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Frankfurt/Main. Der amtierende Deutsche Meister FSV Kroppach hat beim Aufsteiger SV DJK Kolbermoor letztendlich ebenso glatt gewonnen, wie der TUSEM Essen gegen den NSC Watzenborn-Steinberg und die TTG Bingen-Münster-Sarmsheim beim LTTV Leutzscher Füchse 1990. Obwohl der Leipziger Klub bei seiner Premiere in der 1. Liga nicht die Pause erreichte, ließ sich die Mannschaft die Punkte virtuell herbeizaubern, sodass die Atmosphäre unter den 199 Fans gut war. Der FSV holte die erhofften vier Punkte an diesem Spieltag und heftet sich wie geplant an die Fersen des Spitzenreiters TTSV Saarlouis-Fraulautern.

Die Favoriten präsentieren sich zielorientiertWu Jiaduo und Kristin Silbereisen vom FSV Kroppach gewinnen knapp im Doppel (Aufnahme: Klaus Maurer)


SV DJK Kolbermoor – FSV Kroppach 1:6

 
230 Fans bejubeln den Ehrenpunkt von Wenling Tan-Monfardini

Die Doppel sind wie schon in der vergangenen Saison die schärfste Waffe des FSV Kroppach. Auch beim Aufsteiger SV DJK Kolbermoor holte sich der amtierende Deutsche Meister ein 2:0. Shan Xiaona/Krisztina Toth behielten beim 3:0 gegen Krisztina Ambrus/Chantal Mantz insgesamt ihre weiße Weste. Alle Register mussten hingegen schon Wu Jiaduo/Kristin Silbereisen ziehen, die beim 10:12, 11:7, 7:11, 11:5, 11:8 von Wenling Tan-Monfardini/Sabine Winter stark gefordert wurden. Im fünften Satz führte das FSV-Duo scheinbar sicher mit 7:3, sodass die Gastgeberinnen eine Auszeit signalisierten. Danach rückten sie Wu/Silbereisen bis zum 7:9 auf den Pelz. Nun sorgte die Gegenseite für das Break beim Time-out, und hatte damit Erfolg.

Wenn wir nicht zu null verlieren, dann feiern wir das Ergebnis wie einen Sieg, hatte SV DJK-Vorstandsmitglied Frank Berger im Vorfeld angekündigt. Für die ausgelassene Stimmung zeichnete gleich im ersten Einzel Tan-Monfardini mit einem 11:3, 12:10, 12:10 gegen die Nummer 19 der Weltrangliste Wu Jiaduo verantwortlich. Im zweiten Durchgang ließ die Kroppacherin einen Satzball liegen, und auch im dritten Satz glich sie nach einem 8:10 noch aus. Im Gegenzug waren gleich vier vergebene Satzbälle von Winter gegen Shan im zweiten Abschnitt zu viel. Diesen Chancen trauerte die 20-jährige Nationalspielerin zu lange nach, sodass sie zum 5:11 und 0:3 die Segel streichen musste.

Im unteren Paarkreuz überraschte Ambrus mit einem 11:9 gegen ihre Landsfrau Toth, und Mantz rückte Silbereisen nach einem 2:6, zum 9:9  gefährlich nahe. Die Nummer drei des FSV hatte die Begegnung doch zu jeder Zeit unter Kontrolle, und mit einem 11:9, 11:5, 11:5 markierte Silbereisen das 4:1. Ihre ganze Erfahrung benötigte Toth nach dem 11:7 auch im dritten Durchgang. Die Linkshänderin sah sich einem 8:9 und 10:11-Rückstand gegenüber und quittierte auch das 12:12, ehe mit einem 14:12 der 2:1-Satzvorsprung hart erkämpft wurde. Und die beste Zweitligaakteurin der Saison 2011/12 zeigte auch weiter eine gute Leistung, sodass Toth sich erstmalig zum 8:5 im vierten Abschnitt aus der Umklammerung lösen konnte. Nach einer Auszeit beim 9:7 erfolgte endlich zum 11:7 die Erleichterung.

Nach der Pause gab die Nummer eins der Gäste Shan auch gegen Tan-Monfardini Gas. Das 11:9, 11:8 gewann an Bedeutung, da am Nebentisch Wu Jiaduo gegen Winter mit 8:11, 7:11 ins Hintertreffen geriet. Im dritten Satz herrschten jeweils umgekehrte Vorzeichen. Dudu erspielte sich ein 7:3, während die Italienerin auf Seiten des Aufsteigers 7:4  in Führung ging. Mit einer ganz starken Serie kippte Shan den Durchgang zum 11:8 und verhinderte damit, dass das 10:12 ihrer Mannschaftskollegin in die Wertung kam.

„Meine Vorhersage ist genau eingetroffen. Wir hatten einen schönen Abend. Unsere treue, große Fangemeinde sah ein gutes Spiel und keiner ging enttäuscht nach Hause. Sabine zeigte in beiden Einzeln hochklassige Ballwechsel, aber Shan machte einfach keine Fehler. Sie verfügt über exzellente Aufschläge und schießt den zweiten Ball knallhart nach. Auch die Angriffsattacken von Sabine blockte sie perfekt. Es war einfach keine Schwachstelle bei ihr zu entdecken. Gegen Dudu dominierte Sabine. Erfreulich war die Vorstellung von Krisztina. Sie ihren Ballast über Bord geworfen und locker gespielt. Sie war die bessere Spielerin, sodass ihre Niederlage unverdient war“, analysierte Berger.

„Geschenkt hat uns der Aufsteiger nichts. Shan agierte überragend, sie gab der Mannschaft Rückhalt. Ich will die Leistung der Gegnerinnen nicht schmälern, aber Dudu fehlte einfach die Kraft. Sechs Stunden Fahrt und ein vierwöchiger Bundeswehrlehrgang hinterlassen Spuren. Sie muss für ihre Leistung hart arbeiten, besitzt nicht das Talent wie andere Spielerinnen. Obwohl Dudu bei der Bundeswehr trainiert, fehlen ihr aber diverse Einheiten. Der Sieg im Doppel mit Kristin war sehr wichtig“, sagte FSV-Teambetreuer Dennis Leicher. Tothi habe die Ruhe bewahrt gegen eine Konkurrentin mit hoher Trefferquote. „Natürlich steigt die Erwartungshaltung wenn du tags zuvor Barbora Balazova (Essen) deutlich besiegst. Aber es gibt in der Liga viele verschiedene Spielertypen. Jeder Punkt muss erarbeitet werden. Das hat bei uns perfekt geklappt, wir haben unseren Dienst erfüllt, nur das zählt“, ergänzte Leicher.

Martina Emmert (www.tischtennis.de)
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 18. November 2012 um 20:32 Uhr