Die SV Böblingen kippt den FSV Kroppach vom Thron PDF Drucken E-Mail
SV Böblingen – FSV Kroppach 3:1
 
 
Böblingen. Die überraschende Niederlage des amtierenden Deutschen Meisters und erneuten Titelkandidaten FSV Kroppach gegen den TV Busenbach hinterließ zweifelsfrei Spuren. Die Verunsicherung wuchs als Jia Jun gegen Qianhong Gotsch chancenlos blieb, und Krisztina Toth gegen Nicole Struse     den Kürzeren zog. Bereits zu diesem Zeitpunkt bahnte sich ein weiterer Misserfolg an.
 
„Die Halle war total ausverkauft, am Ende bekam die Mannschaft minutenlangen Beifall. Wir
sind noch nie Tabellenführer gewesen. Das ist ein absolutes Novum. Für uns war es auch das erste Mal, dass wir ein echtes Spitzenspiel hier in Böblingen hatten und dieses auch noch gewinnen konnten. Das Team ist im Konzert der Großen angekommen“, freute sich auch SV-Trainer Volker Ziegler.
 
Xu Yanhua machte der Europameisterin Wu Jiaduo das Leben zumindest anfangs schwer. Getreu dem Motto, da habe ich nichts zu verlieren zeigte die 42-jährige SV-Spielerin ein gutes Niveau. Die Entscheidung zu Gunsten der Kroppacherin fiel nach einem 1:1-Satzgleichstand, als Xu ein 5:1 und 7:4 verspielte und 8:11 scheiterte. Danach war der Widerstand gebrochen und Dudu besaß zum 11:4 keine Mühe mehr. Zuvor brachte Qianhong Gotsch (Foto) den Gastgeber gegen Jia Jun mit einem 11:4, 11:6, 5:11 und 11:9 sicher in Führung. „Jia Jun präsentierte sich sehr stark, weltklasse, aber Hongi war noch ein bisschen besser als weltklasse“, meinte Ziegler. Wu Jiaduo habe gegen Xu gewackelt, er sei mit der Leistung seiner Akteurin sehr zufrieden gewesen.
 
 Einen besonders schönen Erfolg aus ihrer Sicht feierte dann die ehemalige Kroppacherin Nicole Struse gegen Krisztina Toth, die zu Zeiten des FSV auch häufig ihre Doppelpartnerin war. Bestens vorbereitet und hoch motiviert ließ sich Struse nach einem 11:5, auch von einem 11:13 nicht aus der Bahn werfen. Im dritten Satz setzte sich die Neu-Böblingerin nach einem 5:5 mit zwei Punkten ab. Diesen Vorsprung nutzte sie zu einem 11:7. Im vierten Durchgang lief Struse eigentlich immer einem Rückstand hinterher, viel sprach dafür, dass sich die Ungarin in den fünften Satz retten sollte. Einem 3:1 und 7:6  folgte ein 10:8, doch Struse steckte nicht auf und wurde für ihren Ehrgeiz belohnt. Mit ihrem ersten Matchball zum 12:10 versetzte sie den Gästen einen empfindlichen Stich, denn nun stand Wu gegen Gotsch absolut unter Zugzwang. „Nicole wird einfach von Spiel zu Spiel besser, sehr stark“, lautete der Kommentar ihres Trainers. Struse habe die Nummer 27 der Weltrangliste geschlagen, und er glaube, da gehe noch mehr.
„In diesem brisanten Duell haben wohl beide Spielerinnen gezittert, mit dem positiven Ende für Nicole“, meinte FSV-Teambetreuer Dennis Leicher.
 
Die überragende Nummer eins des SV verteidigte gegen Wu Jiaduo mit einem 11:7, 11:5 und 11:3 ihre weiße Weste und verbesserte ihre Bilanz auf 9:0. Im dritten Satz nahm Dudu beim 0:3 eine Auszeit, aber wie immer zog Gotsch ihre Kreise unbeeindruckt weiter. „Die Europameisterin von 2000 war um Klassen besser, als die aktuelle Nummer eins“, sagte Ziegler.
 
„Die Niederlage von Dudu war einfach zu klar. Den dritten Satz ließ sie nahezu wehrlos über sich ergehen. Natürlich hatte sie eine stressige Zeit, ist müde und ausgepowert, aber das sollte nicht ihr Anspruch sein“, erklärte Leicher. Dieses Wochenende bedürfe in aller Ruhe einer Analyse. „Wir befinden uns in einem negativen Trend. Wir haben zwei Jahre lang fast alles gewonnen was es zu gewinnen gab. Jetzt müssen wir sehen, wie wir aus diesem Sumpf wieder heraus kommen. Wir haben nun bis zum 15. November Zeit die Spielerinnen wieder aufzurichten“, hofft Leicher.  

qianhonggotsch
 
 Martina Emmert (www.tischtennis.de)