Der TuS Bad Driburg setzt auch 3B Berlin Tischtennis schachmatt PDF Drucken E-Mail
3B Berlin Tischtennis – TuS Bad Driburg 2:3
  
Frankfurt/Main. Mit einem Knaller begann die Partie zwischen 3B Berlin Tischtennis und dem TuS Bad Driburg. Andrea Bakula düpierte die Nummer eins der Berlinerinnen Song Ah Sim mit einem 10:12, 11:7, 11:9 und 11:6.  „Andrea ist eine absolute Bereicherung für uns. Sie ist ehrgeizig, gibt keinen Ball verloren und motiviert auch noch den Rest der Mannschaft. Sie hat Song ganz schön vorgeführt“, sprühte TuS-Betreuer Herbert Waggermayer vor Begeisterung.
 
 Die Erinnerungen an das 1:3 aus der Saison 2008/2009 tauchten aus der Versenkung auf. Sollten sich die Gäste zum Angstgegner der Bundeshauptstädterinnen entpuppen?
 
Tanja Hain-Hofmann wusste den aufkommenden Eindruck mit einem 9:11, 9:11 und 8:11 gegen die stark aufspielende Shi Qi nicht zu widerlegen. Das 2:0 für die Kurstädterinnen stellte einen komfortablen Vorsprung gegen dieses Spitzenteam zur Pause dar.
 
Georgina Pota steigerte sich gegen ihre ungarische Landsfrau Li Bin nach einem 9:11, und ein 11:6, 12:10 ließ die Hoffnungen bei 3B wachsen, das Debakel noch zu verhindern. Beim 6:7 aus Sicht von Li Bin sollte ihr bei einem Time-out noch einmal eine zündende Idee kommen. Pota ließ sich nicht mehr beirren und ein 11:7 brachte den ersehnten Anschluss. „Diesen Punkt kalkulierten wir fest ein, weil sich beide gut kennen. Gina konnte immer gewinnen“, erklärte 3B-Manager Irina Palina.
 
Doch noch war die kritische Situation für Berlin nicht überstanden, denn Shi Qi hatte den letzten Vergleich gegen Song Ah Sim gewonnen. Die Chinesin auf Seiten des TuS legte dann mit einem 7:3 auch gleich los wie die Feuerwehr. Beim 9:9 hatte Shi Qi ihren Vorsprung eingebüßt und schließlich auch den Satz mit 10:12. Doch auch gegen Bakula sprach ein 12:10 anfangs für Song. Eine Parallele ergab sich gegen Shi Qi, die die Partie mit 11:7, 11:9 bestimmte. Rechtzeitig kehrte die Berlinerin mit einem 11:3 zurück. Im Entscheidungssatz besann sich Song nach einem 6:9 ihrer großen Stärke, dem Kampfgeist. Nur haudünn erspielte sie mit einem 12:10 das kaum noch für möglich gehaltene 2:2. „Das war ein Spiel mit sensationellen Ballwechseln, da konnte ich manchmal nur mit dem Kopf schütteln, weil ich kaum glauben konnte, was ich da gesehen habe“, berichtete Waggermayer.
 
 
Pota/Hain-Hofmann gegen Bakula/Li Bin lautete die Paarung im alles entscheidenden Doppel, in dem wiederum der Nervenkitzel Priorität besaß. 11:5, 6:11, 11:7, 9:8, 9:11 lautete die Chronologie der Sätze. Mit einem 4:1 setzten Bakula und Li Bin nach, die über 9:6 doch noch zu einem sensationellen 11:7 kamen. Der TuS Bad Driburg legte das Image eines Abstiegskandidaten nach dem dritten Sieg in Folge, mit nunmehr 6:2 Punkten auf den zweiten Tabellenplatz, endgültig ab. „Anfangs haben sich Andrea und Li Bin auf den Füßen gestanden, weil sie noch nicht zusammen im Doppel gespielt haben. Deshalb glaube ich, dass ihre Gegnerinnen uns nicht ernst genommen haben. Wir haben jetzt Blut geleckt, denn wir wussten gar nicht wie schön es ist da oben zu sein“, sagte Waggermayer bestens gelaunt.
 
„Wir sind sehr, sehr enttäuscht. Die Chancen waren nach einer 2:1-Satzführung da. Das Doppel hätten wir unbedingt gewinnen müssen, doch bei Tanja lief es am Ende nicht mehr rund“, berichtete Palina. Mit 4:4 Punkten auf dem vierten Tabellenrang verabschiedete sich Berlin erst einmal aus dem unmittelbaren Kreis der Meisterschaftsanwärter.
 
 
 
FSV Kroppach – Hannover 96   3:1
  
Letztendlich präsentierte sich die junge Mannschaft von Hannover 96 beim FSV Kroppach mit zu wenig Erfahrung ausgestattet, um gleich alle drei weltklasse Spielerinnen des amtierenden Deutschen Meisters ernsthaft in Gefahr zu bringen. Insgesamt kostete dieses Spiel den Gastgeber aber bei weitem mehr Anstrengungen, als im Vorfeld vermutet.
 
Rosalia Stähr zeichnete unter anderem für diese Mühen verantwortlich, weil sie gegen Krisztina Toth nach einem 0:2 noch einen Fünf-Satz-Sieg feierte. Toth sah sich nach einem 11:5  schon im zweiten Satz einem 3:6 gegenüber. 8:8 lautete der Gleichstand und mit ein wenig mehr Nachdruck holte sich die Ungarin auch das 10:8. Stähr zeigte in dieser Phase gute Ansätze und scheiterte nur knapp 12:14. Dadurch bestärkt legte sich die 19-jährige Defensivakteurin einen Zweipunktevorrat an und erarbeitete sich mit einem 11:7 unerwartet den dritten Satz. Im vierten Durchgang hielt die Nummer 27 der Weltrangliste ihre Gegnerin rechtzeitig auf Distanz. Beim 10:7 schien die Partie für die Kroppacherin bereits erledigt zu sein. Ihre Kontrahentin stemmte sich mit aller Macht dagegen und wurde für ihr Engagement mit einem 12:10 und ebenso engen 11:9 belohnt. „Rosalia wollte es allen beweisen. Schon im zweiten Satz registrierte sie, dass sie eine reelle Chance besaß. Danach hat Rosi super gekämpft und verdient gewonnen. Die richtigen Tipps hatte zwischendurch Marta Golota parat. Marta und die Mutter von Rosalia kommen aus Polen, deshalb konnten sich beide prima auf Polnisch unterhalten“, berichtete 96-Teammanager Gert Selig.
„Krisztina wirkte nach dem 2:0 etwas müde, weil sie gestern gegen Ding Yaping (Bingen) alles aus sich herausgeholt hat. Zuletzt spielte sie zu passiv, was Rosalia ermöglichte sogar mit Angriffsbällen zu punkten“, meinte FSV-Teambetreuer Dennis Leicher.
 
Wu Jiaduo ließ anfangs gegen Laura Matzke keine Zweifel aufkommen, so dass ein deutliches 3:0 nicht lange auf sich warten ließ.
 
Sun Bei Bei tat sich gegen Misaki Morizono dann äußerst schwer. Morizono trotzte der Kroppacherin nach einem 8:11 ein 11:8 ab und hielt auch den dritten Satz bis in die Schlussphase offen. Nach einem 9:11 konterte die Japanerin erneut mit einem 11:4. Sun Bei Bei musste nun alle Register ziehen. Nach einem 6:3 und einer Auszeit von Morizono quittierte die FSV-Spielerin das 6:6, dem prompt das Time-out von Sun Bei Bei folgte. Über die Zwischenstände 8:6, 8:7, 8:8, 8:9, 10:9 erreichte die Kroppacherin gegen eine gleichwertige Kontrahentin ein 11:9. „Wir hätten es Misaki so gegönnt, denn sie lieferte eine super Leistung ab, schade“, sagte Selig.
„Sun Bei Bei war nach der gestrigen deutlichen Niederlage verunsichert. Sie spielte häufig zu schnell, das kam Misaki entgegen. Die langsameren, weichen Bälle führten schließlich zum Erfolg“, analysierte Leicher.
 
Europameisterin Wu Jiaduo spannte ihr Team beim 11:9, 11:6 und 11:2 gegen Stähr nicht mehr auf die Folter. „Dudu hat in dieser Saison noch keinen Satz verloren. Das spricht für ihre Klasse“, sagte Leicher. Einen Appell richtete Leicher an die heimischen Fans: „Nicht jedes Spiel wird ein Spaziergang werden. Alle unsere Gegner verfügen über erstligataugliche Akteurinnen. Selbstläufer sind da nicht an der Tagesordnung.“
 
„Wir haben das Bestmögliche aus dieser Partie gemacht. Kroppach war haushoher Favorit“, gab sich Selig zufrieden. Mit 0:8 Punkten haben die Roten aus Hannover das Tabellenende momentan aber fest gepachtet.
 
Martina Emmert (www.tischtennis.de)