Shan Xiaona ist bei Debüt gleich Favoritin PDF Drucken E-Mail


Kroppach und Grenzau bei der DM in Bamberg mit je zwei Profis vertreten –

Silbereisen will im Einzel ins Halbfinale

Bamberg. Nach der verletzungsbedingten Absage von „Dudu“ Wu Jiaduo – die Titelverteidigerin hatte sich beim World-Tour-Turnier in Katar eine Zerrung an der Rückseite des Oberschenkels zugezogen und war nicht rechtzeitig fit geworden – sind die beiden Westerwälder Tischtennis-Hochburgen TTC Zugbrücke Grenzau und FSV Kroppach am Wochenende bei den deutschen Meisterschaften in Bamberg nur noch mit einem Quartett vertreten. Von heute an wollen Kristin Silbereisen und DM-Debütantin Shan Xiaona (beide Kroppach) sowie die Grenzauer Ruwen Filus und Zoltan Fejer-Konnerth im Kampf um die Medaillen ein Wörtchen mitreden.



Westerwälder Endspiel möglich

Die Chancen auf Edelmetall sind durch „Dudus“ Absage leicht gesunken, das ist unbestritten. Aber vielleicht ist es auch ein Ansporn für das verbliebene FSV-Duo, für die verletzte Mannschaftskollegin mitzukämpfen. „Mein Ziel ist das Halbfinale“, kündigt Silbereisen selbstbewusst an, gibt jedoch zu bedenken, dass das Feld bei den nationalen Titelkämpfen immer stärker werde. Das Halbfinale ist das Ziel, der große Traum der künftigen Berlinerin wäre aber gewiss ein Endspiel gegen ihre beste Freundin und langjährige Weggefährtin Shan Xiaona, die zur neuen Saison ebenfalls in der Hauptstadt für den TTC Eastside an die Platte gehen wird. Um im Kampf um Gold und Silber auf Shan, die erst kurz vor der laufenden Runde die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen hatte, zu treffen, müsste Silbereisen aber namhafte Konkurrentinnen aus der Bundesliga bezwingen, darunter die zweifache Deutsche Meisterin Zhenqi Barthel (TTG Bingen), die in der Setzliste die Spitzenposition der verletzten Wu Jiaduo eingenommen hat. Auch im Doppel zählt Barthel Top-Favoritinnen – an der Seite von Kroppachs Shan Xiaona. Die beiden glänzten zuletzt bei den gleichermaßen hochkarätig besetzten wie dotierten Katar Open, wo sie im Doppel die große Überraschung waren und bis ins Finale vorstießen.



Filus und Fejer-Konnerth dabei

Für die beiden Grenzauer sind die Aussichten, mit einer Medaille in den Westerwald zurückzukehren, weniger gut. Es sind andere Namen, die bei den Männern genannt werden, wenn es um die heißesten Anwärter auf Gold, Silber und Bronze geht. Bastian Steger setzte sich im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in Folge die DM-Krone auf und wird in Bamberg alles daran setzen, das Titel-Triple perfekt zu machen. Doch die Konkurrenz ist gewarnt, und mit Rekordeuropameister Timo Boll, der seinen zehnten Einzeltitel bei einer DM anpeilt, sowie Dimitrij Ovtcharov, Christian Süß oder Patrick Baum haben die ärgsten Widersacher aber allesamt gehobenes internationales Format. Der kleine Vorteil von Ruwen Filus und Routinier Zoltan Fejer-Konnerth: Sie werden bei den Titelkämpfen von Bamberg nicht so sehr im Fokus stehen wie die erste Garde der deutschen Nationalspieler. Positiv auf das Selbstbewusstsein des Abwehrspezialisten Filus auswirken dürfte sich in einer alles andere als leichten Bundesliga-Saison der TTC-Profis sein jüngster Erfolg im Heimspiel gegen Ochsenhausen. Dort fügte er Tiago Apolonia die erste Rückrunden-Niederlage zu – und das glatt in drei Sätzen. ros

Westerwälder Zeitung vom Freitag, 1. März 2013, Seite 13