die Tabellenführung eingebüßt. Mit 8:4 Punkten nimmt der Meister derzeit "nur" Rang drei ein. Sollten die Gäste aus dem Saarland (8:6 Zähler) am Samstag gegen Bingen gewinnen, rücken sie vor ihrer Begegnung mit dem FSV sogar vor die Westerwälderinnen.

"Wir fühlen uns durch diese neue Situation nicht verunsichert und machen uns noch nicht verrückt", versichert Kroppachs Teamchef Dennis Leicher. "Wir wissen, dass wir noch gute Chancen haben, wieder nach vorn zu kommen. Natürlich müssen wir jetzt auf Ausrutscher des Spitzenduos hoffen, aber aufgrund der Ausgeglichenheit der Liga werden die sicherlich kommen."

Eigene Ausrutscher darf es nun allerdings nicht mehr geben. Doch gerade Saarlouis-Fraulautern ist für den FSV Kroppach ein unbequemer Gegner - vor allem, weil Fen Li in den vergangenen Jahren vom FSV kaum zu knacken war. "Sie spielt mit viel Schnitt, da ist es schwer, gegen sie das Spiel zu eröffnen und zu bestimmen", weiß Leicher, der hofft, dass die taktischen Maßnahmen, die er sich überlegt hat, greifen werden.

Solche Tipps und Anweisungen an Neuzugang Jun Jia zu vermitteln, ist allein schon wegen der sprachlichen Hürde äußert schwierig, ohne Dolmetscher geht da fast gar nichts. "Wir haben diesbezüglich für Sonntag Hilfe organisiert, damit Dudu Jiaduo Wu dafür nicht gebraucht wird und sich ganz auf ihr Spiel konzentrieren kann", sagt Leicher, der ein wenig Geduld einfordert: "Jun Jia ist eine junge Spielerin ohne die große internationale Erfahrung, die ihre Vorgängerinnen in Kroppach hatten. Sie ist noch keine fertige Spielerin, aber wir vertrauen auf ihr Talent und ihre Klasse, allerdings fehlt ihr noch ein wenig die taktische Reife."

Für den FSV Kroppach geht es am Sonntag darum, im Team der Gäste nicht nur Fen Li zu knacken. Sollte dies nämlich nicht gelingen, darf gegen Petrissa Solja und Maria Fazekas nichts anbrennen. "Für Petrissa ist es im zweiten Bundesliga-Jahr etwas schwieriger geworden, weil die Gegnerinnen sich inzwischen besser auf sie eingestellt haben", sagt Leicher, "aber sie hat als Nummer zwei ihrer Mannschaft oft gegen die Topspielerinnen antreten müssen und sich dabei sehr tapfer geschlagen. Und Maria Fazekas ist eine sehr unbequeme Gegnerin." Das hat deren ungarische Landsfrau, die routinierte FSV-Spielerin Krisztina Toth, die in dieser Saison noch ihrer Bestform nachjagt, ihren Mitspielerinnen bestätigt. Krisz-tina Toth war in der vergangenen Saison übrigens ganz nah dran, Fen Li zu bezwingen. Vielleicht klappt dies ja nun am Sonntag. . .

  
 Christoph Gerhards


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Kroppachs Neuzugang Jun Jia hofft auf den Befreiungsschlag und will ihren Teil dazu beitragen, dass der FSV am Sonntag den Gast aus Saarlouis-Fraulautern bezwingt.  alt Foto: Jörg Niebergall

Westerwälder Zeitung vom Freitag, 13. November 2009, Seite 12.