Der geplante Rückzug des FSV Kroppach schlägt ein wie eine Bombe PDF Drucken E-Mail
Kroppach. Die Rhein-Zeitung hat am gestrigen Abend mit ihrer Online-Meldung bereits  das große Feuerwerk in den Medien ausgelöst, denn der sechsmalige Deutsche Meister FSV Kroppach und aktuelle Herbstmeister verkündete, nach zwölf Jahren Zugehörigkeit, seinen Rückzug aus der 1. Liga nach dem Ende der Saison 2012/13. 2003 erspielte sich der Klub aus dem Westerwald den Europapokal der Landesmeister.

Der geplante Rückzug des FSV Kroppach schlägt ein wie eine Bombe
Der amtierende Deutsche Meister FSV Kroppach schockt mit seinem geplanten Rückzug die Liga (hier nach dem Sieg im Mai 2012)


Dieser Knaller löste erst einmal allgemeines Kopfschütteln aus, denn wie kann ein so erfolgreicher Verein, einfach das Handtuch werfen. „Einfach war die Entscheidung auf keinen Fall, und die Emotionen kommen erst jetzt richtig hoch, nachdem wir unseren Rückzug offiziell bekannt gemacht haben. Einen richtigen Zeitpunkt für diesen Schritt gab es wohl nicht, auch die Spielerinnen traf die Verkündung, die von Hans-Jürgen Bertling, Wilfried Leicher und mir getragen wird, völlig unvorbereitet“, nahm Manager Horst Schüchen Stellung.  

Die Planungen des Managements orientierten sich stets über einen Zeitraum von vier Jahren, ein langer Rhythmus. „Mit dem Landessportbund hatten wir immer eine Institution im Hintergrund, die Wert auf Olympiateilnehmerinnen und Nationalakteurinnen legte. Wir hatten die Option die Reißleine jederzeit ziehen zu können, falls uns Sponsoren abspringen. Nun sind wir froh, dass wir diesen Zeitpunkt selbst bestimmen konnten. Es ist nicht wichtig eine Top-Mannschaft oder entsprechende Vorturner zu haben, die das finanzielle regeln. Die zahlreichen Helfer, die die Würstchen verkaufen oder die die Tribüne aufbauen, auf die kommt es an. Da sich ein Großteil dieser Unterstützer sowie wir selbst im fortgeschrittenen Alter befinden, wollten wir uns diese Anstrengungen in den nächsten Jahren nicht mehr zumuten. Wir sind selbst schmerzlich davon berührt, denn wir haben das beste Team was wir je hatten“, sagte Schüchen. Alle Spielerinnen seien so sympathisch und könnten jedem Klub unbesehen empfohlen werden. Für Shan Xiaona, den Nationalspielerinnen Wu Jiaduo und Kristin Silbereisen sowie der Ungarin Krisztina Toth geht damit eine Ära zu Ende. „Kristin und Shan sind seit drei, Tothi seit sechs Jahren und Dudu eigentlich schon von Anfang an dabei. Unser größtes Interesse liegt nun darin, dass die Spielerinnen einen neuen, guten Verein finden, indem sie sich so zu Hause fühlen können wie bei uns“, erklärte der Manager. Dass sich das Quartett nun hängen lasse, was die Chancen im Meisterschaftsrennen mit dem Tabellenzweiten TTSV Saarlouis-Fraulautern erhöhe, befürchtet Schüchen nicht.   

Martina Emmert (www.toschtennis.de)