Kroppach peilt zum Abschied siebten Titel an PDF Drucken E-Mail


Tischtennis Der FSV braucht drei Punkte aus den beiden Heimspielen gegen Berlin am Freitag und Watzenborn am Sonntag

Von unserem Redakteur Christoph Gerhards

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Dieses Quartett holte die Meistertitel 2011 und 2012 nach Kroppach und will nun erneut triumphieren, oben die gebürtigen Chinesinnen und eingebürgerten deutschen Nationalspielerinnen Wu Jiaduo und Shan Xiaona, unten Kristin Silbereisen und Krisztina Toth.Fotos: Marco Rosbach


Kroppach. Teamchef Dennis Leicher weiß vor den letzten beiden Tischtennis-Bundesligaspielen des FSV Kroppach: „Ein wenig Abschiedsschmerz wird am Sonntag schon dabei sein.“ Versüßen will sich der Tabellenführer seinen Rückzug aus dem deutschen Oberhaus mit dem siebten deutschen Meistertitel, dem sechsten in Folge. Um auf der sicheren Seite zu sein, braucht der FSV Kroppach drei Punkte aus den beiden Heimspielen am Freitag, 19.30 Uhr, gegen den Tabellenvierten TTC Berlin und am Sonntag, 14 Uhr, gegen das punktlose Schlusslicht NSC Watzenborn-Steinberg.

Und Leicher ist sich fast sicher, dass dieses Ziel erreicht wird: „Wenn wir gegen Berlin verletzungsfrei bleiben, sind wir gegen Watzenborn im Spiel des Ersten gegen den Letzten haushoher Favorit.“ Er weiß, dass sein Quartett durch den klaren 6:1-Erfolg von Verfolger Saarlouis-Fraulautern gegen Berlin vom vergangenen Sonntag noch mal ein wenig unter Druck gesetzt wurde. „Eine Niederlage dürfen wir uns gegen Berlin nicht leisten. Wir brauchen einen Punkt, wir wollen ihn – und wir holen ihn.“

Überhaupt sind es Wille und Erfolgshunger, die der Teamchef bei den FSV-Spielerinnen Shan Xiaona, „Dudu“ Wu Jiaduo, Kristin Silbereisen und Krisztina Toth so besonders schätzt: „Die Mannschaft hat in der Vergangenheit immer den absoluten Siegeswillen an den Tag gelegt und damit zuletzt in Saarlouis einen fast aussichtslosen Rückstand aufgeholt, das sollte weiteres Selbstvertrauen geben. Unsere Spielerinnen sind gierig, sie wollen den erneuten Titelgewinn und kämpfen um jeden Ball.“

Die Berlinerinnen mit Vize-Europameisterin Irene Ivancan, den beiden ungarischen Nationalspielerinnen Georgina Pota und Petra Lovas und der Russin Polina Mikhaylova sind laut Leicher „das Überraschungsei“ der Bundesliga. Sie leisteten dem FSV die wahrscheinlich alles entscheidende Schützenhilfe mit ihrem 6:4-Sieg über Saarlouis in der Hinrunde. Es war bislang das einzige Spiel, das vom Spitzenduo aus Kroppach und Berlin in dieser Bundesligasaison verloren wurde.

Am vergangenen Wochenende verlor das Quartett aus der Hauptstadt das Rückspiel in Saarlouis mit 1:6, überzeugte aber zwei Tage zuvor beim Sieg in Bingen. „Das ist halt eine sehr gute Mannschaft, der es lediglich ein wenig an der nötigen Konstanz mangelt. Aber wenn die Berlinerinnen in einen Lauf hereinfinden, dann ist es sehr schwer, gegen sie zu spielen.“ In der Hinrunde gewannen die Kroppacherinnen deutlich mit 6:2, allerdings musste Irene Ivancan am Ende ihr Einzel gegen Wu verletzungsbedingt kampflos abgeben. Die Punkte für Berlin holten das Doppel Pota/Lovas sowie Petra Lovas mit einem Fünfsatz-Erfolg über ihre Landsfrau Krisztina Toth.

Deren sportliche Zukunft ist übrigens geklärt, sie wird für den Bayerischen Tischtennis-Verband als Koordinatorin der Leistungszentren arbeiten. Shan Xiaona und Kristin Silbereisen wechseln – wie gemeldet – zum Freitag-Gast nach Berlin, und „Dudu“ Wu Jiaduo zieht es offenbar ins Ausland – nach dem Abschiedsschmerz in Kroppach...

Westerwälder Zeitung vom Donnerstag, 18. April 2013, Seite 13