Spannung und Dramatik pur in Busenbach PDF Drucken E-Mail
TV Busenbach – TTSV Saarlouis-Fraulautern 3:2
  
Frankfurt/Main. Der TV Busenbach hat seinen Heimvorteil im Duell gegen den TTSV Saarlouis-Fraulautern knapp mit 3:2 genutzt – stand allerdings schon vor dem Aus.
Etwas überraschend hatten die Gäste die junge Petrissa Solja auf Position zwei aufgeboten, so dass sie das Eröffnungseinzel gegen Shan Xiao Na bestreiten musste. Dabei wehrte sich Solja prima, schaffte nach einem 0:2-Satzrückstand ein 11:9, konnte aber den Schwung dieses Durchgangs nicht zur Wende nutzen. Am Ende gewann die erfahrene Chinesin mit 3:1-Sätzen – den vierten Durchgang mit 11:8. Sabine Schlatterer, Geschäftsführerin des TVB, lobte die gute Leistung des Mädchens, ohne dabei die ihrer Spielerin außer Acht zu lassen. „Shan selbst war allerdings nicht ganz zufrieden.“
 
Eine sehr, sehr starke Vorstellung attestierte Schlatterer Kristin Silbereisen. Und in der Tat, es war schon beeindruckend, wie sie sich gegen Li Fen durchsetzte. Die beiden ersten Sätze gingen mit jeweils 11:8 an die Busenbacherin. Als dann Durchgang drei mit 11:5 eine lockere Beute der TTSV-Akteurin wurde, da befürchteten einige der rund 150 Fans einen möglichen Bruch im Spiel. Doch in der Endphase des vierten Satzes, da hatte Silbereisen ihre Gegnerin wieder im Griff und sorgte mit einem erneuten 11:8 für die scheinbar beruhigende 2:0-Führung des Gastgebers.
 
Laura Robertson wollte da ihren Mannschaftskameradinnen nicht nachstehen. Im ersten Abschnitt knüpfte sie mit einem 11:7 gegen Maria Fazekas nahtlos an die Leistungen ihrer Vorgängerinnen an. Im zweiten Abschnitt lag Robertson dann mit 2:5 und 5:8 hinten, doch beim 8:9 schien es so als sollte sie die Ungarin noch abfangen können, doch Fazekas nutzte beim 11:9 ihren zweiten Satzball zum 1:1-Ausgleich.
Durchgang drei begann mit einem hervorragenden 5:2 für die TVB-Spielerin, doch Fazekas schaffte das 9:8 und später das 11:9 zur 2:1-Satzführung. Der vierte Satz sah anfangs Robertson leicht vorne, und über ein 5:4 holte sie das 10:4, doch die Ungarin kam auf 10:9 heran, bevor Robertson dann doch das 11:9 zum Satzausgleich markierte. Über ein 4:2 und 9:4 verzeichnete die Saarländerin dann mit 11:4 das schwer erkämpfte 3:2.
 
Im Duell der beiden Chinesinnen Shan Xiao Na und Li Fen war der erste Durchgang gleich heiß umkämpft: 12:14, nachdem Shan schon geführt hatte. Auch im zweiten Abschnitt übernahm die TTSV-Spielerin die Initiative: 9:6 und 11:7. Auch Durchgang drei blieb in der Hand von Li Fen, die mit 9:6  führte und am Ende zum 12:10 für den 2:2-Ausgleich sorgte.
 
Im Schlussdoppel stellte Busenbach dann die „Geheimwaffe“ Jessica Göbel auf. Doch im ersten Satz konnte Göbel an der Seite von EM-Doppel-Bronzemedaillengewinnerin Silbereisen auch nur nahezu tatenlos zusehen, wie Petrissa Solja an der Seite von Maria Fazekas mit 11:3 sicher den ersten Satz einfuhr. Und auch im zweiten Abschnitt lagen die Gäste mit 8:5 vorne, konnten am Ende mit 11:8 gewinnen. Nach dem 11:8 für Busenbach zum 1:2 begann die dramatische Phase der Partie: Solja/Frazekas hatten zwei Matchbälle im vierten Satz beim 10:9 und 12:11, doch beide wehrte das TVB-Duo ab und gewann noch mit 14:12 zum 2:2-Satzausgleich.
Im letzten Durchgang des Tages nahm das Gästeduo beim 1:4 seine Auszeit und schaffte noch das 5:5. Am Ende aber siegten die Damen aus Busenbach, die mit 11:6 das 3:2 markierten und dabei den Jubel der Fans und des gesamten Trainer- und Betreuerstabes genossen. Traurig war der Gast, der sich bravourös heran gekämpft hatte, am Ende aber doch mit leeren Händen dastand.  
 
"Das Publikum war heute, speziell im Schlussdoppel, unsere fünfte Spielerin, die sind so toll mitgegangen, das war einfach super", sagte Schlatterer. Sie habe immer, auch nach den Rückständen, ein gutes Gefühl gehabt. "Die Beiden haben einfach klasse gespielt, obwohl Jessica kalt in das Doppel gegangen ist und erst einmal ihren Rhythmus finden musste." Doch nach dem Gewinn das vierten Satzes zum 2:2-Ausgleich, da sei für sie klar gewesen, dass das Spiel noch gut ausgehen würde, sagte Schlatterer. "Für uns war klar, dass wir in einem möglichen Schlussdoppel Jessica und Kristin einsetzen würden", erklärte die Geschäftsführerin. Sie habe auch vermutet, dass der Gast Maria Fazekas an der Seite von Amelie Solja einsetzen würde. "Maria hat einfach fantastisch gespielt", lobte Schlatterer.  
  
 
BFV Hassia Bingen – FSV Kroppach 1:3
  
Aufsteiger BFV Hassia Bingen wagte gegen den FSV Kroppach eine überraschende Aufstellung. Nicht Abwehrass Ding Yaping spielte auf Position eins, sondern Dana Hadaova. Die tschechische Nationalakteurin sorgte mit dem 11:8 und 11:3 gegen Sun Bei Bei gleich für einen fulminanten Auftakt gegen den amtierenden Deutschen Meister. Beim 5:4 im dritten Satz für Hadacova nahm die Asiatin ein Time-out, doch auch nach einem 6:6-Zwischenstand, hatte die Gastgeberin zum 9:7 und 10:8 die Nase vorn. Das 11:8 zum 1:0 für den Neuling stellte das Spiel erst einmal auf den Kopf.
 
Nach diesem sensationellen Beginn vor rund 270 Zuschauern standen sich Zhang Ying und Europameisterin Wu Jiaduo gegenüber. Sichtlich beeindruckt vom Rückstand ihrer Mannschaft geriet Dudu erst einmal 2:5 gegen die Binger Abwehrspielerin ins Hintertreffen. Die Nummer 20 der Weltrangliste fing sich jedoch schnell und holte sich mit einem 11:7, 11:2 die ersten beiden Sätze. Zhang bewies eine tolle Moral, steckte nicht auf und ging 9:8 im dritten Durchgang in Führung. Wu Jiaduo blieb locker und markierte mit einem 11:9 das 1:1. „Die Mannschaft hat die Aufstellung zusammen mit unserem Betreuer Sven Müller besprochen. Dana hat gegen Sun Bei Bei taktisch ausgezeichnet gespielt. Sie hat ihre Gegnerin kurz gehalten und dann selbst den Angriff gesucht“, zeigte sich BFV-Abteilungsleiter Joachim Lautebach begeistert. „Ich kann nur bestätigen, Dana hat ein feines Händchen bewiesen und Sun Bei Bei zu Fehlern gezwungen, Kompliment“, sagte FSV-Teambetreuer Dennis Leicher. Um Wu Jiaduo müsse er sich überhaupt keine Gedanken machen, da sie sehr stabil auftrete.
 
Eine Revanche strebte Krisztina Toth gegen Ding Yaping an. Die Kroppacher Linkshänderin unterlag in der Saison 2008/2009 mit 0:3. Mit einem 11:9 und 12:10 untermauerte die Ungarin ihre Ambitionen. Im dritten Satz unternahm Ding Yaping zum 3:1 einen zaghaften Versuch die Partie noch zu drehen, doch erneut zog Toth zum 7:4 davon, 7:7, 8:7 und 10:7. Gleich mit dem ersten Matchball beglich die FSV-Spielerin die offene Rechnung. „Mir fehlen die Worte, und mir gehen die Superlative aus. Das waren Ballwechsel vom Allerfeinsten. Ein 8:10 im zweiten Satz vereitelte Krisztina mit Ballonabwehr. Das überaus faire Publikum hat für die tollen Ballwechsel und nicht nur für eine Spielerin geklatscht“, berichtete Leicher. Immer wenn es wichtig sei, sei auch auf „Tothi“ Verlass.
 
Hadacova gab auch im zweiten Einzel ihr Bestes, doch Wu Jiaduo präsentiert sich weiterhin in der Form ihres Lebens und offenbart keine Schwächen. Beim 11:9, 11:4 und 11:5 gab sie der Tschechin nicht die Spur einer Chance und so blieb es beim Ehrenpunkt des Aufsteigers.
 
„Im Großen und Ganzen sind wir zufrieden, denn wir haben guten Sport gesehen. Gegen den Deutschen Meister zu verlieren ist für einen Neuling sicher keine Schande. Die Stimmung war zumindest klasse“, sagte Lautebach.
 
„Dieses Spiel war seinen Eintritt wert. Wenn Bingen noch mit Nanthana Komwong antritt, wird sich noch mancher Gegner die Zähne ausbeißen. Ich möchte noch einen Dank an unsere Fans richten, die mit einem Bus und einigen Privat-PKW`s angereist sind. Diese Unterstützung konnten wir heute gut gebrauchen“, erklärte Leicher.
 
Ausschnitte der Partie sind am kommenden Montag ab 18.15 Uhr im Südwestfernsehen zu sehen.
 
 
 
DJK TuS Essen-Holsterhausen – Hannover 96 3:0
  
Die Akteurinnen der DJK TuS Essen-Holsterhausen haben die Erwartungen gegen Hannover 96 übertroffen. Ein Sieg gegen den Abstiegskandidaten plante das Management zwar ein, dass er souverän mit 3:0 glücken würde, kam dann doch unerwartet. Das Lob nach einer starken Leistung gebührt Mädchennationalspielerin Kathrin Mühlbach, die Laura Matzke beim 11:8, 9:11 16:14 und 11:5 auf dem falschen Fuß erwischte. Die Entscheidung zu Gunsten der Essenerin fiel gegen ihre letztjährige Teamkollegin im dritten Satz. Nach verlorenem zweiten Durchgang knickte nicht etwa Mühlbach ein, sondern Matzke wusste beim 10:9 und noch einmal beim 13:12 ihre Satzbälle zur 2:1-Führung nicht zu nutzen. Die erst 17-jährige Mühlbach verwandelte schließlich ihrerseits den vierten Satzball in der Verlängerungsphase. Danach spielte Mühlbach noch befreiter auf, und der Widerstand bei Matzke erlosch nahezu vollständig. Erst am vergangenen Wochenende glänzte die Hannoveranerin  beim Erfolg gegen Nicole Struse (Böblingen), so dass sie eindeutig als Favoritin in die Partie gegangen war. „Laura enttäuschte keinesfalls. Kathrin präsentierte sich wie eine Gummiwand und brachte einfach jeden Ball zurück. In langen Rallyes  hatte Laura häufig das Nachsehen. Auch mit der Drucksituation, die nach dem 0:1 entstanden war, muss Laura noch lernen umzugehen“, analysierte 96-Teammanager Gert Selig. Außerdem sei 96 ohne Trainer unterwegs gewesen, und beim DJK habe mit Wang Zhi ein Trainer gecoacht, der beide Spielerinnen sehr gut vom Training in Düsseldorf kenne.
Auf der Gegenseite herrschte bei Mühlbach überschwängliche Freude, da dies für sie das erste "echte" Erfolgserlebnis in der 1. Bundesliga darstellte. Der Sieg in der vergangenen Serie gegen Ying-ni Zhan (TuS Bad Driburg) ergab sich kampflos.
 
Zu Beginn der Partie überzeugte beim Gastgeber Aya Umemura mit einem glatten 3:0 gegen die Polin Marta Golota. „Marta musste wegen einer Verletzung am Oberschenkel mit Schmerzmitteln spielen. Ihr fehlte die Spritzigkeit“, sagte Selig.
 
Erst am Donnerstag dieser Woche traf in Hannover die 17-jährige Japanerin Misaki Morizono ein, die die Niederlages der Roten gegen Zhenqi Barthel nicht verhindern konnte. „Misaki wirkte müde, ihr machte wohl die Zeitumstellung zu schaffen. Sie hat sich nach der Partie entschuldigt, dass sie verloren hat. Sie war so traurig, dass wir die Hilfe zum Trösten von Aya Umemura angenommen haben“, erklärte der Teammanager.
 
„Unsere Mannschaft hat die Pflichtaufgabe mit Bravour gelöst. Eine mannschaftlich sehr geschlossene Vorstellung. Kathrin hat hervorragend gespielt. Die Beiden haben super Ballwechsel gezeigt, die Fans dachten zeitweise, dass sie sich einen Schaukampf liefern. Zu Beginn der Partie besaß Laura große Probleme mit den Aufschlägen von Kathrin. Unser Punktekonto ist nun wieder ausgeglichen“, gab sich DJK-Manager Hans-Willi Frohn zufrieden.

Axel und Martina Emmert (www.tischtennis.de)