Jubel beim FSV Kroppach nach 3:2-Triumph in Österreich vor gut 300 Zuschauern PDF Drucken E-Mail
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Linz AG Froschberg – FSV Kroppach 2:3:
 
Krisztina Toth in Galaform
 
Linz. Der FSV Kroppach wurde bei der Linz  AG Froschberg mit einer unerwarteten Mannschaftsaufstellung konfrontiert. Iveta Vacenovska erhielt den Vorzug vor Li Qiangbing, was eigentlich den Wünschen der Kroppacher entsprach, doch die tschechische Nationalspielerin übernahm nicht wie vermutet die Position drei. Sie spielte erstmalig in dieser Champions-League Serie hinter Liu Jia auf Platz zwei. Zhu Hong positionierten die Österreicherinnen dafür auf drei. Wu Jiaduo traf im Eröffnungseinzel auf die Nummer 13 der Weltrangliste, Liu Jia, die einen guten Start erwischte. Nach einem 1:5, 3:7 und 7:10 wehrte Deutschlands Nummer eins drei Satzbälle ab, doch die ehemalige Europameisterin präsentierte sich nervenstark und markierte ein 12:10. Im zweiten Durchgang bestätigte Liu Jia ihre ausgezeichnete Leistung und gab „Dudu“ beim 11:4 keine Chance. Im dritten Satz konnte sich die Kroppacherin aus der Umklammerung lösen und ging 6:2 in Führung.  Ein 7:4-Vorsprung bedeutete aber immer noch keine Sicherheit, denn über ein 8:6 glich Liu Jia zum 9:9 aus. „Dudu“ erkämpfte sich zum 10:9 ihren ersten Satzball, doch das 10:10 folgte. Mit eigenem Aufschlag erspielte sich die Österreicherin den ersten Matchball, und Wu Jiaduo suchte ihr Heil in einem Time-out. Diese Maßnahme brachte keinen Erfolg mehr, der Satz endete 10:12.
 
Von diesem deutlichen 0:1-Rückstand ließ sich die Nummer eins des FSV, Wang Yue Gu, anfangs nicht beeindrucken. Nach einem 11:7 entwickelte sich das Match gegen Vacenovska zu einem „Eiertanz“ auf höchstem Niveau, denn ein 9:11 bescherte den Linzerinnen einen wichtigen Satzgewinn, der im Rückspiel an Bedeutung gewinnen kann. Im dritten Durchgang baute sich die Asiatin ein 10:6 auf, und sie schaffte schließlich mit einem 11:8 das 2:1. Eine ganz klare Führung sollte danach die Entscheidung zu Gunsten der Kroppacherinnen bringen, doch Wang unterschätze den Kampfgeist ihrer Gegnerin, die sie beim 9:9 zur Auszeit zwang. Der  gerissene Faden konnte nicht mehr gekittet werden, so dass Vacenovska mit einem 11:9 zum 2:2-Satzausgleich überraschte. Es ergab sich also ein offener Schlagabtausch, bei dem Satzverluste überhaupt keine Rolle mehr spielten, denn der fest einkalkulierte Sieg von Wang wurde auf einmal vakant. Die Spannung und Dramatik spitzte sich im Entscheidungssatz bis zum 6:6 weiter zu, ehe die Erlösung beim 9:6 und 10:6 näherrückte. Die Erleichterung war beim 11:7 groß. „Die Tschechin hatte nichts zu verlieren, da kann man als Nummer neun der Weltrangliste nur schlecht aussehen“, erklärte FSV-Manager Horst Schüchen.
 
Krisztina Toth präsentierte sich auf Seiten des amtierenden Deutschen Meisters einsatzbereit, was nach einer bei den German Open zugezogenen Zerrung lange in den Sternen stand. Gegen Abwehrspezialistin Zhu Hong, die Toth aus Zeiten beim FSV Kroppach bestens kannte, wartete allerdings eine mehr als schwere Aufgabe auf sie. Doch Toth zeigte sich gut eingestellt und erspielte sich nach einem 7:10 im ersten Satz noch ein starkes 12:10. Nach einem 4:11 und 11:5  hatte die auf Position 25 der Weltrangliste notierte Kroppacherin die Sensation beim 8:3, 8:6, 9:7 und 9:8 so dicht vor Augen, 9:9, 10:10, 10:11, 10:12. Toth musste den 2:2-Satzausgleich zulassen. Im Entscheidungssatz setzte die Ungarin ihre glänzende Vorstellung zum 5:1 fort, und „Maja“ zeigte eine Reaktion, in dem sie eine Auszeit nahm. Toth behielt die Übersicht und  brachte den FSV mit einem 11:6 in Führung. „Das war einfach nur toll was Krisztina da geleistet hat. Durch die nicht erwartete Aufstellung hatten wir diesen Punkt gar nicht auf der Rechnung“, freute sich Schüchen.
 
Ohne Chance blieb anschließend Wang Yue Gu gegen Liu Jia, die sich fast ohne jegliche Gegenwehr 6:11, 2:11, 7:11 geschlagen geben musste. „Liu Jia hat mit der Unterstützung der heimischen Fans im Rücken sehr stark gespielt. Aber wir sind schon etwas enttäuscht, weil wir uns mehr gegen „Susi“ versprochen hatten. Doch sie hatte immer die passende Antwort parat“, sagte der Mananger.
 
Der Druck, der auf Wu Jiaduo lastete, war nun enorm, denn Vacenovska hatte gegen Wang eine tadellose Vorstellung geboten. „Dudu“ überzeugte aber auf ganzer Linie und beherrschte ihre Kontrahentin nach Belieben mit einem 11:9, 11:5 und 11:9.
 
„Es ist für uns das A und O, dass wir mit einem positiven Erlebnis nach Hause reisen. Insgesamt müssen wir unseren Gastgebern ein Kompliment machen. Was die hier auf die Beine gestellt haben, das war schon aller Ehren wert. Sie haben sehr viel Werbung gemacht, es war viel Prominenz da, und die Stimmung war klasse und vor allem sehr, sehr fair. Es gab überhaupt keine Probleme“, berichtete Schüchen zufrieden.
 
Das Rückspiel beginnt  am 11. April um 18.30 Uhr in Kroppach.
Aufnahme: Dr. Stephan Roscher
 
Martina Emmert (www.tischtennis.de)