Deutscher Meister verliert Champions-League-Finale PDF Drucken E-Mail
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Deutscher Meister steht mit leeren Händen da
 
Kroppach. Der FSV Kroppach hat das große Ziel erneut nicht erreicht: Nach dem 3:2-Sieg im Hinspiel in der Champions-League in Linz gab es nun im Rückspiel gegen Linz AG Froschberg ein 1:3 – aus und vorbei. Der Pokal gehört den Österreicherinnen. Tief saß anschließend der Stachel der Enttäuschung. Nach der erfolgreichen Verteidigung der Deutschen Meisterschaft sollte endlich das Double geschafft werden, doch daraus wurde nichts. Im letzten Einzel des Tages verlor Wang Yue Gu mit 1:3 gegen Liu Jia. Die ehemalige Europameisterin hatte bereits zuvor gegen Wu Jiaduo gewonnen und war somit fast im Alleingang für den Gesamtsieg in der Champions-League verantwortlich.
Der Auftakt war so ganz nach dem Wunsch der Gastgeber: Wang Yue Gu sorgte in einem spannenden und hochdramatischen Spiel für das 1:0, indem sie die ehemalige Kroppacherin Zhu Hong nach 1:2-Satzrückstand noch mit 11:9 und 11:9 in fünf Sätzen besiegen konnte. Und das, obwohl sie auch noch im fünften Satz mit 3:5 zurücklag.
Die Hoffnung auf eine 2:0-Führung zur Pause erfüllte sich nicht. Wu Jiaduo „Dudu“ hatte es mehrfach auf dem Schläger, sich entscheidende Vorteile auf dem Weg zum Sieg gegen Liu Jia zu verschaffen. Doch sowohl im dritten als auch in vierten Satz verpasste sie es, Satzbälle für sich zu nutzen. Und so kam es, dass sie Satz drei nach 10:9 noch 10:12 und Satz vier nach 10:7 ebenfalls mit 10:12 verlor.
 
Danach zeigte Krisztina Toth einmal mehr kämpferische Qualitäten – jedoch ohne Happy-End. Nachdem sie den ersten Satz gegen Li Qianbing noch mit 7:11 verloren hatte, schaffte sie mit zwei Energieleistungen, jeweils ein 12:10, die 2:1-Satzführung. Doch das Glück verließ die Ungarin: Mit 6:11 und 9:11 verlor sie zum 1:2-Rückstand für ihr Team. Damit war klar, dass Kroppach nun beide Einzel gewinnen musste, um den Pokal in den Händen zu halten.
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Aber Wang schaffte es nicht, diese Hoffnung zu nähren. Nach verlorenem erstem Durchgang deklassierte sie ihre österreichische Gegner Liu Jia zwar mit 11:3, doch danach dominierte nur noch der Gast.
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"Wir haben heute mit Linz das bessere Team zu Gast gehabt, die Österreicherinnen haben verdient gewonnen", zeigte sich FSV-Trainer Dennis Leicher als fairer Verlierer. Es sei ihm eine solche sportlich faire Niederlage lieber und besser zu verkraften gewesen als die Niederlage am grünen Tisch von der vergangenen Saison. "Sicher war auch ein wenig Glück dabei, doch das gehört bei einem solchen Spiel auch immer dazu", ergänzte der Coach. Leid tue ihm die Niederlage vor allen Dingen für seine Spielerinnen, die prima gekämpft hätten. "Besonders Krisztina Toth hat sich zwei Jahre für diesen Titel bei uns gequält, bei ihr sind schon einige Tränen geflossen", berichtete Leicher.
Jetzt werde er mit der Mannschaft "noch ein paar trinken". Nicht, um den Frust zu bewältigen, sondern einfach, weil auch die zweifache Deutsche Meisterschaft und zweimal der zweite Platz in der Champions-League Grund genug zum Feiern sei. 
 
Günther Renner (Manager Froschberg): "Wir sind natürlich überglücklich! Aber ich bin auch sehr hoffnungsvoll nach Kroppach gefahren, weil ich wusste, dass Susi seit einigen Monaten in der Form ihres Lebens ist und mittlerweile auch mental so stark ist, dass ich ihr zwei so wichtige Punkte zugetraut habe. Wir hatten kalkuliert, dass es für uns von Vorteil sein würde, Li Qiangbing das vorentscheidende dritte Match machen zu lassen, weil sie normalerweise in so wichtigen Situationen nicht die Nerven verliert. Unser Plan ist aufgegangen, Li hat der Belastung besser standgehalten als Kriszti Toth."
Aufnahmen: Dr. Stephan Roscher