Kroppach führt Tabelle alleine an PDF Drucken E-Mail
FSV bezwingt Bingen 6:4 und profitiert von Saarlouis-Niederlage

Von unserem Redakteur Christoph Gerhards

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Für die Kroppacher liefen die Doppel gegen Bingen gar nicht nach Plan. Shan Xiaona (vorn) und Krisztina Toth (rechts dahinter) verloren ebenso in vier Sätzen wie „Dudu“ Wu Jiaduo und Kristin Silbereisen. Foto: Marco Rosbach


Kroppach. In der Tischtennis-Bundesliga der Frauen zeigten die beiden Titelfavoriten Nerven. Der TTSV Saarlouis-Fraulautern kassierte in Berlin mit einem 4:6 seine erste Saisonniederlage. Der FSV Kroppach nutzte diesen Patzer seines großen Herausforderers aus. Der Deutsche Meister geriet allerdings ebenfalls mit 0:2 in Rückstand und musste dreieinhalb Stunden lang sehr hart kämpfen, um den starken Tabellendritten TTG Bingen/ Münster-Sarmsheim mit 6:4 zu bezwingen.

Lange Gesichter gab es auf Kroppacher Seite schon nach einer halben Stunde. Statt der erhofften 2:0-Führung gab es gegen die bislang in dieser Saison in den Doppeln recht schwachen Gäste einen völlig überraschenden 0:2-Rückstand. „Bei Shan/Toth war nicht ganz die gewohnte Qualität da, Wu/Silbereisen wirkten in einigen Phasen ein wenig übereifrig“, sagte Vorstandsmitglied Wilfried Leicher, „aber die Spielerinnen sind halt keine Maschinen. Das ist das erste Mal seit gefühlten Ewigkeiten, dass unsere Mannschaft beide Doppel abgibt.“

Damit stand das FSV-Quartett in den Einzeln enorm unter Druck. Dem schien das obere Paarkreuz zunächst standzuhalten, doch nach gewonnenem ersten Satz folgten tiefe Talsohlen. Wu führte gegen Ding Yaping mit 11:4 und 4:1, als bei Deutschlands Nummer eins völlig der Faden riss. Und „Nana“ Shan Xiaona lag gegen die deutsche Nationalspielerin Zhenqi Barthel mit 14:12, 4:3 vorn, als ihr urplötzlich gar nichts mehr gelang und Barthel bis zur einer 5:0-Führung im dritten Satz 13 Punkte in Folge machte! Es spricht für Shans Kampfgeist, dass sie diesen Durchgang dann noch mit 11:9 gewann und für ihre mentale Stärke, dass sie den Punkt zum 1:2-Anschluss sicherte. Gleiches gilt für Wu, die nach einem 1:2 gegen Ding ins Match zurückfand, die engen Sätze vier und fünf für sich entschied und für den FSV zum 2:2 ausglich.

Kroppach war wieder in der Erfolgsspur, erst recht, als Kristin Silbereisen gegen Laura Robertson – nicht unbedingt ihre Lieblingsgegnerin – den kuriosen ersten Satz über die Zwischenstände 4:1 und 5:9 mit 11:9 und dann souverän das Match gewann. Doch das Wechselbad der Gefühle ging für die FSV-Anhänger weiter: Krisztina Toth unterlag Dana Cechova nach einer 2:1-Führung mit 2:3. Somit ging es mit einem 3:3 in die Pase. „Bis jetzt war jedes Match ein Zitterspiel“, meinte Leicher.

Und es ging so spannend weiter: Shan gewann auch ihr zweites Einzel in vier Sätzen und brachte Kroppach gegen Ding Yaping wieder mit 4:3 in Führung. „Dudu“ Wu Jiaduo ging auch gegen Zhenqi Barthel, wie zuvor gegen Ding, in einen fünften Durchgang – und hatte wieder nach einem 1:2-Satzrückstand das bessere Ende für sich. Im Entscheidungssatz machte sie aus einem 1:4 ein 11:5. „Qualität setzt sich halt eben durch“, pflegt Kroppachs Teamchef Dennis Leicher so etwas zu kommentieren. Damit hatten Shan und Wu im oberen Paarkreuz die optimale Ausbeute von vier Einzelpunkten eingefahren und für eine Kroppacher 5:3-Führung gesorgt.

Somit war es an Kristin Silbereisen und/oder Krisztina Toth, den Sieg einzutüten. Silbereisen schaffte es nicht, sie unterlag der an diesem Abend sehr starken Dana Cechova glatt in drei Sätzen. Doch Krisztina Toth ließ gegen Laura Robertson nichts anbrennen und setzte sich in drei Sätzen durch.

Damit geht der Titelverteidiger als alleiniger Tabellenführer mit zwei Punkten Vorsprung in sein letztes Hinrundenspiel am heutigen Samstag beim Aufsteiger Watzenborn-Steinberg.



FSV Kroppach - TTG Bingen 6:4

Shan/Toth - Ding/Cechova 8:11, 7:11, 11:5, 7:11; Wu/Silbereisen - Barthel/Robertson 11:6, 9:11, 15:17, 9:11; Shan - Barthel 14:12, 4:11, 11:9, 11:7; Wu - Ding 11:4, 9:11, 3:11, 11:9, 11:8; Silbereisen - Robertson 11:9, 11:4, 12:10; Toth - Cechova 9:11, 12:10, 11:3, 8:11, 8:11; Shan - Ding 11:2, 11:9, 5:11, 11:8; Wu - Barthel 2:11, 11:7, 8:11, 11:7, 11:5; Silbereisen - Cechova 4:11, 6:11, 8:11; Toth - Robertson 11:7, 11:3, 11:5.

Westerwälder Zeitung vom Samstag, 15. Dezember 2012, Seite 21