Meister deklassiert den Vizemeister PDF Drucken E-Mail
FSV Kroppach - TV Busenbach 3:0
 
Kroppach. Es war als Spitzenspiel, vielleicht sogar als Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gedacht, doch durch die Souveränität des FSV Kroppach war ja die Meisterschaft bereits entschieden. Und so hatte die heutige Partie des Meisters FSV gegen den Vizemeister TV Busenbach nur noch für die Statistiker Bedeutung. Die hofften zwar auf ein spannendes Match zweier Teams auf Augenhöhe, doch die Hoffnung erfüllte sich nicht. Nach zwei Spielen „mit halber Truppe“, bedingt durch Verletzungen und Erkrankungen, konnte der FSV im Match gegen Busenbach zumindest mit drei gesunden Spielerinnen antreten. Und damit überraschend deutlich gegen einen scheinbar schwach agierenden Vizemeister gewinnen. Beim 3:0 waren die Spannungsmomente der Partie rar. Die Kroppacher Fans fiebern jetzt dem eigentlichen Saisonhöhepunkt entgegen, dem Finale um die Champions-League, das am Sonnabend ansteht.
 
Etwas überraschend hatte der FSV nach langer Pause noch einmal Nicole Struse (Foto)nominiert, die die nach wie vor verletzte Wu Jiaduo vertrat und ihre Sache gut machte. Gegen Laura Robertson holte Struse nach 1:2-Satzrückstand den vorentscheidenden Zähler zur 2:0-Führung zur Pause. Für das 1:0 hatte Wang Yue Gu gesorgt, die Elke Schall mit 3:1 besiegte. Dabei hatte Schall, die ihr letztes Spiel im Trikot des TVB machte, furios begonnen und mit 11:7 den ersten Satz gewonnen. Doch ab Satz Nummer zwei übernahm die Kroppacherin das Kommando und gewann die folgenden Durchgänge relativ souverän.
Im dritten Match war es Krisztina Toth vergönnt, gegen Kristin Silberensen mit 3:0 zu gewinnen und damit für den deutlichen Endstand von 3:0 zu sorgen. Lediglich im dritten Spielabschnitt hatte Silbereisen eine Chance, als sie einige Matchbälle abwehrte.
"Wir haben dem Deutschen Meister unsere Aufwartung gemacht und noch einmal ein ordentliches Spiel abgeliefert, allerdings hat man gemerkt, dass bei Kroppach doch noch mehr Spannung drin war, weil sie ja noch in der Champions-League spielen, während für uns die Saison bereits zu Ende ist", sagte Jörg Peter, Manager des TV Busenbach. Er sei sehr zufrieden mit dem zweiten Platz in dieser Saison und habe sich über die anschließende Ehrung durch Thomas Weikert, den Präsidenten des DTTB, sehr gefreut. Dass Shan Xiao Na nicht gespielt habe, habe keine besonderen Gründe gehabt. "Wir wollten halt noch einmal mit Elke Schall, Kristin Silbereisen und Laura Robertson spielen", sagte Peter.   
 
Für Dennis Leicher, Coach des FSV, war die Leistung aller drei Spielerinnen überaus lobenswert. Auf "Dudu" musste er verzichten, sie hatte bis zum heutigen Abend noch nicht trainiert und ist immer noch verletzt. "Aber Nicole hat ihre Sache sehr gut gemacht, Laura Robertson konnte ihr nicht das Wasser reichen, dazu war Nicole zu clever", sagte Leicher. Seinen Hut ziehe er vor der Leistung und Einstellung von Krisztina Toth. "Sie ist einfach eine tolle Spielerin und ein feiner Mensch, sie ist das Beste, was Kroppach passieren konnte", lobte Leicher. Wang letztlich habe ihre ganze Routine ausgespielt, die ausreichte, um gegen Schall zu gewinnen. Er sei ein wenig enttäuscht von der Leistung des Gegners und habe mit mehr Gegenwehr gerechnet. "Es ging zwar nur noch um das Prestige, doch das ist ja wohl genug, um ein wenig mehr zu zeigen." Nun hoffe er, dass sich die gute Leistung am Sonnabend im Finale der Champions-League gegen Linz fortsetze.
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Aufnahme: Dr. Stephan Roscher