Zweimal werden wir noch wach, heißa dann ist für den FSV Kroppach Meisterschaftstag PDF Drucken E-Mail
Zweimal werden wir noch wach, heißa dann ist für den FSV Kroppach MeisterschaftstagWu Jiaduo vom FSV Kroppach macht den Sieg perfekt und der siebte Deutsche Meistertitel ist nur noch reine Formsache (Aufnahme: Ronny Pabst)
Kroppach. Der FSV Kroppach hat sich mit dem 6:2 gegen den ttc berlin eastside den sechsten Titelgewinn in Folge quasi schon geangelt, entsprechend war der Jubel nach den entscheidenden Punkten von Shan Xiaona und Wu Jiaduo nach der Pause. Eine  Niederlage gegen den noch sieglosen NSC Watzenborn-Steinberg zum großen Saisonausklang käme einer Sensation gleich. Da diese theoretische Chance aber besteht, müssen sich die FSV-Spielerinnen, wie erwartet, noch ein wenig in Geduld üben bis die Sektkorken knallen dürfen. Die Bundeshauptstädterinnen verkauften sich teuer und ließen auch den Kampfgeist nicht vermissen.

 

FSV Kroppach – ttc berlin eastside: 6:2

 

Jede Spielerin trägt zum Erfolg bei



Immerhin 205 Fans begleiteten den FSV Kroppach Richtung Zielgerade im Kampf um den siebten Deutschen Meistertitel. Noch kein Heimspiel in dieser Saison war so gut besucht, aber diese vorletzte Etappe in der Bundesliga, und das gegen den Champions-League-Gewinner 2012, den ttc berlin eastside, hätte sich eine ausverkaufte Halle verdient gehabt.

 

Soweit waren die Gäste in der Hinrunde auch schon einmal, gemeint war das 1:1 in den Doppeln. Die beiden Topduos der Liga behaupteten sich analog, denn Georgina Pota/Petra Lovas markierten für die Berlinerinnen mit einem 3:1 gegen Wu Jiaduo/Kristin Silbereisen das 1:0. Im vierten Satz ergab sich nach einem 8:6 und 9:9 eine spannende Phase, in der beide Parteien die Auszeit nutzen, ehe sich die Ungarinnen knapp durchsetzten. Shan Xiaona/Krisztina Toth trafen auf Irene Ivancan und Polina Mikhaylova, Letztere fehlte im ersten Vergleich krankheitsbedingt. Doch von verstärkter Gegenwehr keine Spur, sodass der FSV mit einem 3:0 sicher ausglich.

 

Wie im Flug verging das erste Einzel zwischen der Deutsche Meisterin Shan gegen ihre Nationalteamkollegin und Vize-Europameisterin von 2011 Ivancan beim 11:4, 11:3 und 11:8. Silbereisen erledigte ihre Aufgabe gegen die zweite Abwehrspielerin der Gäste, die Russin Mikhaylova, mit einem 11:9, 11:9, 11:6 ebenso souverän, sodass sie den dritten Punkt schon an Land zog, während im oberen Paarkreuz Wu Jiaduo noch in den letzten Zügen gegen Pota lag. Mit  einem insgesamt nervenstarken Auftritt und einem 16:14 im vierten Durchgang zog Dudu ihrer Kontrahentin den Zahn. Anfänglich hatte die Nummer eins der Berlinerinnen ihr Messer gewetzt und ging mit 11:8 in Führung. Mit einem 11:5 ließ die Antwort der Nummer 30 der Weltrangliste nicht lange auf sich warten. Im dritten Abschnitt schenkten sich die beiden Konkurrentinnen nichts, doch zum 8:6 und beim 10:9 hielt die Ungarin gute Trümpfe in der Hand. Das Full House legte dann aber Dudu mit einem 13:11 auf den Tisch. Auch nach diesem Rückstand mangelte es der 28-Jährigen nicht an Kampfgeist, die einige Matchbälle vereitelte, dann aber doch haarscharf den Kürzeren zog.

Eine Revanche lag dann Toth gegen Lovas am Herzen, denn die Nummer vier der Kroppacherinnen zeichnete in der ersten Saisonhälfte für die einzige

Petra Lovas punktet für den ttc berlin eastside (Aufnahme: Ronny Pabst)Petra Lovas punktet für den ttc berlin eastside (Aufnahme: Ronny Pabst)
Niederlage im Einzel verantwortlich. Und das ausgerechnet noch im Duell zweier Ungarinnen, das schmeckte Toth seinerzeit kein bisschen. Nach einem 9:11, 11:9, bekam die 38-jährige Gastgeberin zum 7:3 Oberwasser. Lovas erhöhte das Risiko, packte das 9:9 und sogar das 10:9. In der Verlängerungsphase war Toth die mutigere Spielerin, die zum 14:12 verdient punktete. Im vierten Satz baute sich Toth ein 6:4 auf, doch diesmal war Lovas auf der Hut und legte ein konzentriertes 12:10 hin. Zum 0:5 geriet Toth im fünften Satz auf die schiefe Bahn, und auch ein Aufbäumen konnte das 7:11 und das 4:2 zur Pause wieder nicht verhindern.

Ein schnelles Ende deutete sich an, als Shan gegen Pota und Wu Jiaduo gegen Ivancan jeweils 2:0 nach Sätzen vorn lagen. Dudu zeichnete sich im zweiten Abschnitt nach einem 2:5 und 8:10 mit einem wichtigen 13:11 aus. Die Penholderspielerin quittierte nach Vergabe eines Matchballs beim 10:9 im dritten Abschnitt mit 10:12, 6:11 überraschend den Ausgleich. Beim 3:5 im fünften Satz kam ein Time-out zum richtigen Zeitpunkt. Aus einem 5:7 wurde schließlich ein 11:8, und für das i-Tüpfelchen sorgte Dudu, die nach einem 8:11, Ivancan mit einem 11:8 zum 6:2-Endstand besiegte.

    

„Wir sind durchaus mit der Zuschauerunterstützung zufrieden, und wir haben alles richtig gemacht. Unsere Spielerinnen lieferten ein sehr hohes Niveau ab, und natürlich haben wir uns über unseren entscheidenden Sieg gefreut. Den werden wir auf jeden Fall schon begießen. Krisztina hätten wir den Sieg so gegönnt, und sie war so dicht dran. Aber im Doppel agierte sie hochkonzentriert und war absolut auf den Erfolg fokussiert. Wir sind absolut stolz auf unsere Spielerinnen, denn diese Mannschaft benötigte die wenigste Führung, alle arbeiteten professionell. Uns fehlt nur noch ein Wimpernschlag zum Titelgewinn, und wir haben schon Glückwünsche aus Amerika und Australien erhalten“, sagte FSV-Manager Horst Schüchen.

„Wir haben in drei Jahren nur ein Spiel verloren, wenn sich eine Mannschaft die Deutsche Meisterschaft verdient hat, dann unsere. Tothi hat gegen Petra viel gearbeitet, und sie ging ein hohes Risiko. Ihre Niederlage war wirklich schade. Der Knackpunkt zu unseren Gunsten war das 3:1 von Dudu gegen Georgina. Das war eine enge Kiste. Letztendlich möchte ich keine Spielerin hervorheben, alle haben zum Erfolg beigetragen“, meinte FSV-Betreuer Dennis Leicher mehr als zufrieden.



  

Martina Emmert (www.tischtennis.de)