Bleibt der FSV Kroppach auch in dieser Saison konkurrenzlos? PDF Drucken E-Mail
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Freitag, 19.30 Uhr: FSV Kroppach – TV Busenbach
 
 
Frankfurt/Main. Auf ihre Premiere für den FSV Kroppach und in Deutschland  freut sich Jia Jun (Foto). Die 23-jährige Chinesin löst Sun Bei Bei ab, die in ihre Heimat Singapur zurückgekehrt ist. „Jia Jun hat sich schon prima eingewöhnt. Sehr überrascht waren wir, dass sie die Begrüßung auf Deutsch könnte. Sie ist sehr herzlich und kommt auf uns zu. Auch beim Training gibt es keine Probleme“, berichtet FSV-Teambetreuer Dennis Leicher. Am vergangenen Spielwochenende habe sie die Mannschaft unterstützt und sich mit guten Tipps eingebracht. „Sie ist sehr, sehr selbstbewusst. Sie gehört zur B-Nationalmannschaft in China, bei der Masse dort an herausragenden Spielerinnen sagt das schon etwas aus. Die Bedeutung dieser Partie ist ihr aber sich noch nicht so bewusst, so dass sie unbelastet dabei ist“, sagt Leicher.
 
Wu Jiaduo absolviert seit 14 Tagen einen Lehrgang bei der Bundeswehr in Sonthofen. „Dudu kommt Donnerstag erst zurück. Mal sehen wie sie diesen Aufenthalt verkraftet und, ob sie die Spannung gehalten hat. Eine Prognose ist deshalb schwierig, denn wir spielen gegen zwei Kontrahenten, die selbst Meister werden wollen“, ist der Teambetreuer überzeugt.
 
 
Der TV Busenbach besitzt in dieser Saison mit 4:0 Punkten eine bessere Ausgangsposition vor der Partie in Kroppach als vergangene Saison. Die anfänglichen Niederlagen gegen den TTSV Saarlouis-Fraulautern und die SV Böblingen warfen den späteren Vizemeister entscheidend zurück.
Nachdem Elke Schall den Verein verlassen hat wird die Mannschaft um Spitzenspielerin Shan Xiao Na allgemein schwächer eingestuft. „Wir sind nicht mehr der große Gegenspieler. Die Ergebnisse haben aber gezeigt, dass sich kein Team die Punkte leicht abholen kann“, sagt TV-Manager Jörg Peter. Die Form von Kristin Silbereisen mache Mut. „Gegen Li Fen (Saarlouis-Fraulautern) hat sie nicht mit Glück gewonnen, sondern mit einer brillanten Leistung. Das erweckt die Zuversicht, dass sie konsequent vorankommt“, berichtet Peter. Auch Shan habe schon Erfolge gegen den FSV zu verzeichnen, und Laura Robertson habe in dieser Serie jeweils nur knapp verloren. „Vielleicht platzt bei ihr jetzt der Knoten. Entscheidend wird sein, wie wir in die Partie reinkommen. Ob wir es schaffen unsere Gastgeberinnen zu ärgern wird natürlich auch davon abhängig sein, wer gegen wen spielt“, erklärt der Manager. Bewahrheitet habe sich in den ersten Spielen, dass der amtierende Meister wohl wieder die stärkste Mannschaft präsentiere. Der inzwischen eingetroffenen neuen Spielerin des FSV Jia Jun eile auch der Ruf voraus, dass sie wahrscheinlich unschlagbar sei. „Wenn wir also in den Bereich des Doppels kommen, wären wir zufrieden“, sagt Peter.
 
 
 
Sonnabend, 18.30 Uhr: BFV Hassia Bingen – TuS Bad Driburg
 
 
 
Für den Neuling BFV Hassia Bingen steht gegen den TuS Bad Driburg das nächste Highlight auf dem Programm. Nach der verpassten Chance gegen den MTV Tostedt zu punkten führt der Weg in das angestrebte Mittelfeld nur über einen Sieg gegen den TuS. „Nach dem Erfolg gegen Hannover 96 war die Stimmung wesentlich gelöster. Auch wenn wir das Ergebnis nicht überbewerten dürfen, so trägt es aber vielleicht zur Stabilisierung der Mannschaft bei“, hofft BFV-Abteilungsleiter Joachim Lautebach.
 
Er sei schon überrascht wie gut sich Bad Driburg bislang behauptet hätte. „Ich dachte, wir sind auf Augenhöhe. Die Kurstädterinnen leben im Moment von Andrea Bakula, die alle mitreißt. Die Frage ist, ob sie dieses Niveau halten kann? Ich erwarte eine ausgeglichene Partie, bei der die Tagesform entscheidet“, ist Lautebach überzeugt. Für den BFV sei dies ein Vierpunktespiel. „Die Stimmung bei unserem ersten Heimspiel gegen Kroppach war schon super. Diese Unterstützung benötigen wir für die kommende Aufgabe erst Recht“, sagt der Abteilungsleiter.
 
„Auch nach der Niederlage gegen Böblingen sind wir nicht unzufrieden. In Bingen hoffen wir auf eine einigermaßen offene Partie. Andrea Bakula muss sich gegen Abwehrspielerinnen wie Ding Yaping nicht verstecken. Sie hat derzeit viel Spaß an ihrer eigenen Leistung, und wir haben Glück mit ihr“, findet TuS-Manager Franz-Josef Lingens ausnahmslos positive Worte für den Neuzugang. Das gesamte Team trainiere im Moment vor Ort, auch Bakula ist nicht in ihre kroatische Heimat gereist. „Wir können beim BFV immer noch beruhigt aufspielen, denn gegen Hannover 96 sind auch noch Punkte für uns möglich. Landen wir in Bingen einen Sieg, das wäre für uns auf dem Weg zum Klassenerhalt schon die halbe Miete“, sagt Lingens. Bei einem Erfolg gegen Dana Hadacova, einem Zähler gegen Ding Yaping oder Nanthana Komwong und im Doppel würde die Rechnung der Kurstädterinnen aufgehen.  
 
 
 
Sonntag, 10.30 Uhr: SV Böblingen – FSV Kroppach
 
 
 
Das Topspiel ist an Attraktivität derzeit nicht zu überbieten, denn gleich drei Europameisterinnen geben sich beim SV Böblingen gegen den FSV Kroppach die Ehre. Den Reigen eröffnete Nicole Struse 1996 in Bratislava, Qianhong Gotsch triumphierte 2000 in Bremen und die amtierende Meisterin sowie Spielerin des FSV Wu Jiaduo siegte erst kürzlich in Stuttgart.
 
„Hinzu kommt, dass Nicole und Xu Janhua Ex-Kroppacherinnen sind. Sportlich gesehen spielt der Tabellenführer gegen den Zweitplatzierten. Ich glaube, jeder der die Partie nicht live verfolgt, wird etwas verpassen“, freut sich SV-Trainer Volker Ziegler auf die Begegnung. Sein Team könne unbelastet dem Vergleich entgegen schauen, da die Gäste in jedem Spiel favorisiert seien.
 
Mit Gotsch (7:0-Bilanz) und Wu Jiaduo (6:0) treffen eventuell auch zwei Akteurinnen mit einer weißen Weste aufeinander, die sich in bestechender Form befinden. Abwehrass Gotsch stellte schon mehrfach ihre Klasse in dieser Saison unter Beweis. Hohe Rückstände lassen die inzwischen 41-Jährige völlig kalt, und ihr taktischer Variantenreichtum machen sie für jede Gegnerin unberechenbar. „Hongi ist einfach eine ganz Große“, bringt Ziegler mit wenigen Worten die Qualität der SV-Spitzenspielerin auf den Punkt. Aber auch Nicole habe sich zurück gemeldet. „Wir haben gesagt sie kommt, jetzt ist sie da“, meint der Trainer.
 
 
Ein heißes Duell erwartet der FSV Kroppach in Böblingen. „Ich hoffe, dass die Halle gut besucht ist, wir freuen uns auf viele Fans. Ein paar bringen wir auch mit, die mit einem kleinen Bus um 5.30 Uhr losfahren“, erklärt Dennis Leicher, Teambetreuer in Kroppach. Die Aufgabe werde nicht leicht, denn ein Verein, der seit Jahren über die beständigste Spielerin der Liga verfüge und noch Nicole Struse verpflichtet habe, der wolle nicht nur mitspielen, sondern selber den Titel gewinnen. „Deshalb lastet der Erfolgsdruck auch auf dem SV, mal sehen wie sie damit umgehen. Wir haben das in der zurückliegenden Zeit gelernt und sind damit gut fertig geworden“, berichtet Leicher.
 
Eine Aussage war dem Teambetreuer noch sehr wichtig: „Wir spielen nicht gegen Nicole sondern gegen den SV Böblingen.“

Martina Emmert (www.tischtennis.de)