Der FSV Kroppach holt sich die Herbstmeisterschaft PDF Drucken E-Mail

 

Der FSV Kroppach holt sich die Herbstmeisterschaft
Spitzenspielerin Shan Xiaona vom Herbstmeister FSV Kroppach beendet die Hinrunde mit einer starken 10:2-Bilanz (Aufnahme: Rainer Oppenheimer)
Frankfurt/Main. Der TTSV Saarlouis-Fraulautern hat nach dem überraschenden 4:6 gegen den ttc berlin eastside entscheidenden Boden im Kampf um die Meisterschaft eingebüßt. Eine Niederlage, die dem Tabellenführer FSV Kroppach in die Karten spielte, und der sich mit einem 6:0 beim Aufsteiger NSC Watzenborn-Steinberg, mit 15:1 Punkten, die Herbstmeisterschaft sicherte. Der ttc berlin eastside setzte seinen Aufwärtstrend mit einem 6:0 im Ostderby bei den LTTV Leutzscher Füchsen 1990 fort. Erfreulich, dass sich weder der NSC noch der LTTV grämen, im Gegenteil beide Mannschaften sind hellauf begeistert.

 

 

NSC Watzenborn-Steinberg – FSV Kroppach: 0:6

 

NSC zieht positives Resümee der Hinrunde

Für Schlusslicht NSC Watzenborn-Steinberg erfüllte sich gegen den Herbstmeister FSV Kroppach mit 110 Fans bereits ein Wunsch. Unter den Zuschauern befanden sich auch der DTTB-Präsident Thomas Weickert und Professor Dr. Christoph Zielinski, Abteilungsleiter Sport im hessischen Innenministerium. Obwohl die Gastgeberinnen mit 0:16 Punkten zum Ausklang der Hinrunde die rote Laterne fest im Griff haben, respektierten Gegner, Zuschauer und Medien die Philosophie des Aufsteigers. Einmal gegen die ganz Großen der Liga antreten zu dürfen, wird als Ehre betrachtet. Die Niederlagen werden keinesfalls als Schmach aufgenommen, im Gegenteil alle Spielerinnen versichern die Freude und den Spaß am Spiel glaubhaft. So werden Christine Apel/Désirée Czajkowski mit ihrem 9:11, 11:9, 5:11, 5:11 gegen Shan Xiaona/Krisztina Toth zufrieden gewesen sein. Auch der erste Satz verlief bis zum 9:9 ausgeglichen. Angelina Gürz/Inka Dönges hatten gegen das Topduo Wu Jiaduo/Kristin Silbereisen beim 6:11, 7:11, 3:11 wie erwartet keine Chance.

In den Einzeln zeigte Gürz, dass sie in der Liga auf einem guten Weg ist, denn sie zog sich gegen die Nummer 24 der Weltrangliste Wu Jiaduo beim 9:11, 11:8, 7:11 achtbar aus der Affäre. Erst im vierten Abschnitt zog Dudu zum 1:9 schnell auf und davon und beendete mit einem 11:2 die Partie. Zuvor hatte Shan gegen Dömges mit einem 3:0 das 4:0 erzielt. Nach zwei

Angelina Gürz vom NSC Watzenborn-Steinberg (Aufnahme: Rainer Oppenheimer)
Angelina Gürz vom NSC Watzenborn-Steinberg (Aufnahme: Rainer Oppenheimer)
Auftaktniederlagen gegen den TTSV Saarlouis-Fraulautern erspielte sich die Nummer eins der Kroppacherinnen inzwischen zehn Siege in Serie. Im unteren Paarkreuz hingen dann die Trauben für Apel und Czajkowski gegen Toth und Silbereisen hoch, sodass sich kein weiterer Satzgewinn ergab.


„Nach dem gestrigen tollen, von der ganzen Mannschaft erkämpften Sieg gegen Bingen, war dies der lockere Abschluss. Die Freude über die Herbstmeisterschaft war groß, und natürlich kommt noch immer keine Langeweile in Sachen Erfolg bei uns auf. Tothi konnte mit ihrer Ballonabwehr für Stimmung sorgen, und sie wurde zusammen mit Dudu auch noch zahlreichen Autogrammwünschen nach dem Spiel gerecht. Angelina Gürz ging ein hohes Risiko in ihren Schlägen ein, die sie aber nicht über die komplette Distanz auf den Tisch brachte. Wir sind zufrieden und sehen ein paar ruhigen Tagen gern entgegen“, sagte FSV-Teambetreuer Dennis Leicher.

„In den Doppeln und oben konnten wir gut mitgehalten. Unsere Gäste waren zwei Stunden vor dem ersten Aufschlag vor Ort, und sie wirkten nicht unkonzentriert. Inka spielte einige tolle Topspinns gegen Shan, und auch Angelina zeigte eine hervorragende Leistung mit einem Satzgewinn gegen Dudu. Wir freuten uns über die Prominenz,  und darüber, dass Kroppach auch nicht mehr Fans bei Heimspielen hat als wir. Nach der Begegnung gab es noch eine Verlosung mit einer Tombola, außerdem durften die Kinder mit unseren Spielerinnen ein paar Bälle schlagen. Wir sind rund um zufrieden“,berichtete NSC-Cheftrainer Markus Reiter, der anschließend noch eine beeindruckendes Resümee der Hinrunde abgab.

„Der Saisonauftakt in Böblingen war so herzlich und voller Respekt, trotz der sportlichen Unterschiede, dass ich mir einen besseren Einstieg in das Abenteuer 1.Liga nicht hätte vorstellen können.  "Respekt" haben uns bisher alle Teams und ihre sportlichen Leitungen entgegengebracht. Das freut uns und zeigt auch, dass sogar ein Exot wie wir seinen Platz in der 1.Liga hat. Sportlich war sicherlich der Doppelerfolg von Angelina Gürz mit der erst 12jährigen Lea Grohmann bei der Heimpremiere gegen Leipzig der Knaller, der die gesamte Vorrunde überstrahlte. Es war einer dieser magischen Momente, die man nicht erklären und nicht verstehen kann, wenn man nicht dabei gewesen ist. Darüber wird noch Jahre später mit Staunen und Kopfschütteln geredet werden. Eine echte Sensation. Sehr emotional habe ich auch den 5-Satz-Sieg von Angelina Gürz gegen Cechova in Bingen erlebt. Da wir die Bingener Spielerin aber schon recht gut aus der 2.Liga kannten, war es aber keine so große Sensation wie der Doppelerfolg. Ich hoffe, wir haben weiterhin so viel Spaß und gute Laune vor, während und nach den Spielen wie bisher. Ich glaube, es fällt den meisten Beobachtern schwer zu verstehen, dass man trotz all der rein numerischen Klatschen immer wieder so gut drauf ist, wenn es zum nächsten eigentlich wieder nicht machbaren Spiel geht. Wir sehen aber nicht das 0:6 an sich, sondern die kleinen positiven Aspekte der Begegnungen. Wir lesen das Spiel zwischen den Zeilen. Ein Satzgewinn gegen Li Jiao mit folgender 5:2 Führung hier, eine 2:1-Satzführung gegen Gotsch dort. Am Ende sind wir meist selbst erstaunt, dass das Spiel schon vorbei ist. Wir waren doch gerade erst "heiß" gelaufen. In Gedanken bin ich im Moment vor allem bei Désirée, deren Vater schwer erkrankt ist. Ich hoffe, dass sich alles zum Guten wendet. Da wir in der Vorrunde mehr krankheits- und verletzungsbedingte Ausfälle hatten als in allen Jahren davor, wünsche ich den Mädels ganz besonders, dass diese Pechsträhne ein Ende hat. Toi, toi, toi! Der Rest findet sich.“

Martina Emmert (mehr auf www.tischtennis.de)