Der FSV Kroppach gewinnt klar, und Hannover 96 verpasst eine Überraschung nur knapp PDF Drucken E-Mail
FSV Kroppach – 3B Berlin Tischtennis: 3:1
 
 
Frankfurt/Main. Der FSV Kroppach bereitete Europameisterin Wu Jiaduo einen überschwänglichen Empfang. „Dudu hat viele Blumen bekommen, und unsere Sponsoren haben sie ebenfalls reich beschenkt“, sagte FSV-Teambetreuer Dennis Leicher. Danach stand das Sportliche im Vordergrund.
 
Ein spannendes Spiel entwickelte sich gegen 3B Berlin Tischtennis nur kurzzeitig. Den besseren Start erwischte bereits der Gastgeber. Sun Bei Bei scheiterte im ersten Satz gegen die Ungarin Georgina Pota noch knapp mit 10:12. Nachdem die Asiatin einen Rückstand im zweiten Satz egalisiert hatte lief jedoch alles wie am Schnürchen zum 11:9, 11:6, 11:6. „Ich habe schon nach unserer Partie in Bad Driburg gesagt, wenn sie so weiter macht, ist Wang Yue Gu schnell vergessen. Sun Bei Bei hat in jedem Satz 10:6 geführt, ihr Sieg geht absolut in Ordnung“, berichtete Leicher.
 
Krisztina Toth begann sehr konzentriert gegen Song Ah Sim und legte ein 11:6, 11:8 vor, so dass ein 2:0 zum Greifen nahe schien. Doch nicht zum ersten Mal drehte die Spitzenspielerin der Berlinerinnen eine aussichtslose Partie. Bekannt für ihre kämpferischen Qualitäten markierte Song mit einem 11:5, 11:8 und 11:6 das 1:1. „Krisztina hat von ihrer EM-Verletzung noch etwas übrig behalten. Sie hat alles versucht. Im fünften Satz hat Song auch auf die Ballonabwehr die richtige Antwort parat gehabt“, analysierte der Teambetreuer.
 
Nach der Pause knüpfte Wu Jiaduo nahtlos an ihre glänzende Form von der Europameisterschaft an, in dem sie Tanja Hain-Hofmann beim glatten 3:0 keine Siegchance einräumte. „Im ersten Satz hatte Dudu noch Probleme mit dem Rückschlag, wenn Tanja Aufschlag hatte. Dudu verfügt im Moment über soviel Selbstbewusstsein, so dass sie in den Ballwechseln keine leichten Fehler macht und enge Sätze gewinnt“, freute sich Leicher.
Die letztendlich meisterliche Vorstellung der Kroppacherinnen vollendete Sun Bei Bei mit einem unglaublich starken 11:5, 12:10 und 11:6 gegen Song Ah Sim. „Wir werden unseren Sieg und die Europameisterschaft von Wu Jiaduo natürlich noch ausgiebig feiern“, erklärte der Teambetreuer.
 
„Wir sind schon etwas enttäuscht. Obwohl Song im ersten Einzel in ihrer unnachahmlichen Art kämpfte, hatte sie heute nicht ihren besten Tag. Sun Bei Bei spielte zudem sehr clever“, sagte 3B-Managerin Irina Palina. Die Chance sei für Georgina Pota gegen Sun Bei Bei dagewesen. „Sie kennen sich aus früheren Vergleichen, und die Bilanz lautete vorher 1:1. Unsere Hoffnungen erfüllten sich jedoch nicht“, resümierte Palina. Wu Jiaduo habe sehr locker und gut aufgespielt, so dass Tanja nichts habe ausrichten können.
  
 
Hannover 96 – SV Böblingen: 2:3
 
 
Der Ruf eines Absteigers eilte Hannover 96 schon vor dem ersten Ballwechsel in der Saison voraus. Dass aber kein Team unterschätzt werden sollte, diese Erfahrung machte die SV Böblingen, die in Hannover mit einem blauen Auge davon kam.
 
Bereits in den Einzeln wartete Hannover 96 mit einer personellen Veränderung zum Auftaktspiel beim TTSV Saarlouis-Fraulautern auf. Für die 17-jährige Japanerin Misaki Morizono kam Rosalia Stähr zum Einsatz, die eine Entzündung an der Achillessehne überstanden hat. Aber auch die Gäste traten nicht wie erwartet mit Xu Janhua an, sondern gaben der türkischen Nationalspielerin Fulya Özler eine Chance. Die Debütantin stand im ersten Einzel der Polin Marta Golota gegenüber, die die  22-jährige EM-Teilnehmerin mit einem 11:7, 11:7 überraschte. Im dritten Durchgang erspielte sich Özler zum 5:3 erstmalig eine Führung, die sie beim 8:8 zwar kurzfristig einbüßte, aber nach einem 10:8 nutzte der SV-Neuzugang den zweiten Satzball zum 11:9. Danach fand Golota ihre Linie wieder und ein deutliches 11:6 brachte den Roten das 1:0. Der 1:1-Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten, denn im Abwehrduell zwischen Rosalia Stähr und Qianhong Gotsch war die 19 Jahre alte Hanoveranerin beim 5:11, 5:11 und 5:11 noch überfordert.
 
Eine faustdicke Überraschung bahnte sich an, als Jungnationalspielerin Laura Matzke mit einem 11:6, 11:7, 11:6 gegen Nicole Struse triumphierte und 96 völlig unvermutet mit 2:1 in Führung brachte. Die mehrfache Europa- und Deutsche Meisterin verfehlte ihr Comeback für ihren neuen Verein damit deutlich. „Nicole ist ehrgeizig genug, dass ihr diese Niederlage natürlich nicht schmeckte. Ihr fehlt aber eindeutig die Spielpraxis, und für uns war es kein Beinbruch. Ein Kompliment geht an Laura, die sehr variabel gespielt hat, so dass Nicole nicht ihren Rhythmus fand“, erklärte SV-Trainer Volker Ziegler.
 
Auf den Schultern von Qianhong Gotsch lastete nun erst einmal die Verantwortung ihre Mannschaft überhaupt im Geschäft zu halten. Sie holte mit einem 11:6, 11:9, 9:11 und souveränen 11:4 gegen Marta Golota die Kohlen aus dem Feuer. „Wir waren schon überzeugt, dass Hongi zwei Punkte macht. Marta Golota hat auch in diesem Einzel super gespielt, die Niederlage von Fulya erschien deshalb in einem ganz anderen Licht“, analysierte Ziegler. Fulya habe von der ganzen Mannschaft das Vertrauen geschenkt bekommen. „Dadurch war uns schon bewusst, dass das Spiel diesen Verlauf nehmen konnte. Aber so dramatisch wie es aussah, war es nicht. Ich hatte zu keiner Zeit Bedenken, dass wir verlieren“, sagte der Trainer.
 
Das Doppel Nicole Struse und Xu Janhua geriet im Abschlussdoppel gegen die Gastgeberinnen Rosalia Stähr/Laura Matzke erheblich unter Erfolgsdruck. Nach hartnäckiger Gegenwehr siegte die Routine der SV-Akteurinnen mit einem 11:3, 11:9, über einen 8:8-Zwischenstand und 11:8. „Der Erfolg hatte nicht nur mit Erfahrung zu tun, denn beide Akteurinnen sind exzellente Doppelspielerinnen. Ich war mir recht sicher, dass wir gut aussehen“, erklärte Ziegler.
 
„Wir sind sehr zufrieden mit unserer Leistung. Wir haben uns teuer verkauft. Marta Golota wurde 15 Minuten vor Spielbeginn bestohlen. Unter diesem psychologischen Druck spielte sie einfach fantastisch. Die Partie gegen Özler hat sie klar dominiert und somit verdient gesiegt. Auch der Satzgewinn gegen Gotsch war aller Ehren wert “, berichtete Hannovers Teammanager Gert Selig. Nach der Partie sei auf die Polizei gewartet worden. „Das Spiel von Laura war sehr erfreulich und imponierend. Sie knüpfte an die ihre ausgezeichnete EM-Leistung an. Auf der Vorstellung der gesamten Mannschaft lässt sich aufbauen“, meinte Selig.

 Martina Emmert (www.tischtennis.de)