Wu Jiaduos Traum geht weiter PDF Drucken E-Mail

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Stuttgart.
Die Wu Jiaduo (Foto) Festspiele bei den LIEBHERR Europameisterschaften in Stuttgart gehen weiter. Nachdem sich die 32-Jährige gestern an ihrem Geburtstag mit der Bronzemedaille selbst das schönste Geschenk machen konnte, band sie einen Tag danach noch die rote Schleife drum. In einem gutklassigen Halbfinale bezwang sie die Viktoria Pavlovich mit 4:3 Sätzen.
Gegen die weißrussische Abwehrspielerin war Geduld der Schlüssel zum Erfolg. „Ich hatte gehofft, dass sie nicht vier Sätze auf diesem hohen Niveau würde spielen können. Ich musste auf den richtigen Moment warten, um ihre dichte Abwehr zu durchbrechen.“ Die Taktik ging auf, auch wenn Pavlovich immer wieder versuchte, mit eigenen Offensivaktionen den Rhythmus der Deutschen zu stören. „Mit ihren Angriffsschlägen hat sie mich oft überrascht.“

"Wu hat sehr gut gespielt"

„Das war eine sehr enge Partie", befand auch die unterlegene Pavlovich. "Im siebten Satz bin ich mental etwas müde geworden. Ich hatte insgesamt einfach sehr viele Spiele zu bestreiten, auch in der Mannschaft. Aber natürlich hat Wu auch sehr gut gespielt.“
Für Bundestrainer Jörg Bitzigeio war auch die gute körperliche wie mentale Verfassung Wus ausschlagebend für den Sieg. „Sie war in ihren Aktionen sehr konzentriert und hat gut gekämpft. Für das Finale kann ich keine Favoritin ausmachen, die Chancen stehen für mich 50:50."

Im Endspiel trifft Wu Jiaduo ab 15 Uhr auf Margaryta Pesotska, die sich im zweiten Halbfinale gegen die Titelverteidigerin Ruta Paskauskiene aus Litauen durchsetzen konnte. „Schon jetzt ist das Turnier das beste meiner Karriere“, schwärmt „Dudu“. Wer weiß, vielleicht wird es ja sogar noch ein bisschen besser.

Jugendeuropameisterin im Finale

Überraschend aber durchaus verdient besiegte im zweiten Halbfinale die erst 18-jährige Margaryta Pesotska die Europameisterin von 2008, Ruta Paskauskiene. Es war ein spannendes und äußerst knappes Spiel, in dem Pesotska nur wenig leichte Fehler machte und ihre Gegnerin immer wieder mit Vorhand-Topspins zu Fehlern zwang. Paskauskiene konnte ihrerseits nur selten ihr sicheres Konterspiel erfolgreich abschließen. Die Titelverteidigerin wehrte sich insbesondere im 5. Satz mit all ihrer Erfahrung, den sie mit 16:14 gewann, konnte die Niederlage aber nicht abwenden.

„Ich konnte die Schussmöglichkeiten, die ich hatte, nicht nutzen“, analysierte die Litauerin. „Auch habe ich ungewöhnlich viele Fehler mit meiner sonst so sicheren Rückhand gemacht. Aber Pesotska hat heute stark gespielt. Die Bronzemedaille ist für mich ein Erfolg, auch wen ich im letzten Jahr noch den Titel gewonnen habe."
Überglücklich war die 2-malige Jugendeuropameisterin Pesotska nach dem verwandelten Matchball. „Ich habe nicht erwartet, zu gewinnen und freue mich riesig. Über das Finale mache ich mir keine Gedanken. Ich werde einfach mein Bestes geben.“


Damen-Einzel, Halbfinale
Ruta Paskauskiene LTU - Margaryta Pesotska UKR 2:4 (-11, 3, -9 -3, 14, 9)
Wu Jiaduo - Viktoria Pavlovich BLR 4:3 (-8, 9, -8, 2, 8, -7, 6)

Damen-Einzel, Finale, 15 Uhr
Wu Jiaduo - Margaryta Pesotska UKR 

Klaus Rettner/Ralf Meyer/MO
Fotos: M. Schillings
www.tischtennis.de