Silbereisen: Wir fangen uns gegenseitig auf PDF Drucken E-Mail


Stimmen Eine lange Pause im Zeichen der Ringe

Kroppach. Drei haben für ihr Land bei den Olympischen Spielen an der Platte gestanden, eine hat sich für ein neues Land entschieden: Die lange Bundesligapause nach Titel Nummer fünf in Serie war für die Spielerinnen des sechsmaligen Deutschen Meisters FSV Kroppach geprägt von besonderen Anlässen, die eng verbunden sind mit Ausweisen und Ringen.

Die Ungarin Krisztina Toth, die in London bereits ihre fünften (!) Sommerspiele erlebte, wurde im August ebenso mit einem Pass fürs Olympische Dorf ausgestattet wie ihre Teamkolleginnen „Dudu“ Wu Jiaduo und Kristin Silbereisen, die für Deutschland spielten. Für die Vierte im Bunde, Shan Xiaona, stand der Sommer nicht im Zeichen der fünf Olympischen Ringe, sie beschränkte sich auf zwei – Eheringe. Die gebürtige Chinesin heiratete und entschied sich zudem dafür, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. So gab's kurz vor Saisonbeginn auch für Shan einen neuen Pass. Was das Kroppacher Quartett erlebte und was es sich für die neue Runde vorgenommen hat, berichtete es im Rahmen der Saison-Pressekonferenz.

Kristin Silbereisen: Meine Olympiapremiere habe ich vom ersten bis zum letzten Tag voll ausgekostet. Es war das perfekte Turnier, auch wenn „Dudu“ und ich von einer Medaille geträumt haben. Aber wir sind als beste Europäer Fünfte geworden, auch das ist ein Erfolg. Mit Blick auf die vergangene Saison bin ich froh, dass wir Fraulautern nicht die Genugtuung gegeben haben, zweimal gegen uns zu gewinnen. Jetzt hoffe ich, dass am letzten Spieltag wieder wir es sind, die feiern. Wir sind eingespielt, wir können uns gegenseitig auffangen. Das ist unser Vorteil.

Shan Xiaona: Ich lebe schon lange in Deutschland, deshalb freue ich mich sehr über den deutschen Pass. Ich danke allen, die mir geholfen haben. In dieser Saison habe ich einen Wunsch: Ich will wieder Deutscher Meister werden.

Krisztina Toth: Ich habe meine fünften Olympischen Spiele erlebt, wahrscheinlich waren es meine letzten. Ich dachte immer, Sydney war das Schönste. Aber London hat das noch einmal übertroffen. Vorher sind wir wieder Deutscher Meister geworden, auch das war ein toller Erfolg. Es macht einfach Spaß, in dieser Kroppacher Mannschaft zu spielen. Der Druck vor der neuen Saison ist kein Problem. Ich habe immer in großen Vereinen gespielt und kenne es nicht, ohne Druck zu spielen. Wir dürfen nur nicht den Fehler machen, nur auf Fraulautern zu schauen. Die hinteren Mannschaften sind zwar schlechter, aber die guten Teams auch stärker geworden. Bei Fraulautern mit den vielen neuen Spielerinnen glaube ich nicht, dass sie das Ganze wirklich als deutsche Meisterschaft sehen.

Wu Jiaduo: Die Zeit vergeht so schnell. Ich habe das Gefühl, dass gerade erst das letzte Spiel war und wir nur kurz gefeiert haben. Und jetzt geht es schon wieder los. Für mich, die schon so lange hier ist, ist es auch Zeit, Danke zu sagen. Kroppach ist für mich wie eine zweite Heimat. Die neue Saison wird natürlich nicht einfach, aber wir werden alles geben, um unseren Titel ein weiteres Mal zu verteidigen. ros

Westerwälder Zeitung vom Donnerstag, 27. September 2012, Seite 15
 
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 27. September 2012 um 06:32 Uhr